Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 28 (12.7.1929)
- Date
- 1929-07-12
- Page
- Seite 435 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 435 Nach den Festtagen in Mährisch-Ostrau Zur Tagung des Makkabi-Weltverbandes Von Dr. A. Rosenfeld, Ehrenvorsitzender des litauischen Makkabi Über der Tagung des Makkabi-Weltverbandes und dem zweiten Turn- und Sportfest des tschechischen Makkabikreises in Mährisch-Ostrau lag eine Stimmung festlicher Freude und Weihe. Mit unauslöschbaren Eindrücken und unvergeßlichen Erinnerungen an die gemeinsam verbrachten schönen Tage im gastfreundlichen Mährisch-Ostrau kehrten Delegierte, Turner und Sportler aus nah und fern in ihre Länder zurück, um ihre Arbeit begeistert fortzusetzen. Keine Tagung des Weltverbandes war so zahlreich von vielen Ländern beschickt und nie standen die Verhandlungen auf einem derartig hohen Niveau wie gerade auf dieser Tagung, die den Beweis der starken und der erneuten Lebenskraft des Makkabitums der Welt erbracht hat. Die Bewegung befindet sich in den letzten Jahren, wie aus den Berichten des verdienstvollen und tatkräftigen Präsidenten des Makkabi-Weltverbandes, Dr. Herrmann Leiewer, zur großen Freude aller Teilnehmer zu entnehmen war, in einer aufsteigenden Linie der Entwicklung. Nichts in der Welt ist mehr imstande, den Triumphzug der Makkabiidee und der Makkabisolidarität aufzuhalten. Der nationaljüdische Sport hat seine Bürgerrechte trotzig erkämpft und das falsch© aber tief eingewurzelte Urteil von jüdischer Feigheit und körperlicher Minderwertigkeit unserer Rasse schlagend widerlegt. Aus dem Stadium der Propaganda, des Sichgeniigenlassens an bloßer Existenz und loser Vereinsverbundenheit tritt das Makkabitum in ein Stadium der Verinnerlichung, der Vergemeinschaftung und Intensivierung seiner nationalkulturellen Erziehung. In den meisten Ländern kam der Wille der in unseren Reihen stehenden Jugend, die die Trägerin unserer Zukunft ist, die Bewegung durch Zionisierung und Vergeistigung zu regenerieren, spontan und mächtig zum Ausdruck. Diese von unten kommende Bewegung unserer Jüngsten wurde von der Tagung aufs freudigste begrüßt, denn diese gewährleistet die immer steigende Entwicklung des Makkabi zu einem bedeutenden Faktor zionistischen Lebens und des Aufbaues von Erez Israel. Diesem Geiste gemäß wurde das Verhältnis zur zionistischen Organisation und dem Makkabi-Weltverband auf der Tagung breit erörtert. Aus allen Ländern, besonders aus Erez Israel, hörte man lebhaftes Klagen über mangelndes Verständnis der zionistischen Organisation für die Bestrebungen und Leistungen des Makkabi. Und doch bedeutet schon heute der Makkabi-Weltverband ein unversiegbares und unschätzbares Reservoir zionistischer Energien und Potenzen. Nur eine zionistische Politik, die für den Tag berechnet ist, kann kurzsichtigerweise am Wachstum und Aufstieg des Makkabi-Weltverbandes achtlos vorübergehen. Die Arbeit für'den K. K. L., der volkstümlichsten zionistischen Institution war seit jeher allen Landesverbänden Ehrensache und sichtbarer Ausdruck der treuen Hingabe unserer Chawerim an Erez Israel. Diese Tagung hat den inneren und herzlichen Zusammenhang zwischen dem K. K. L. und dem Makkabi erfreulicherweise noch mehr vertieft. Zum großen Teil ist dies das Verdienst des Vertreters des K. K. L., Herrn Dr. G. W o 11 s t e i n