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Das jüdische Echo · 1929-06-28 · 26 (28.6.1929) · p. Seite 404

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
26 (28.6.1929)
Date
1929-06-28
Page
Seite 404 (sequence 4)
Language
German
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404 Das Jüdische Echo Nr. 26 General Motors Automobile LORIN/ER & CO NymphenburgerStraße128 / Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder Stellen für eine Kostentragung nicht herangezogen werden können. Es können hierfür im laufenden Budget allerdings nur 10 000 RM. zur Verfügung gestellt werden, die nur zu einem kleinen Teil eine Entlastung der Gemeinden auf diesem Gebiete gestatten werden. — Über die Landesgrenzen hinaus beteiligt sich der Landesverband als Vertreter der bayerischen Judenheil an den Wohlfahrtsaufgaben im Reich. (Zentralwohlfahrtsslelle, Hauptstelle für Wanderfürsorge, Anstalten des DJGB, des Frauenbundes usw.) — Im Sozialetat figurieren auch die Aufwendungen für die Bildungs- und Unterrichtsanstalten. Die L e h r e r b i 1 d u n g s a n s t a 1 t e n in Würzburg und Höchberg erfordern allein an Betriebszuschüssen 58 000 RM., und die Tagung wird sich außerdem mit der Frage der MittelbeschafTung für die dringend gewordenen Baut e n der Würzburger Anstalt ernstlich zu befassen haben. Auch die R e a 1schule in F ii r t h ist zu ihrer Erhaltung auf die Beihilfe des Verbandes (1928: 15 000 RM.) absolut angewiesen. Im Reich sind es vor allem die drei R a b b i n e r s e m i n a r e , die vom Verband subventioniert werden, daneben die Gartenbauschule Ahlem, die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums und die Akademie. Abgesehen von der Unterstützung von Anstalten leistet der Verband auf j ii d i s c h - k u 1 t u r e 1 1 e m G e b i e t e Beträchtliches durch Gewährung von Stipendien, durch die von ihm in die Wege geleiteten und finanziell getragenen Arbeiten der Inventarisation j ii dis c h e r Iv u n s t d e n k m ä 1 e r und der geschichtlichen F o r s c h u n g e n. Wesentlich der Anregung des Bayerischen Landesverbandes zu verdanken ist auch die seit diesem Jahr neu erscheinende Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Für Fortbildungskurse der Rabbiner und Lehrer werden Zuschüsse gewährt. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist es, daß der Verband für J u g e n d v e r e i n e und für körperliche E r t ii e h t i g u n g der jüdischen Jugend im vergangenen Jahre 4500 RM. ausgegeben hat und für das neue Jahr 6000 RM. ins Budget einsetzt. Für die Förderung von jüdischen Siedelungen auf d e m L a n d e setzt der Verband 5000 RM. aus. In dem der Tagung vorgelegten Entwurf eines Haushaltsplans findet sich nicht eine Position, deren Einsetzung in den Etat in der Generaldebatte der vorjährigen Tagung von den Vertretern der Jüdischen V o 1 k s p a r t e i beantragt worden war: es ist eine Bewilligung für das Palästina-Aufbauwerk, den Keren H a j e s s o d. Der Antrag war im Vorjahr auf Ersuchen des Sprechers der Liberalen Fraktion für die diesjährige Tagung zurückgestellt worden. Er wird hier wiederkommen und, wie wir bestimmt erwarten, bei dem größten Teil der Versammlung bereitwillig Annahme finden. Fs wäre auch nicht zu verstehen, wenn sich die bayerische Judenheit in ihrer offiziellen Vertretung als an der bedeutsamsten Aufgabe der Judenheit der Gegenwart nicht interessiert erklären würde. Die führenden Männer des bayerischen Judentums haben längst im positiven Sinne zu der Frage des Paläslina- Aufbaus Stellung genommen. Die Kultusgemeinde München hat das in jüngster Zeit erst durch die Bewilligung eines gemeindlichen Beitrags für den Keren Hajessod und durch ihren Beitritt zum Initialiv- Ivomilee der Jewish Agency bekräftigt. Die Bundesversammlung wird durch ihren Beschluß in diesem Punkte zu beweisen haben, ob sie als wahre Repräsentation der bayerischen Judenheil auch in allgemein jüdischen Fragen anzusehen ist. Die Verbandstagung, die auch dieses Mal durch einen Bericht des Schöpfers und Präsidenten des Verbandes O b e r 1 a n d e s g e r i c h t s r a t D r. N e u m e y e r eingeleitet wird, hat neben ihrer Hauptaufgabe, der Budgetbewilligung, noch eine Reihe kleinerer Vorlagen zu erledigen, die sämtliche in das Gebiet des Ausbaus der geltenden Verbandsgesetzgebung fallen. Wir wünschen der Tagung, über deren Verlauf die nächste Nummer berichten wird, einen erfolgreichen Verlauf. Est. Quousque tandem . . . .? Aus studentischen Kreisen wird uns geschrieben: „Der Allgemeine Studentenausschuß der Technischen Hochschule München hat vor einiger Zeit folgenden Beschluß gefaßt: ,Der Asta der Technischen Hochschule München ersucht die deutsche Studentenschaft, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln eine gesetzliche Regelung dahingehend zu erstreben, daß an den deutschen Hochschulen ein numerus c 1 a u s u s für deutsche Staatsbürger jüdischer oder anderweitig nicht deutscher Abstammung eingeführt wird. Dieser Beschluß ist allen zuständigen Behörden mitzuteilen. Ebenso ist dieser Antrag sobald als möglich der Vollversammlung der Studentenschaft der Technischen Hochschule München zur Bekräftigung vorzulegen/ Tatsächlich hat nun auch der Asta diesen Beschluß der Vollversammlung der Studentenschaft der Münchener Technischen Hochschule vom 20. Juni vorgelegt. Ganz sicher scheint er dabei seiner Sache nicht gewesen zu sein, denn die Einladungen zu dieser Versammlung sind recht spät und recht spärlich erfolgt; sie sind nur an einen Teil der Korporationen hinausgegangen und in der Technischen Hochschulzeitung war Punkt 8 der Tagesordnung, Beschlußfassung über den Numerus clausus, in der Einladung nicht enthalten. Immerhin waren zu der Versammlung über 400 Studenten erschienen, das sind ungefähr 10 Prozent der Gesamtsludentenschaft. Der Beschluß des Astawurde der Versammlung durch den zweiten Vorsitzenden, einen Nationalsozialisten, bekanntgegeben. Der Beifall, den dieser dabei erntete, ließ vermuten, daß der Beschluß ohne Debatte gutgeheißen würde. Trotzdem wurde eine Diskussion herbeigeführt, die aber nicht verhindern konnte, daß der Beschluß schließlich mit 270 gegen 80 Stimmen bei 70 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Man kann darüber streiten, ob diesem Beschluß irgendwelche Bedeutung zukommt und vor allem, ob er für die Stimmung innerhalb der Studentenschaft maßgebend ist. Wir glauben, daß dem durchaus so ist; jedenfalls aber ist nun einmal Tatbestand, daß die Studentenschaft der Technischen Hochschule München den Numerus clausus für jüdische Studierende verlangt hat und daß die Gesamlstudentenschaft für diesen Beschluß des Asta infolgedessen auch verantwortlich gemacht werden muß.

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