Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-07-19 · 29 (19.7.1929) · p. Seite 448

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
29 (19.7.1929)
Date
1929-07-19
Page
Seite 448 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9176027--09634-9082543
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

448 Das Jüdische Echo Nr. 29 nehmen und für diesen Zweck 100 000 Dollar in das Palästinabudget einzustellen. Es wurde ferner beschlossen, den American Jewish Congreß in seinem Kampf gegen eine den Sabbat tangierende Kalenderreform zu unterstützen. Der Bericht der Administration wurde ohne Diskussion zur Kenntnis genommen, wodurch sich die spezielle Einbringung eines Vertrauensvotums erübrigte. Rabbi James G. Heller, Sohn des vor einigen Wochen verstorbenen führenden amerikanischen Zionisten Rabbi Maximilian Heller, wurde zum Präsidenten des Exekutivkomitees der Zionistischen Organisation Amerikas als Nachfolger von Elihu David Stone gewählt. (Die „Exekutive“ der amerikanischen Zionisten ist das aus Delegierten des ganzen Landes bestehende Zentralkomitee.) L i p s k y blieb Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, zu Vizepräsidenten wurden Morris Rothenberg, Richter William M. Lewis, Elihu D. Stone, Rabbi Abba Hillel Silver, Max Shulman und Frau Archibald Silverman gewählt. Zum Sekretär wurde Meyer Weisgal, zum Schatzmeister Morris Weinberg. zum zweiten Schatzmeister Harry Fierst gewählt. Aus der jüdischen Welt Hitlerstudenten demonstrieren für Numerus clausus München, 12. Juli. (JTA.) Die nationalistischen Studenten der Münchener Universität demonstrierten heute in den Straßen gegen die preußische Hochschulbehörde. Von den 12 000 Studenten der Münchener Universität hatten sich 1500 bis 2000 an der Demonstration beteiligt. Die Studenten marschierten am Englischen Garten entlang zum Friedensengel. Die Nationalsozialisten führten Plakate mit Inschriften „Für den Numerus clausus“ im Zuge, die aber von der Polizei beschlagnahmt wurden. Vom 18. bis 24. Juli Weltkonferenz der Poale Zion in Berlin Berlin, 9. Juli. (JTA.) Die 8. Weltkonferenz des Jüdischen Sozialistischen Weltverbandes (vereinigt mit dem Zionistischen Sozialistischen Verband), an der Delegierte aus Palästina, Amerika, Argentinien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, England, Tschechoslowakei u. a. teilnehmen werden, wird in der Zeit vom 18. bis zum 24. Juli in Berlin stattfinden. Die Eröffnung der Konferenz findet am 18. Juli, abends 8 Uhr, in den Räumen des Hackeschen Hofes, am Hackeschen Markt statt. „Berliner Jüdische Zeitung“ Eine Wochenschrift der Berliner Zionistischen Vereinigung Berlin, 9. Juli. (JTA.) Am 1. September wird — wie uns mitgeteilt wird — die „Berliner Jüdische Zeitung“, herausgegeben von der Berliner Zionistischen Vereinigung, zu erscheinen beginnen. Das wöchentlich erscheinende Blatt wird in einer Auflage von 10 000 Stück in Groß-Berlin versandt werden. Die Zeitung wird über alle jüdischen und zionistischen Ereignisse bestens informieren. Besonders soll die Berliner Judenheit verläßlich über den Aufbau Palästinas und über das jüdische Leben in Groß-Berlin orientiert sein. Ein ständiger Bilddienst wird das geschriebene Wort ergänzen und beleben. Ernst Cassirer Rektor der Hamburger Universität Hamburg, 9. Juli. (JTA.) Die Universität Hamburg wählte zu ihrem Rektor für dieses Jahr Prof. Dr. Ernst Cassirer, den hervorragenden Philosophen und Schüler Hermann Cohens, der sich u. a. auch als der philosophische Ausdeuter der genialen physikalisch-mathematischen Feststellungen Albert Einsteins hervorgetan hat. Ernst Cassirer wurde 1874 in Breslau geboren und ist seit 1919 Professor in Hamburg. Cassirer ist Mitglied des Kuratoriums der Hochschule und des Vorstandes der Akademie für* die Wissenschaft des Judentums, sowie des Kuratoriums der Hermann-Cohen-Stiftung bei der Akademie. Ernst Cassirer ist wohl der erste jüdische Gelehrte, der je in Deutschland die Würde eines Universitätsrektors bekleidet hat. Ein jüdischer Student verurteilt, weil er einen „Hakenkreuzler“ der Polizei übergab Wien, 7. Juli. (JTA.) Großes Aufsehen erregte hier die Verurteilung des jüdischen Studenten Abraham Tenenbaum, der während der letzten Universitätskrawalle verhaftet worden ist, als er einen auf Juden losschlagenden Hakenkreuzler von der Rampe herunterriß und der Polizei übergab. Tenenbaum wurde zu 24 Stunden Arrest ohne Bewährungsfrist verurteilt, obwohl der Richter selbst anerkannte, daß er in Notwehr gehandelt hat. Der Hakenkreuzler Rößler wurde zu drei Tagen Arrest verurteilt. Die Vertreter Polens im Council der Jewish Agency Warschau, 9. Juli. (JTA.) Das in Warschau versammelt gewesene Initiativkomitee für die Jewish Agency in Kongreßpolen und dem Wilna-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.