Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · p. Seite 394

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
Seite 394 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9175998--09560-9082469
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

394 Das Jüdische Echo Nr. 25 Ansicht der revisionistischen Union, die sie auf dem Kongreß und nach dem Kongreß in der geeigneten Form und am geeigneten Ort zur Geltung bringen wird, ist in der folgenden Resolution niedergelegt, die von der Weltkonferenz der Union angenommen wurde: „Die Union ist bereit, die Vereinigung aller Kreise des jüdischen Volkes zur verantwortlichen Teilnahme an dem Aufbau des jüdischen Palästina gut zu heißen unter der bindenden Bedingung, daß die volle Souveränität -eines demokratisch gewählten Kongresses gewahrt wird, dem allein das Recht zusteht, die ganze Körperschaft der Jewish iVgency zu wählen, und vor dem die Gesamtheit der Mitglieder der Jewish Agency die ungeteilte Verantwortung zu tragen hat.“ B. Politik. 1. Kolonisationsregime. Für die Durchführung des zionistischen Programms ist die aktive Teilnahme der Staatsgewalt in Palästina unentbehrlich. Der Revisionismus fordert daher ein Kolonisationsregime, d. h. die Umwandlung der jetzigen Verwaltung Palästinas unter dem Gesichtspunkt, daß die Landesverwallung im Einvernehmen mit der Zionistischen Organisation die jüdische Einwanderung und Kolonisation aktiv fördert. Die Schaffung einer Rodenreserve, die Reform der Steuer-, Zoll-, Verkehrs- und Handelspolitik entsprechend den Bedürfnissen des aufblühenden jüdischen Gemeinwesens, Verkehrserleichterungen im Innern und mit dem Auslande, Entwicklung der Absatzmöglichkeiten, Standardisierung der Ausfuhrwaren, Förderung der Durch die Wünsche der Käufer ist die Auswahl unserer Marken bestimmt. Darum führen wir nur bewährte Fabrikate: Flügel * Pianos Harmoniums Kommen Sie zu uns und wählen Sie selbst aus. Sie finden das Instrument, das Ihnen zusagt und Zahlungsbedingungen, die Ihnen entsprechen. — Auf unser fachmännisches Urteil dürfen Sie vertrauen! Pianohaus Hirsch am Sendlingcriorplaiz München / Lindwurmstrabe 1 Kulturen durch Versuchsstationen, Ausstellungen, staatliche Fürsorge für das jüdische Schul- und Sanilätswesen entsprechend der jüdischen Steuerleistung, eine internationale Anleihe unter der Garantie der Mandatarmacht, militärische und polizeiliche Schutzmaßnahmen, die den Bestand der jüdischen Siedlungen garantieren, — das alles sind notwendige Einzelheiten der Politik eines solchen Kolonisationsregimes. Diese Forderungen stehen nicht nur im Einklang mit dem Mandat, sondern sie ergeben sich unmittelbar aus dem Wortlaut des Mandats, dessen tatsächliche Durchführung im geschilderten Sinn unablässig gefordert werden muß. 2. Volksvertretung in Palästina. Das Mandat anerkennt die bistorische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina. Das jüdische Volk ist demnach in Palästina nicht nur insoweit zur Kolonisation befugt, als es dort schon durch eine gewisse Zahl von Einwanderern vertreten ist; vielmehr hat die Gesamtheit des Volkes einen Anspruch auf Einwanderung und Kolonisation. Demnach würde die Errichtung parlamentarischer Institutionen im gegenwärtigen Zeitpunkt den Absichten des Mandats widersprechen, da die Schaffung solcher Einrichtungen vorläufig notwendigerweise ein schweres Hindernis für die jüdische Einwanderung sein müßte. 3. Verhältnis zu den Arabern. Allen Zionisten gemeinsam muß das Bestreben sein, die Beziehungen zu den in Palästina wohnenden Arabern zu freundlichen und nachbarlichen zu gestalten. Es ist aber bis zur Erlangung der jüdischen Majorität notwendigerweise mit einem gewissen Widerstand von arabischer Seile zu rechnen, der um so heftiger sein wird, wenn der Zionismus zu erkennen gibt, daß er vor der Durchführung seiner eigenen Forderungen zurückschreckt, um keinen Widerspruch bei den Arabern hervorzurufen. Auch eine schwächliche, gleichgültige oder gar zweideutige Haltung der Landesregierung kann den Widerstand der Araber ermutigen, und unter Umständen erst hervorrufen. Die Verständigung mit den Arabern ist eine ernste und wichtige Aufgabe unserer künftigen Politik, sie wird aber nur dann eine ernstgemeinte und fruchtbare sein, wenn es für alle Beteiligten feststeht, daß das Mandat seinem Wortlaut und seinem Sinne nach durchgeführt wird. Mit einer unter dem Schutze der Mandatarmacht stetig wachsenden, starken jüdischen Siedlung wird das palästinensische Arabertum sich verständigen. Bis zur Erreichung dieser Verständigung muß unsere ökonomisch-politische Arbeit mit größter Beschleunigung weitergehen, und die öffentliche Diskussion aller Verständigungsmöglichkeiten muß sparsam und mit Zurückhaltung geführt werden, damit nicht der falsche Eindruck entsteht, daß die Zionisten selbst auf die Erreichung ihrer Ziele verzichtet haben. C. Wirtschaft. Das Wirlschaftsprogramm und das soziale Programm der Union der Zionisten-Revisionisten sind aufs engste mit dem politischen Programm der Union verbunden und in entscheidendem Maße von diesem beeinflußt. Die Schaffung des Kolonisationsregimes ist die Voraussetzung wirtschaftlicher Arbeit großen Stils. 1. Intensive Landwirtschaft. Die Grundlage einer gesunden landwirtschaftlichen Kolonisation besteht in der Rentabilität jedes Betriebes. Eine solche Rentabilität kann unter den bestehenden Bedingungen in Palästina nur bei Erzeugung hochwertiger Produkte auf verhältnismäßig kleinen, intensiv bearbeiteten Parzellen, unter besonderer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.