Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- Seite 438 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Das Jüdische Echo Nr. 2 meinde und ein Führer des belgischen Judentums. Seit Gründung der ICA. durch Baron Hirsch gehörte Franz Philippson der Leitung dieser Körperschaft an. Unter dem ersten ICA.-Präsidenten Narcisse Leven fungierte Franz Philippson als Vizepräsident und seit dem Tode Levens vor etwa mehr als zwanzig Jahren war Philippson ununterbrochen Präsident der ICA., die er streng nach althergebrachten Grundsätzen leitete, wodurch er die heftige Kritik der jüngeren jüdischen Generation heraufbeschwor. Erst in den letzten Jahren wurde er modernen Grundsätzen zugänglich, und es konnte sich eine Zusammenarbeit mit anderen, aus der jüdischen Masse direkt hervorgegangenen Organisationen und Institutionen anbahnen. Yemeniten-Einwanderung in Palästina J e r u s a 1 e m , 4. Juli. (JTA.) Fünfzig yemenitische Einwanderer sind heute in Tel-Awiw eingetroffen. Sie kamen ins Land auf Grund von Arbeitereinreisezertifikaten; die Mehrheit von ihnen entrichteten aus eigenem Reiseauslagen und Einreisesteuer. Auszeichnung. Wie wir erfahren, hat unser Mitarbeiter, Herr cand. med. Leo Schindel (München), bei der jüngst stattgefundenen Preisverteilung an der Universität den ungeteilten Preis der medizinischen Fakultät für die Lösung der Preisfrage 1928: „Welche Methoden eignen sich zum Nachweis des antirhachitischen Prinzips in- und außerhalb des Organismus?“ erhalten. Wir beglückwünschen Herrn Schindel aufs herzlichste. Gemeindenu. Vereins-Echo Tätigkeitsbericht der Hebräischen Sprachkurse München Sommersemester 1928 und Wintersemester 1928/29 Der Bericht über das Sommersemester 1 9 2 8 umfaßt die Zeit vom 23. April bis 15. November 1928. Das Wintersemester begann am 15. November 1928 und erstreckte sich bis zum 15. April 1929. Es bestanden während der beiden Semester fünf Grundkurse. Anfang des Sommersemesters 1928 gelang es, einen Kinderkurs zu gründen und Mitte des Semesters einen zweiten Kinderkurs. Den Schülern aller Kurse wurde durch Konversationsstunden Gelegenheit geboten, das praktische Sprechen zu erlernen. Das Hauptgewicht wurde gelegt auf Aneignung der Grammatik durch mündliche und schriftliche Übungen sowie auf die Einführung in die alt- und neuhebräische Literatur. Die Schüler lasen teils hebräische Schriftsteller im Original, teils Abhandlungen in Form von Biographien, sowie Literaturgeschichte nach dem Buch „Scheurim betoldot hasifrut haiwrit“ von Urinowski. Das lebendig gesprochene Hebräisch Palästinas wurde an Hand der hebräischen Tageszeitung „Haarez“ vor Augen geführt. Außerdem wurden Übersetzungen (aus dem Deutschen) ins Hebräische auf Grund von verschiedenem Material gemacht. Aus der allgemeinen Besuchsstatisik des SommerSemesters geht hervor, daß löVaWochenstunden erteilt wurden, die von insgesamt 53 Schülern besucht wurden. Davon waren 32 Neueintretende, die übrigen 27 Schüler waren aus dem vorigen Semester. Während des Sommersemesters wurden insgesamt 287 Unterrichtsstunden abgehalten. Während des Wintersemesters bestanden sechs Grundkurse sowie zwei Kinderkurse. Aus der allgemeinen Besuchsstatistik geht hervor, daß 133/4 Wochenstunden erteilt wurden, die von insgesamt 55 Schülern besucht wurden. Davon waren 17 Neueintretende, die übrigen 38 waren aus dem vorigen Semester. Während des Wintersemesters wurden insgesamt 254 Unterrichtsstunden abgehalten. Die Finanzierung der Schule erfolgte aus den Eingängen der Schulgelder und der