Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 29 (19.7.1929)
- Date
- 1929-07-19
- Page
- Seite 445 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 445 OttoWarburgs 70. Geburtstag Schaffung eines ihm gewidmeten botanischen Gartens in Palästina Berlin, 10. Juli. (JTA.) Am 20. Juli feiert Prof. Otto Warburg, der frühere Präsident der Zionistischen Weltorganisation, seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veröffentlichen die Exekutive der Zionistischen Organisation (gez. Dr. Chaim Weizmann, Nahum Sokolow) und das Direktorium des Keren Kajemeth Lejisrael (gez. M. M. Ussischkin) einen Aufruf an alle Zionisten, sich an der Schaffung eines botanischen Gartens zu beteiligen, der in der Nähe der neuen Versuchsstation in Rechoboth gegründet werden und für alle Zeiten den Namen Professor Warburgs tragen soll. In dem Aufruf heißt es: „Wir zweifeln nicht daran, daß alle Zionisten das Bedürfnis empfinden werden, dem Manne, der fast drei Jahrzehnte lang in unermüdlicher Arbeit und Hingabe seine Kräfte in den Dienst unserer Sache gestellt hat und den im Jahre 1911 das Vertrauen der gesamten Zionistischen Organisation an die Spitze unserer Bewegung rief, ihren Dank und ihre Anerkennung zu bekunden. Die Zionistische Organisation und Bewegung können diesem Danke an Professor Warburg keinen besseren Ausdruck geben als dadurch, daß sie das Werk fördern, dem stets sein besonderes Interesse gegolten hat, der landwirtschaftlichen Erschließung und Entwicklung Palästinas. Noch heute steht Prof. Warburg als Leiter der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Zionistischen Organisation in der Arbeit für dieses Werk. Wir wissen, daß ihm an seinem 70. Geburtstage nichts größere Freude bereiten wird als die Tatsache, daß sich Zionisten aller Gruppen und Richtungen zusammenfinden, um ein Werk zu begründen, das ihm besonders am Herzen liegt.“ Berlin, 12. Juli. (JTA.) Am Donnerstag, dem 11. Juli, abends, versammelten sich in Krolls Festsälen, einer Einladung der Zionistischen Vereinigung und des Keren Kajemeth für Deutschland folgend, die führenden Persönlichkeiten im deutschen Zionismus und mehrere prominente Palästinafreunde, um Herrn Prof. Warburg, den früheren Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, der am 20. Juli d. J. sein 70. Lebensjahr vollendet, zu feiern. Der Jubilar, der seine wissenschaftliche Arbeit zwischen Palästina, wo er das gesamte landwirtschaftliche Versuchswesen der Zionistischen Exekutive leitet, und Berlin teilt, hatte sich mit seiner Gattin eingefunden. Kurt Blumenfeld, Max Wolisteiner, Dr. Artur Hantke, Dr. Alfred Klee, Dr. Alexander Goldstein und S. Gronemann feierten in Ansprachen den Jubilar und zeichneten ein Bild seiner umfassenden Wirksamkeit in der zionistischen Bewegung. Zum Schluß ergriff Prof. Dr. Warburg selbst das Wort, um den Rednern zu danken und allzu hohes Lob bescheiden abzulehnen. Ich werde, sagte er, nie Zeit haben, Memoiren zu schreiben, weil ich immer etwas Neues machen werde. Warburg berichtete, wie er aus der Assimilationssphäre seiner Jugend zu jüdischen Interessen und zum Zionismus kam. Seine propalästinensische Tätigkeit begann er durch Eintritt in die Gesellschaft „Esra“ und später in den Vorstand der „Esra“. Dann kam Herzls „Judenstaat“ heraus. „Obwohl ich vom Beginn der Bewegung Schekelzahler war, kam ich zum Zionismus erst wirklich, als Herzl seinen starren politischen Standpunkt aufgab und an praktische Arbeit in Palästina heranging. Die Jahre 1905 bis 1910 waren die Gründerzeit im Zionismus. Mit lächerlich geringen Summen wurde angefangen, aber doch machte die Arbeit Fortschritte. Gar vieles habe ich in Angriff genommen, um es dann anderen abzugeben. Es hat mich immer gefreut, etwas an andere abgeben zu können, so auch, als ich die Führerschaft an Weizmann abgegeben hatte.“ Warburg erinnerte an die tragische Zeit des Zionismus in den Kriegsjahren, als Menschen und Werke in Palästina an einem Haar hingen und er und Hantke beim Auswärtigen Amt erwirkten, daß den Juden in Palästina Schutz gegen die Türken gewährt werde. Das Werk überdauerte die schwere Zeit. Warburg widmete sich nun der reinen praktischen wissenschaftlichen Arbeit an Versuchsstation und Universität. Seine Erfahrungen haben in ihm die Überzeugung gefestigt, daß man zweifellos eine jüdische Landwirtschaft in Palästina aufbauen kann. Aber Palästina ist klein, der landwirtschaftliche Boden kann nur eine begrenzte Zahl Menschen absorbieren. Eine industrielle Entwicklung kann schon Menschen in größerer Zahl ins Land bringen. Warburg zeichnete ein Bild zukünftiger Entwicklung und kam zu dem Schlüsse, daß die jüdische Arbeit sich nicht auf Palästina beschränken werde. Palästina wird das Arbeitszentrum bleiben, von wo aus das Werk auf die Nachbarländer ausstrahlen wird. Ein Land wie Irak z. B. hat heute zwei Millionen Einwohner, wo es einmal vierzig Millionen besaß. Wenn einmal — und das kann in naher Zukunft sein — die Probleme der Wassertechnik und der Klimaverbesserung gelöst sein werden, werden sich hier ungeahnte Möglichkei- VornehmeGeschenke beispielsweise hochwertige Tasteninstrumente, erfordern zur richtigen Wahl neben dem persönlichen Geschmack des Käufers reiche Facherfahrung des Verkäufers. Flügel * Pianos Harmoniums die durch leichte elastische Spielart und seltene Klangfülle in allen Lagen keine Wünsche offen lassen, liefern wir seit Jahrzehnten an einen groben Kreis zufriedener Käufer. 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