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Das jüdische Echo · 1929-07-19 · 29 (19.7.1929) · p. Seite 447

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
29 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
Seite 447 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 447 Nun gesellt sich zu all diesem noch ein neuer Faktor, der erst jetzt in Erscheinung tritt. Die Araber Palästinas erkennen allmählich die Möglichkeiten, die der Bodenbesitz mit sich bringt und haben eine intensive Propaganda gegen den Verkauf von Boden an Juden sowie zugunsten der Errichtung von arabischen Bodenkaufgesellschaften entfaltet. Diese Propaganda scheint insofern Früchte gezeitigt zu haben, als der oberste moslemische Rat bereits 100 000 Pfund für den Kauf von Böden zur Verfügung gestellt haben soll. Mit dieser Bewegung parallel läuft das starke Interesse reicher Ägypter an Orangenplantagen in Palästina. Wenn wir noch die privaten jüdischen Käufer in Erwägung ziehen, für welche zahlreiche Gesellschaften auf dem Bodenmarkt arbeiten, so werden wir erkennen, daß die Gefahr sehr nahe liegt, daß nicht nur die Bodenpreise anschwellen, sondern auch der Ankauf wertvoller Strecken Landes überhaupt unmöglich gemacht wird. Vor einem Vierteljahrhundert wurde von der Zionistischen Organisation eine Institution gegründet mit dem ausdrücklichen Zweck, Boden in Erez Israel zu kaufen, um diesen Gefahren rechtzeitig zu begegnen. Es ist daher höchst erstaunlich, daß die Zionisten es zugelassen haben, daß diese Institution ganz in den Hintergrund gedrängt wurde, statt ihr die ihr gebührende erste Stelle einzuräumen. Zwar konnte der Keren Kajemeth im letzten Jahre verhältnismäßig Großes vollführen — den Kauf von nicht unbedeutenden Teilen der Haifabucht und in der Ebene Saron. Dadurch sind jedoch die Mittel des KKL. erschöpft worden. Er benötigt nun große Mittel, um seine mit dem Erwerb dieser Böden übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Wie sind die Aussichten für neuen Bodenerwerb? Es besteht Grund zu der Hoffnung, daß die erweiterte Jewish Agency große Summen für den Kauf von Boden zur Verfügung haben wird. Erfreulicherweise hat die Jewish Agency anerkannt, daß die von ihr zu erwerbenden Böden in nationalen Besitz übergeführt werden sollen. Aber wir Zionisten sollten uns damit nicht begnügen. Der Boden kann trotz der Langsamkeit der gesetzlichen Prozedur seinen Besitzer schnell wechseln und es ist klar, daß wenn einmal Nichtjuden große Bodenstrecken erworben haben, der Preis des Bodens, selbst wenn letzterer noch überhaupt zur Verfügung stehen wird, enorm ansteigen wird. Wäre das Ziel der von den arabischen politischen Parteien Palästinas entfachten Bewegung, daß der Bauer, statt Pächter in den Besitz des von ihm bearbeiteten Bodens gelangt, um so seine ökonomische Lage zu verbessern, dann hätten wohl die Zionisten keine Veranlassung dazu, sich zu beklagen; aber es ist klar, daß das eigentliche Motiv dieser Bewegung Gewinnsucht ist — und das ist verhängnisvoll. Vielleicht werden diese aus der Erfahrung gewonnenen schwerwiegenden Tatsachen für den Keren Kajemeth mehr bewirken, als seine nun schon 27 Jahre währende ununterbrochene Propaganda. Wenn wir aus dieser Erfahrung lernen wollen, dann müssen wir Zionisten uns von jetzt ab, besonders im Hinblick auf das kommende Jahr, dazu entschließen, die Aufgabe der nationalen Bodenkaufinstitution in den Mittelpunkt unserer Anstrengungen zu stellen. Wenn dies nicht geschieht, so werden wir uns bald selbst in der Lage dessen befinden, „dessen Schrei nicht erhört wird.“ N. B. Die Tagesordnung des XVI. Zionistenkongresses London, 7. Juli. (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation hat die Tagesordnung des XVI. Zionistenkongresses der vom 28. Juli bis 6. August d. J. in Zürich stattfindet, wie folgt festgesetzt: Der Kongreß wird am Sonntag, den 28. Juli, 4.30 Uhr nachmittags, im Züricher Stadttheater mit einer Ansprache des Präsidenten der Organisation Dr. Chaim Weizmann eröffnet. Da der Eröffnungstag des Kongresses zugleich auch der 25. Todestag des Schöpfers der Organisation, Theodor Herzls, ist, wird der Präsident der Zionistischen Weltexekutive, Herr Nahum Sokolow, nach der Eröffnungsrede Weizmanns eine Gedenkrede unter dem Titel „Theodor Herzl und die Zionistische Organisation“ halten. Die Tagesordnung sieht ferner folgende Ansprachen und Referate vor: Dr. Arthur Ruppin: „Die Bedeutung Palästinas für die Zukunft der Juden“; Dr. Weizmann: „Rericht und Programm“; Dr. Felix Rosenblüth: „Die Verfassung der Jewish Agency“; Prof. S. Brodetsky: „Die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der Zukunft“; Harry Sacher: „Das Palästinawerk der Zionistischen Organisation“; Dr. Arthur Hantke: „Arbeit und Programm des Keren Hajessod“; M. M. Ussischkin: „Leistungen und Perspektiven des Jüdischen Nationalfonds“. Vorgesehen sind ferner Referate über hebräische Kulturtätigkeit in der Diaspora, über Chaluzim-Ausbildung und über Einwanderung. Genf, 5. Juli. (JTA.) Wie der JTA.-Vertreter erfährt, wird der Völkerbund bei der Eröffnung des XVI. Zionistenkongresses in Zürich durch den stellvertretenden Generalsekretär des Völkerbundes, A. Dufour Feronce, und durch den Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, vertreten sein. Beide werden den Kongreß begrüßen. Konvention der amerikanischen Zionisten New York, 3. Juli. (JTA.) Die in Detroit abgehaltene Konvention der amerikanischen Zionisten hat eine Resolution angenommen, in der dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Weizmann, das Vertrauen ausgedrückt wurde. Nach einer angeregten Aussprache wurde der Beschluß gefaßt, in schärfster Form gegen die Verfolgung der Zionisten in Sowjetrußland zu protestieren. In einer Resolution wird die amerikanische Delegation für den 16. Zionistenkongreß beauftragt, den Kongreß zu bewegen, sofort Schritte zur Lanclansiedlung früherer Palästinalegionäre in Angriff zu CONTINENTAL Schreibmaschinen das Fabrikat der Wanderer-Werke A.G. 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