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Das jüdische Echo · 1929-07-05 · 27 (5.7.1929) · p. Seite 422

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
27 (5.7.1929)
Date
1929-07-05
Page
Seite 422 (sequence 6)
Language
German
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422 Das Jüdische Echo Nr. 27 Darauf wurde folgende Resolution beschlossen: Die in der Konferenz des Initiativkomitees gewählten Vertreter der deutschen Judenheit im Council der Jewish Agency erwarten die Mitarbeit der deutschen Juden an der Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina. In der Erkenntnis der historischen Bedeutung dieses Werkes rufen sie die deutschen Juden auf, den Gedanken des Aufbauwerkes, mit dessen Gelingen die Ehre des jüdischen Namens verbunden ist. in seiner vollen Bedeutung zu erkennen und die für den Aufbauplan erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach Absenduug von Begrüßungstelegrammen au Weizinann und Marshall erteilt der Vorsitzende das Wort dem Präsidenten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herrn Kurt Blumenfeld. Blumenfelds Ansprache Es ist meine Aufgabe, die gewählten Repräsentanten der deutschen Judenheit für die erweiterte Jewish Agency namens der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zu begrüßen. Sie alle haben sich in Anerkennung der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina auf der Grundlage der zwischen der Zionistischen Organisation und der amerikanischen Judenheit getroffenen Vereinbarungen entschlossen, unsere Einladung anzunehmen und die Verantwortung für die Errichtung der Jüdischen Nationalen Heimstätte in Palästina mit uns gemeinsam zu tragen. Ich weiß nicht, wie der Verlauf der Versammlung auf Sie gewirkt hat. Vielleicht hat es man¬ »Es weint und lacht klagt und jubiliert und gibt alle Gefühle und Stimmungen wieder, die nur eine Menschenbrust bewegen können!" schreibt ein begeisterter Künstler über das Schiedmayer Söhne Piano. Die vollendete Ausdrucksfähigkeit im Ton, wie die für schwere Stücke so wichtige, leichte elastische Spielart der Schiedmayer & Söhne Flügel * Pianos machen den ausgezeichneten Ruf dieser Instrumente in den Kreisen ernsthafter Musiker verständlich. 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Allen ist es ernst um die Teilnahme am Palästina- Aufbau, und es ist das gute Recht der hier vertretenen Teile der Judenheit, Wert darauf zu legen, an dieser größten Aufgabe unserer Tage unmittelbar mitzuwirken. Leider verfügen wir nicht über genügend Sitze, um alle berechtigten Ansprüche zu befriedigen. Aber nichts kann uns heute mit größerer Genugtuung erfüllen, als die lebhaften Bemühungen einzelner Gruppen um Sitze in der Jewish Agency. Was wir heute erleben, ist das Ergebnis langjähriger Arbeit, ein Ergebnis, das uns deutsche Zionisten mit Genugtuung erfüllt. Als wir mit der nichtzionistischen Welt im Keren Hajessod zu kooperieren begannen, leitete uns ein Gedanke: Wir wollten den Beweis erbringen, daß gemeinsame Arbeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten nicht zugleich auch mit Gesinnungskompromissen verbunden sein muß. Der nichtzionistische Partner sollte fühlen, daß wir dem Gedanken, die ganze Judenheit müsse ihre Kräfte für die Verwirklichung der Balfour-Deklaration einsetzen, erst den richtigen Sinn gegeben haben: Die ganze Judenheit, d. h. jeder Teil der Judenheit in seiner Ganzheit. Die mittlere Diagonale entsteht ungewollt durch die höchste Anstrengung der Partner. Der Versuch, eine solche Diagonale direkt zu ziehen, muß mißlingen. So schlossen wir ein aufrichtiges und echtes Bündnis- Uns ist feierlich zumute, wenn wir in dieser Stunde an1 den Mann denken, dessen 25jähriger Todestag in den nächsten Tagen als Tag der Erinnerung von der ganzen jüdischen Welt begangen werden wird. Theodor Herzl war entjudet, kam aus der Assimilation und kehrte als Zionist zum Judentum zurück. Er faßte den Gedanken der Lösung der Judenfrage durch die Verwirklichung des Baseler Programms, dessen Inhalt Ihnen allen heute als Balfour-Deklaration vertraut ist. Sie wissen, daß Herzls Gedanken verkannt und mißverstanden wurden, aber Sie werden heute alle zugeben, daß sie Widerhall weit über die Kreise der Zionistischen Organisation hinaus gefunden haben. Was wir heute erleben, kann seine die Judenheit überwältigende Kraft nur dann voll entfalten, wenn die zionistische Bewegung ihren echten ursprünglichen Idealen treu bleibt. Die Erinnerung an Herzl gibt uns die Zuversicht, daß der Prozeß, der sich in jenem außerordentlichen Menschen vollzogen hat, immer wieder in allen Juden stattfinden muß, die unser jüdisches Leben in der Welt zu verstehen bemüht sind. Wir Zionisten stellen uns in der Tat vor, daß ein jüdisches Palästina die Antwort auf die Judenfrage unserer Tage geben wird. Palästina wird zum archimedischen Punkt für das jüdische Leben und für die Einwirkung von Judenheit und Judentum auf die Welt. Freudig begrüßen wir die Vertreter der deutschen Judenheit. Wir empfinden tief das Glück, mit neuen Freunden zusammenzuarbeiten. Herr

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