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Das jüdische Echo · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · p. Seite 408

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
Seite 408 (sequence 8)
Language
German
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408 Das Jüdische Echo Nr. 26 Makkabim waren in vielen Ländern Träger der N.-F.- Arbeit. Auf diesem Gebiete erwachsen auch für die Zukunft dem Makkabi große Aufgaben, deren Beratung und Festlegung Gegenstand besonderer Besprechungen mit den Vertretern des Keren Kajemeth sein wird. Ein besonderes Gepräge wird die diesmalige Tagung dadurch haben, daß zwei wesentliche auf Palästina bezügliche Projekte zur Diskussion stehen. Das eine ist die zu schaffende Sports c hule in Erez Israel; ähnlich wie das schwedische Gymnastik- Institut in Stockholm, die französische Turnschule in Reims, die russische Hochschule in Moskau und die deutsche Hochschule für Leibesübungen in Berlin, soll in Palästina eine Stätte geschaffen werden, an der jüdische Turnlehrer und Sportlrainer ihre Ausbildung erfahren. Die so im Geiste des neuen Palästina Erzogenen sollen dann später als Instruktoren des Makkabi in den Ländern der Diaspora wirken. Der zweite Plan ist die in Aussicht genommene erste Jü di sche Ol vm piade (Makkabiade) in Palästina. Wie die allgemeinen Olympiaden, die im regelmäßigen Turnus von vier Jahren stattfinden, einer langjährigen Vorbereitung bedürfen, so ist auch diese jüdische Olympiade nur durchführbar, wenn sie längere Zeit hindurch umfassend vorbereitet wird. Daneben harrt, wie die an anderer Stelle bekanntgegebene Tagesordnung ergibt, eine Fülle von Aufgaben ihrer Lösung. Es gilt zunächst die bestehenden Kreise des Wellverbandes zu konsolidieren. Heute gehören dem Verband die Kreise des Erez Israel, Deutschland, Tschechoslowakei, Polen, Rumänien, Jugoslawien, Österreich und die Schweiz an. Neue Aufnahmegesuche hegen vom französischen, argentinischen und südafrikanischen Landesverband vor. Entscheidendes Gewicht muß auf die Entwicklung von Amerika gelegt werden. Hier schweben wichtige Verhandlungen mit dem J e w i s h W e 1 - f a r e B o a r d. Die Cooperation, die diese mit dem Makkabi-Well verband einzugehen beabsichtigt, wird Gegenstand besonderer Erörterungen sein. Das Kongreßprogramm wird umrahmt von einem Turn- und Sportfest, zu dem heute schon mehr als zweitausend aktive Teilnehmer gemeldet sind. Sie alle werden für die Erneuerung des jüdischen Menschen demonstrieren und Zeugnis ablegen von der Lebenskraft und dem Lebenswillen des jüdischen Volkes. Vor einem wird sich dabei, wie in seiner ganzen Arbeit, der Makkabi besonders hüten müssen, weil gerade auf seinem Arbeitsgebiet in dieser Hinsicht besondere Gefahr besteht: er muß mit aller Energie seine Menschen von allem Kraftmeiert um bewahren, sie von hochmütigem Haß und Intoleranz gegen andere fernhalten und damit dem Verhängnis unserer Zeit entgehen, das Hayes in seinem „Nationalismus“ als „patriotic snobbery“ gekennzeichnet hat. Ein neues jüdisches Geschlecht, das, von stärkstem Verantworlungsbewußtsein getragen, sich dem Volksganzen dienend einordnet, ist die Parole des Makkabitums. Zur Konstituierung der Jewish Ägency Die Gemeinden München, Hamburg und Frankfurt a. M. entsenden Vertreter in das Initiativkomitee für die Jewish Agency München, 23. Juni. (JTA.j Die Münchener jüdische Gemeinde hat den Beschluß gefaßt, Herrn Rabbiner Dr. Baerwald in das Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland zu entsenden. Hamburg, 3. Juni. (JTA.) Die jüdische Gemeinde Hamburg ist dem Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland beigetreten und hat ihren Vorsitzenden, Herrn Alfred Levy, in dieses Komitee entsandt. Frankfurt a. M., 19. Juni. (JTA.) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M. hat beschlossen, den Präsidenten der Gemeinde, Herrn Justizrat Dr. Blau, in das Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland zu entsenden. Das Initiativkomitee tritt, wie schon mitgeteilt wurde, am 26. Juni in Berlin zusammen. Verein „Esra“ und Jewish Agency Berlin, 20. Juni. (JTA.) Der Kolonisationsverein „Esra“ hat die Herren Bankier S. Seckeisohn und Rechtsanwalt Holländer in das Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland entsandt. Verband jüdischer Jugendvereine und Jewish Agency Düsseldorf, 18. Juni. (JTA.) „Der Verband der jüdischen Jugend vereine Deutschlands“ hat Rabbiner Dr. Hugo Hahn (Essen), Gerichtsassessor Herbert Felsenthal (Düsseldorf) und Fritz Schwarzschild ‘(Düsseldorf) als seine Vertreter in das „Initiativkomitee für die Erweiterung der Jewish Agency in Deutschland“ entsandt. Das Palästina-Komitee des Jewish Board of Deouties London, 17. Juni. (JTA.) Der Jewish Board of Depulies (Deputiertenrat der britischen Juden) hat in seiner gestrigen Sitzung den Bericht seines Palästina-Komitees entgegengenommen. Das Komitee hat sich unter dem Vorsitz von Nathan Laski mit einem vertraulichen Bericht über die Verfassung der Jewish Agency befaßt, wobei festgestellt wurde, daß die zwischen der Zionistischen Organisation und den verschiedenen nichtzionistischen Gruppen stattgefundenen Verhandlungen zu einem befriedigenden Übereinkommen über die meisten und wichtigsten Punkte geführt haben. Der Verfassungsenlwurf bedarf noch der Ratifizierung durch den Zionistenkongreß und den Council der Jewish Agency. Das Palästina-Komitee stimmte im Prinzip dem ihm vorliegenden Verfassungsentwurf der Agency zu, der demnächst dem Board of Deputies mitgeteilt werden wird. Dreyfus-Brodsky Vertreter der Schweizerischen Judenheit in der Jewish Agency Basel, 21. Juni. (JTA.) Die Konferenz des Verbandes der schweizerischen jüdischen Gemeinden hat sich in einer einstimmig angenommenen Resolution für die Teilnahme an der erweiterten Jewish Agency ausgesprochen. Zum Vertreter der schweizerischen Judenheit im Council der Jewish Agency wurde der Präsident des Gemeindeverbandes, Herr J. Dreyfus-Brodsky, gewählt. Rumäniens Vertreter in der Jewish Agency Bukarest, 23. Juni. (JTA.) Am 30. Juni findet in Bukarest der Kongreß der Gemeinden Altrumäniens statt, der zwei Vertreter für den Council der Jewish Agency zu wählen haben wird. Allgemein wird erwartet, daß der Präsident der Bukarester jüdischen Gemeinde, Eh Berkovici, und der Präsident der Union rumänischer Juden, Dr. W. Fildermann, die Judenheit Altrumäniens in der Jewish Agency vertreten werden.

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