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Das jüdische Echo · 1929-07-12 · 28 (12.7.1929) · p. Seite 437

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
28 (12.7.1929)
Date
1929-07-12
Page
Seite 437 (sequence 18)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 437 schaftliche Gleichberechtigung; über den Handel mit geistigen Getränken. Bezüglich der Munizipalitäten erinnerte der Oberkommissar daran, daß früher die Einnahmen der Munizipalitäten von städtischen Akzisen gespeist wurden, die aber dann abgelöst sind durch eine Auflage auf die Einfuhrzölle. Da dieses System nicht als befriedigend angesehen wurde, hat es die Regierung durch ein Subventions-System ersetzt. Aber auch diese neue Methode hat die Munizipalitäten nicht befriedigt. Die Mandatarmacht sucht jetzt einen Weg, um die Wünsche der Munizipalitäten zu erfüllen. Zu der wirtschaftlichen Lage des Landes bemerkte der beglaubigte Vertreter der Mandatarmacht, daß wenn auch eine Passivität der Handelsbilanz, d. h. ein Überschuß des Importes über den Export (Einfuhr 6 770 818 Pfund; Ausfuhr 1 487 207 Pfund) festzustellen ist, dieses Manko in hohem Maße dadurch kompensiert wird, daß die jüdischen Gemeinden des Auslandes Geld nach Palästina schicken und daß ein sehr entwickelter Touristenverkehr Gelder ins Land bringt. Über die Vermehrung der Einkünfte aus Zöllen befragt, erklärte der Oberkommissar, daß diese Vermehrung einerseits auf die Erhebung von Einfuhrzöllen, anderseits auf die Zunahme der kommerziellen Tätigkeit zurückzuführen ist. Auf Ersuchen der Kommission gab Sir John Chancellor auch einige Erklärungen betreffend die Tote-Meer-Konzession ab und sagte, es hätten sich vor acht Jahren mehrere Konzessionäre um die Konzession bemüht, und daß diese nach Prüfung den Herren Tulloch und Nowomejski, die die meisten Garantien boten, schließlich gegeben wurde. In den vergangenen Jahren hat die Mandatarmacht die Einzelheiten des Projektes mit den Konzessionären geregelt. Die Kommission befaßte sich sodann mit der Verwaltung Transjordaniens, mit den Fragen der Einwanderung, des Einwohner-Status, der Steuern und des Unterrichtswesens. Aus der jüdischen Welt 60. Geburtstag Heinrich Loewes Am 11. Juli feiert Professor Heinrich Loewe, einer der ersten und tatkräftigsten Pioniere des Zionismus, der schon vor Herzl in der national jüdischen Bewegung stand, seinen sechzigsten Geburtstag. Er verfaßte eine Reihe von Werken: „Die Sprache der Juden“, „Juden in der katholischen Legende“, „Schelme und Narren mit jüdischen Kappen“, „Reste vom alten jüdischen Volkshumor“, „Jüdische Volksarbeit im Lande Israel“, „Judentum und Orientalia“ und viele andere Druckschriften, die teilweise mehrere Auflagen erfuhren. Er war vielfach Schriftleiter bei verschiedenen Zeitschriften, so 1894 bis 1895 „Jüdische Volkszeitung“, 1895 bis 1896 „Zion“, 1902 bis 1903 „Jüdischer Student“, von 1902 bis 1908 „Die Jüdische Rundschau“ u. a. m. Auch als Meister der Rede hat LoeWe manche große Versammlung beherrscht. Professor Dr. Loewe ist seit 22 Jahren Universitätsbibliothekar in Berlin. Er ist als führendes Mitglied der Jüdischen Volkspartei Mitglied des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde Berlin. Ferner ist Loewe Präsident der Montefiore-Loge und der Soncino-Gesellschaft und Redakteur der Monumenta Hebraica (Erstdrucke der hebräischen Literatur) in Berlin. 70. Geburtstag von Heinrich York-Steiner Berlin, 2. Juli. (JTA.) Am 1. Juli feierte der Wiener Schriftsteller Heinrich York-Steiner in Bad Reichenhall, im Kreise seiner Familie, seinen 70. Geburtstag. York-Steiner begründete seinen Ruf als Novellist mit seiner Erzählung „Der Talmud-Bauer“, die die Probleme der Palästina-Kolonisation am Ende des vorigen Jahrhunderts festhält. York-Steiner war zu Lebzeiten Theodor Herzls einer der eifrigsten publizistischen Verfechter des modernen Zionismus. Nach Herzls Tode zog er sich von der engeren Parteiarbeit zurück und schrieb eine Anzahl Dramen und Novellen. Leopold Badt. 70jährig, verstorben Berlin, 8. Juli. (JTA.) Der langjährige Vorsitzende des Vorstandes der Berliner Produktenbörse, Herr Leopold Badt, ist am Sonnabend, dem 6. Juli, vormittags, wenige Monate nach Vollendung seines 70. Lebensjahres verstorben. Er war auch Vorsitzender der Spitzenorganisation des gesamten deutschen Getreidehandels. In Rawitsch geboren, kam er nach Berlin, wo er Mitinhaber der großen Getreidefirma Hermann Jacoby wurde und die Regierung bei Abschluß von Handelsverträgen mit dem Ausland wiederholt beriet. Leopold Badt war au£h im jüdischen öffentlichen Leben hervorragend tätig. Er war in früheren Jahren stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, betätigte sich viel an den Wohlfahrtswerken der Gemeinde und war Kurator der gemeindlichen Altersversorgungsheime. Die Verfassungsfeier und die jüdischen Gemeinden Berlin, 4. Juli. (JTA.) Auf Anregung des Reichsinnenministers haben die israelitischen Gemeindeverbände bei den ihnen angeschlossenen Kultusgemeinden auf die Veranstaltung religiöser Feiern am Verfassungstage (11. August) hingewirkt. Wulles „Deutsches Tageblatt“ hört zu Erscheinen auf Berlin, 2. Juli. (JTA.) Das vom Völkischen Wulle herausgegebene „Deutsche Tageblatt' (in Mecklenburg als „Mecklenburger Warte“ erscheinend) hat wegen Abonnentenrückgangs zu erscheinen aufgehört. Die Zeitung soll als Wochenblatt weiter herausgegeben werden. Somit verfügt die sogenannte „Deutschvölkische Freiheitsbewegung“, die überall dem Vordringen der Hitler-Partei weichen muß, über keine Tageszeitungen mehr. Der Präsident der ICA. gestorben Paris, 8. Juli. (JTA.) Franz Philippson, der Präsident der Jewish Colonisation Association (ICA.), ist am Sonntag, dem 7. Juli, in Paris, wo er zu einer Tagung des Rates der ICA. aus Brüssel eingetroffen war, plötzlich verstorben. Er stand im 78. Lebensjahr. Franz Philippson wurde in Deutschland als der Sohn des Rabbiners Dr. Ludwig Philippson geboren. Er war ein Bruder des bekannten Geschichtsschreibers Prof. Martin Philippson. Ein zweiter Bruder Franz Philippsons war der Geograph der Bonner Universität, Professor Alfred Philippson. Franz Philippson, der noch in jungen Jahren nach Brüssel übersiedelte, schwang sich allmählich zu einem der führenden Finanzmänner Belgiens empor. Er wurde Präsident der Brüsseler jüdischen Ge- I. MÜNCHENER PLISSE-BREN NEREI FRANZ GRUBER, MÖNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten,KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75

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