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Das jüdische Echo · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · p. Seite 389

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 389 Sicherlich ist auch in\ Berlin noch sehr viel zu leisten. Noch immer ist die Zahl der Gleichgültigen sehr groß. Siebzig Jahre assimilatorischer Herrschaft können nicht in wenigen Monaten wettgemacht werden. Es bedarf eines lange dauernden Erziehungsprozesses, um die Gleichgültigkeit, die Fahnenflucht und die Resignation weiter jüdischer Kreise in bezug auf jüdische Dinge zu beheben. Aber der Anfang ist1 gemacht, und dieser Anfang ist etwa nicht auf gut Glück unternommen, sondern er ist ein Teil eines wohldurchdachten Programms. Die gegenwärtige Leitung der Berliner Jüdischen Gemeinde weiß ganz genau, wo»rin ihre Hauptaufgabe besteht. Die Frage der jüdischen Erziehung ist eigentlich das Kernstück ihrer aussichtsreichen in die Zukunft weisenden Tätigkeit. Darum konzentriert sich das Hauptinteresse auf das Schulwerk. Überdies wendet man zwei Gebieten besondere Aufmerksamkeit zu: Der Sozialpolitik und der Bevölkerungspolitik. Es gibt eine Fülle von sozial-ökonomischen Problemen, die auch die Juden in Deutschland nur im Wege der Selbsthilfe zu lösen vermögen. Was liegt da näher, als daß die alle Juden umfassende Organisation, die Gemeinde, in dieser Angelegenheit führend auftritt? Ebenso schwerwiegend ist die Frage des Nachwuchses. Es ist klar, daß dieses Problem ein allgemeines ist, und'1 nur in geringem Maße eine spezifisch jüdische Note trägt. Aber soweit das der Fall ist, ist es die Pflicht der jüdischen Gemeinde, darüber nachzudenken und auf Mittel und Wege zur Lösung dieser Probleme zu sinnen. Aus diesem Grunde hat die Berliner Jüdische Gemeinde sowohl im Jugendamt die Frage der jüdischen körperlichen Erziehung und die Frage der Berufsumschichtung zu ihrer Aufgabe gemacht, und ferner hat die Gemeinde ein statistisches Büro geschaffen, um zunächst in den Besitz von brauchbaren, wissenschaftlichen Unterlagen für die einzuschlagende Bevölkerungspolitik zu1 gelangen. So ist denn das Fazit der zweijährigen zionistischen Arbeit in der Berliner Gemeinde durchaus vielversprechend. Als bei den Wahlen im Mai 1926 die Vorherrschaft der Liberalen gebrochen wurde, da sagten ihre Zeitungsorgane einen Bankerott der Berliner Jüdischen Gemeinde voraus. Diese Voraussage i'st durch die Ereignisse Lügen gestraft worden. Im Gegenteil ist auf allen Gebieten des Gemeindelebens Aufschwung und Fortschritt zu verzeichnen. Den Juden in ganz Deutschland seien die Berliner Vorgänge als nachahmenswertes Beispiel empohlen. k. h. Berlin, 7. Juni. (JTA.) Die heutige Sitzung der Repräsentantenversanimlung der Berliner Jüdischen Gemeinde war der Beratung des Haushaltsentwurfes für 1929 gewidmet. Rosenthal (lib.) trug den Ausschußbericht vor. Aus ihm ergibt sich: Der Etat schließt in Einnahmen und Ausgaben ab mit 11 026 00 RM. gegenüber knapp 10 000 000 RM. im Etatsjahr 1928. Der Steuereingang übertraf im letzten Etatsjahr den Voranschlag von 6 500 000 RM. um eine halbe Million Reichsmark. An den Erhöhungen der Anschläge sind vor allem die Kapitel „Gemeindeverwaltung“ (Gehälter) und „Krankenhaus“, daneben die Zinsenlasten für die neu zu bauenden Synagogen beteiligt. I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstickareien Burgstraße 16/3J Knopflöcher Telephon 22 9 75 Einigung zwischen Zionisten und Nichtzionisten über die Verfassung der Jewish Hgency Der Agency-Council tritt am 11. August in Zürich zusammen New York, 11. Juni. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agenlur erfährt, sind die Verhandlungen, die zwischen den Herren Louis Marshall und Felix M. Warburg als den Repräsentanten der Nichtzionisten und Herrn Morris Rothenberg, Vizepräsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas, als dem Vertreter der Zionistischen Organisation, über die endgültige Form der Konstitution der Jewish Agency in den letzten Tagen geführt worden sind, zu einem vollkommen befriedigenden Abschluß gelangt. Über alle Einzelheiten der Konstitution wurde ein Übereinkommen erzielt. In der Einleitung zur Konstitution wird auf die Balfourdeklaration und das Palästinamandal Bezug genommen. Man kam ferner überein, den Council der Jewish Agency zu seiner ersten Tagung für den 11. August nach Zürich einzuberufen. Sowohl Louis Marshall als auch Felix M. Warburg erklärten, daß sie der ersten Jewish-Agency-Tagung beiwohnen werden. Delegationen in das Initiativkomitee für die Jewish Hgency in Deutschland Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund Berlin, 11. Juni. (JTA.) Der Geschäftsführende Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes hat unter dem Vorsitz seines Präsidenten Professor Dr. M. Sobernheim eine Beratung abgehalten und nach längerer Aussprache mit 12 gegen 4 Stimmen beschlossen, zwei Vertreter in das am 26. Juni in Berlin zusammentretende Initiativkomitee für die Jewish Agency in Deutschland zu entsenden. Die Herren Professor Dr. M. Sobernheim und Juslizral Philipp Salomon werden den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund in dem Initiativkomitee vertreten. Bekanntlich entsendet der Hilfsverein der Deutschen Juden die Herren Max M. Warburg, Berthold Israel und Professor Mittwoch in das Initiativkomitee für die Agency. Die Berliner Jüdische Gemeinde Berlin, 13. Juni. (JTA.) In der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde am Mittwoch, dem 12. Juni, abends, in der zunächst die Beratung des Etats für das Jahr 1929 fortgesetzt wurde, machte der Vorstand vor Schluß der Sitzung die Mitteilung, er habe gestern beschlossen, seine Mitglieder Direktor Kleemann und Kommerzienrat Gerson Simon in das deutsche Initiativkomitee für die erweiterte Jewish Agency, das am 26. Juni Zusammentritt, zu delegieren. Der allgemeine Deutsche Rabbinerverband Berlin, 16. Juni. (JTA.) Der Allgemeine Deutsche Rabbinerverband hat beschlossen, Herrn Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin) (Präsident des Verbandes), Herrn Rabbiner Dr. Horovitz (Frankfurt am Main) und Herrn Rabbiner Dr. Dienemann (Offenbach) in das deutsche Initiativkomitee für die Jewish Agency, das bekanntlich am 26. Juni in Berlin Zusammentritt, zu entsenden.

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