Subvention der Israelitischen Kultusgemeinde. Lehrstoff der zwei Semester: Anfängerkurs (entstanden im Wintersemester). Schreiben und Lesen, Konjugation der ersten Form sowie einige regelmäßige Deklinationen. Später wurde der Unterricht nach dem Buche „Einführung in das Hebräische der Gegenwart“ von David Bornstein geleitet. Kurs I. Es wurden die Formen Kal, Nifal, Piel, Pual und Hitpael sowie die regelmäßigen und zum Teil unregelmäßigen Deklination durchgenommen. Zugrunde gelegt war das Buch von Moses Rath, nach welchem auch Grammatik durchgenommen wurde. Außerdem wurde auch Konversation getrieben. Kurs II. Zugrunde gelegt war anfangs das Buch von Moses Rath, später das Schafersche Lehrbuch „Limud I w - r i t h“. Es wurden die sieben Konjguationen sowie einige unregelmäßige Deklinationen durchgenommen. Jede zweite Woche wurde eine Konversationsstunde abgehalten. Kurs III. Übersetzungen aus dem Buche „Cholmim welochamim“ von J a a r i sowie Lektüre aus der hebräischen Tageszeitung „Haarez“ und einige Erzählungen aus dem Buche „Sipurim“ von J. D. B e r k o w i t z und ferner die Haskale-Epoche nach Urinowski. Sämtliche Konjugationen und Deklinationen wurden gründlich wiederholt, von der Lautlehre verschiedenes durchgenommen und öfters Konversationsstunden abgehalten. Kurs IV. Lektüre aus dem Buche Schmuei I, „Haarez“, Sefer Haadam von J. Fichmann und Übertragungen aus dem Deutschen aus verschiedenen Materialien, öftere Konversationsstunden. Kurs V. Mehrere Erzählungen aus dem Buche „Sipurim“ von J. D. Berkowitz, Sefer Haadam von .1. Fichmann, Haarez, Übersetzungen und Konversation. Kurs VI. Mendele Mocher Sfarim: Seine Biographie, Inhaltsangaben seiner Werke, ihre Kritik nach dem Buche „Scheurim betoldot hasifruth haiwrith hachadascha“ von Urinowski, „Arje baal guf“ von Chaim Nachman B i a 1 i k , mehrere Artikel vom Haarez und Übersetzungen. Kinderkurs I. Schreiben, Lesen. Der Lehrstoff wurde nach dem Schaferschen Lehrbuch „Olam hajladim“ durchgenommen. Kinderkurs II. Als Lehrbuch war „Sfatenu“ von Moses Rath zugrunde gelegt. Mehrere Übersetzungen. Von Konjugationen: Kal, Nifal, Piel und Hitpael. Außerdem wurden einige Deklinationen durchgenommen. Bar-Kochba, L.-A. Das Training wird während der Sommermonate fortgesetzt. Jeden Dienstag und Donnerstag, abends 7.30 Uhr, sowie jeden Sonntag, vormittags ab 9.30 Uhr, findet auf dem Sportplatz an der Säbener Straße das Leichtathletik- und Handballtraining statt. Da in absehbarer Zeit die Handball-Verbandsspiele beginnen, ist es Pflicht aller Spieler, sich zu den angegebenen Übungszeiten am Sportplatz einzufinden. Morgen vormittags 10 Uhr findet ein Trainingsspiel der I. gegen II. Handballmannschaft statt. Die I. Mannschaft spielt mit blauer Hose, weißem Trikot, die 2. Mannschaft mit weißer Hose und blauem Trikot. Das Erscheinen sämtlicher Leichtathleten und Handballer ist unbedingt notwendig. Die Leitung. Wochenprogramm der V. J. SL Jordania Montag, 15. Juli, 20 Uhr, c. t. Fuxenkurs. Dienstag, 16. Juli, 9 Uhr, c. t. Sport. Donnerstag, 18, Juli, 20.30 Uhr. s. t. Burschenkurs, anschließend Kneipe. Jüdischer Jugendverein. Während der Monate Juli-August finden an den Donnerstag-Abenden, von einer Ausnahme abgesehen, keine Vortragsabende statt. Um aber die beliebten Zusammenkünfte unserer Mitglieder an den Donnerstag- Abenden nicht wegfallen lassen zu müssen, finden in den beiden Monaten jeden Donnerstag-Abend, ab 20.45 Uhr, gesellige Zusammenkünfte im Hofgarten-Cafe „H e c k“ statt. Es soll nur eine zwanglose Unter-