aus Jerusalem. Auf den Meetings und Sitzungen wies er auf die Pflicht der Geulath Haarez, der Erlösung des Bodens, die eine Erlösung des Volkös ist, in zu Herzen gehenden Worten hin. Dem K. Iv. L. erwächst in der Organisation nalionaljüdischer Sportbewegung ein gewaltiges und ergebenes Heer von pflichterfüllten Mitarbeitern. In Anerkennung dessen haben die Delegierten und die Gäste den Makkabi-Weltverband in das Goldene Buch des K. K. L. eintragen lassen. Den Mittelpunkt der Tagung bildete das Referat des mit großem Beifall begrüßten Vertreters des Makkabi Erez Israel, Josef Jekutieli aus Jerusalem, über eine jüdische Olympiade in Erez Israel. Der diesbezügliche Antrag, im Jahre 19'32 in Erez Israel eine jüdische Olympiade (Makkabiade) zu veranstalten, wurde von der Versammlung stehend mit einmütigem Jubel angenommen. Die Makkabiade soll eine großartige Manifestation der jüdischen Sportbewegung der ganzen Welt in und für Erez Israel werden und die zukünftige Arbeit des Landesverbandes und aller Kreise muß in erster Linie der Durchführung dieser gigantischen Aufgabe gewidmet sein. Aus den Berichten der einzelnen Makkabikreise war die sportliche und nationalerzieherische und organisatorische Vorwärtsentwicklung zu ersehen. In Palästina, Deutschland, Tschechoslowakei, Rumänien, Österreich, Ungarn, Litauen, Jugoslavien, Frankreich, Belgien, Südafrika, Argentinien, Syrien und anderen Ländern geht eine Konsolidierung der Arbeit vor sich. In Polen sollen in nächster Zeit Versuche unternommen werden, die verschiedenen Makkabivereine zu einem einheitlichen Verband zusammenzuschließen. Mit Amerika und England steht der Weltverband in Kontakt. Seitdem der Weltverband der treuen und zuverlässigen Obhut Dr. Lelewers, dem die Tagung vollsten Dank und Anerkennung ausgedrückt hat, anvertraut wurde, ist der Weltverband nicht mehr eine Fiktion, sondern eine im Bewußtsein und Herzen aller Chawerim festgegründele Realität. Es ist mit Bestimmtheit zu rechnen, daß in der nächsten Zeit die Vereinheitlichung des Makkabiverbandes durch eine straffere Organisierung große Fortschritte machen wird. Am herrlichsten kam das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Solidarität auf dein Begrüßungsabend des tschechischen Makkabikreises und dem Zug durch die Straßen Mährisch-Ostraus zum Ausdruck. Die Mährisch-Ostrauer Judenschaft gab durch ihre treu jüdische Gesinnung und Gastfreundschaft der Tagung, dem Festzug und dem Sportfeste eine feierliche und nationale Note. Der größte Saal der Stadt konnte die dichten Scharen der jüdischen Bevölkerung, die zum Begrüßungsabend herbeigeströmt waren, nicht aufnehmen und es mußte eine Parallelversammlung, die stimmungsvoll verlief, abgehalten werden. Aus den Begrüßungsreden in den verschiedensten Sprachen der Welt und aus dem gleichen Schritt und Tritt der Turner und Sportler vieler Länder konnte die jüdische Bevölkerung Mährisch-Ostraus den einen Wunsch der Makkabim aller Länder heraushören, in brüderlicher Eintracht für die körperliche und geistige Regeneration des jüdischen Volkes und für den Aufbau Erez Israels mit allen Kräften einzustehen. B. MARSTALLER kgl. Hofsattler / München Erzeugnisse unserer Großwerkstätten: Schiffskoffer / Schrankkoffer Autokoffer (D. R. Patent) Menageu. Toilettekoffer FEINE LEDERWAREN Verkaufsräume Damenstiftstraße 16 Fernruf Nr. 90939