Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 27 (5.7.1929)
- Date
- 1929-07-05
- Page
- Seite 423 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 423 Zionistische Ortsgruppe München Mittwoch, 10. Juli, abends 830 Uhr, im Steinickesaal, Adalbertstraße 15 HERZL-FEIER PROGRAMM: 1. Symphonisches Vorspiel von Heinrich Schalit Motto: Es blitzen im Grund unserer Augen Die Zinnen der ewigen Stadt Am Flügel: Der Komponist 2. Fünfundzwanzig Jahre nach Herzl Referent: Herr Jakob Reich PAUSE 3. Rezitationen aus Herzls Schriften Bernhard Renka 4. „Esthermusik“ von Heinrich Schalit Am Flügel; Der Komponist Konzertflügel von Steinway & Sohn, Hamburg- New York Alleinvertretung in München M. J. Schramm Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittspreis von RM. 1.— (für Jugendliche u. Studenten RM. —.50) erhoben. Warburg schloß seine schöne und eindrucksvolle Rede mit dem Wort „Schalom“. Dieser Friedensgruß soll die Grundlage unseres Bündnisses sein, eines Bündnisses, in dem der Kampf der Geister nicht .aufhört, sondern in größerer und besserer Form zum Ausdruck kommt, und in dem wir durch gemeinsames Tun geeint sind. Im Namen der Zionistischen Organisation heiße ich Sie in der erweiterten Jewish Agency willkommen und danke Ihnen für diese Tagung, die eine Epoche in der Entwicklung der deutschen Judenheit bedeutet. (Beifall.) C o 1. Kisch begrüßte und beglückwünschte die Tagung im Namen der Zionistischen Exekutive- Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden, Herrn Oskar Wassermann, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Arbeit der Jewish Agency eine gute Arbeit sein werde, gingen die Versammelten in' gehobener Stimmung auseinander. * * * Wenn es noch eines Beweises für die Richtigkeit der Agency-Politik Weizmanns und der Führer des Allgemeinen Zionismus in Deutschland bedurft hätte — die Tagung des deutschen Initiativ-Komitees für die Jewish Agency, die soeben in Berlin staltgefunden hat, hätte ihn erbracht. Diese Versammlung darf in der Tat als ein großes und richtungweisendes Ereignis in der Geschichte der deutschen Judenheit bezeichnet werden; ist es doch gelungen, nahezu alle Gruppen des deutschen Judentums im Zeichen des Palästinawerkes zu vereinen. Zwar stehen Centralverein und Liberale Vereinigung heute noch beiseite; da aber führende Mitglieder beider Organisationen — nicht weniger als 15 Mitglieder des Centralvereins- Hauptvorslandes — heute bereits dem Initiative-Komitee angehören, darf man wohl erwarten, daß die Palästinakonferenz, die nach der vom Initiativ-Ivomitee gefaßten Resolution so bald als möglich einberufen werden soll, auch offizielle Vertreter beider Richtungen als Delegierte sehen und damit die begonnene Kooperation zwischen Nichtzionisten und Zionisten vollenden wird. Denn dies muß allerdings immer wieder betont werden: um Kooperation, um Bündnis handelt es sich; keine Gruppe hat ihre Überzeugungen aufgegeben und auch in Zukunft darf keine dazu verpflichtet sein. Aber gerade und nur unter dieser Voraussetzung war dieser Erfolg des Palästinagedankens zu erringen; ein Erfolg, der sich, wie wir zuversichtlich hoffen, bald in einer stärkeren Verknüpfung aller Gruppen des deutschen Judentums