Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 24 (14.6.1929)
- Date
- 1929-06-14
- Page
- Seite 377 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 377 18. Zu der Dienstag, IWa Juni, 2015 Uhr, Kunstgewerbehauses, Pfandhausstr. 7, im Saal des stattfindenden Wahlversammlung der Allgemeinen Zionisten sind alle Schekelzahler herzlich eingeladen. Freie Aussprache. Referent Dr. Moritz Bileski, Berlin Thema Der XVI. Kongreß — Ein Wendepunkt der zionistischen Geschichte Der Wahlausschuß der Allgemeinen Zionisten München Dr. Siegfried Davidson Justin Lichtenauer Dr. Ignaz Emrich Jakob Reich Paul Grünbaum Dr. Berthold Weiss Bernhard Lustig und die eine Durchführung des Planes möglich macht ohne den Nachteil der Verbindung der jüdischen Heimstätte mit einer einzelnen Macht. Es entstand die Idee des Mandatsystems. Diese Lösung aller Schwierigkeiten war eine sehr glückliche. Der Zionismus in seiner jetzigen politischen Stellung ist eine der Früchte der Idee des Völkerbundes, eines der konstruktiven praktischen Resultate des Völkerhundgedankens. Palästina zeigt, daß der Völkerbund nicht eine akademische Idee ist, sondern ein praktisches Instrument der Völkerpolitik von größtem Wert. Gerade dies möchte ich besonders betonen, weil es sehr wichtig ist, daß die Menschen erkennen, daß der Völkerbund nicht nur ein Traum von Idealisten oder ein künstliches Gebilde ist, sondern ein wrohlersonnener, reiflich überlegter Plan praktischer Politik. Ich habe also ein doppeltes Interesse am Zionismus: erstens um seiner selbst willen, zweitens als ein Beweis dafür, daß die Idee des Völkerbundes richtig ist und sich bewährt hat, und daß sie geeignet ist, ein neues Stadium der Weltgeschichte im Zeichen der Völkerverbindung heraufzuführen. Ich danke Ihnen nochmals herzlich für diesen Empfang und möchte zum Schluß nur noch versichern, daß ich innerhalb der Grenzen meiner persönlichen Kräfte und Möglichkeiten stets auch weiterhin ein Anhänger der zionistischen Idee und ein aufrichtiger Förderer der zionistischen Sache sein werde.“ (Lebhafte Akklamation.) I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten,KostUmstickar eien BurgstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 Schwere antijüdische Husschreitungen in Lemberg und Wien Lemberg, 7. Juni. (JTA.) In Lemberg, der Hauptstadt Ostgaliziens, die nach dem Kriege der Schauplatz eines der furchtbarsten Judenpogrome der Weltgeschichte gewesen ist, kam es am 3. Juni zu schweren antijüdischen Ausschreitungen, die ihren Ausgangspunkt darin hatten, daß antisemitische Provokatoren Gerüchte verbreiteten, die Juden hätten die katholische Religion geschmäht, indem sie aus den Fenstern ihrer Wohnungen Steine auf eine katholische Prozession geworfen haben. Es hieß auch, daß die Schüler des jüdischen Gymnasiums in der Zygmuntowska-Gasse die Prozession mit einem Hagel von Ziegelsteinen überschütteten. Die nationalistisch-antisemitischen Zeitungen gaben diese Gerüchte als Tatsachen wieder und forderten die Bevölkerung auf, Genugtuung zu verlangen. Daraufhin demonstrierten große Gruppen nationalistischer polnischer Studenten in den Straßen, mißhandelten jüdische Passanten, wobei es zu Zusammenstößen mit Gruppen jüdischer Studenten kam, die sich den Huligans entgegenstellten. Am Abend wiederholten sich die Unruhen in noch stärkerem Maße. Nationalistische polnische Studenten und andere verhetzte junge Leute drangen in das Gebäude der polnisch-jüdischen Tageszeitung „Chwila“ ein und zerstörten die Inneneinrichtung. Zwei andere Gruppen versuchten mit Gewalt in das jüdische Studentenheim und in das jüdische Gymnasium in der Zygmuntowskagasse einzudringen. Die Polizei zerstreute die Demonstranten und nahm insgesamt vierzig Verhaftungen vor. In der Synagoge in