Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- Seite 363 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 363 semitischen Gruppe zusammenschloss.en, die die jüdischen Studierenden der landwirtschaftlichen Hochschule unablässig verfolgte. Die russischen Studenten erklärten, die Juden hätten Rußland okkupiert und die echtrussischen Leute aus Rußland vertrieben. Der Gruppe gehören auch polnische Nationalisten und rumänische Cuzisten an. Die in Gembloux studierenden zwanzig jungen Juden, die sich als Chaluzim für Palästina vorbereiten, hatten' unter den antisemitischen Verfolgungen sehr viel zu leiden. Schapiro selbst, der das Hebräische Gymnasium und das Lehrerseminar in Tel-Awiw absolviert hat, wollte sich in Belgien zum Landwirt ausbilden. Seinen Unterhalt verdiente er sich als Bahnarbeiter. Unter der belgischen Judenheit hat die Tat Schapiros einen niederdrückenden Eindruck gemacht, um so mehr, als die belgische Presse ohne jedes Verständnis für die tieferen Hintergründe des Falles Michelson als das tragische Opfer eines „kommunistenfreundlichen Palästinajuden“ hinstellt. Mordechai Schapiro wurde nach den ersten Verhören gegen eine Kaution von 20 000 Francs in Freiheit gesetzt. Der Dekan der landwirtschaftlichen Hochschule, der eine sehr gute Meinung von Schapiro hat, ersuchte die Behörden, Schapiro die Gelegenheit zu geben, in diesem Monat seine Abschlußprüfung zu machen. Nach polizeilicher Darstellung hat sich der Vorfall wie folgt zugetragen: Schapiro kam mit Michelson in einen Wortwechsel, wobei Michelson dem Schapiro das Schimpfwort „feiger käuflicher Jude“ zurief, woraufhin Schapiro seinen Gegner angriff. Die jüdischen Studenten mißbilligen zwar jeden terroristischen Akt, sie erklären aber, daß sie zufrieden seien», daß durch diesen Zwischenfall endlich die antisemitischen Treibereien, unter denen sie soviel zu leiden hatten, entlarvt und vielleicht in Zukunft verhindert würden. * * * Die Tat des Studenten Schapiro kann von keinem jüdischen Standpunkt aus gebilligt werden. Sie ist ein persönlicher Akt eines gereizten Menschen, der sich rächen wollte. Auch im Falle Schwarzbart, der den Attaman Petljura erschoß, hat die jüdische Öffentlichkeit bei aller Verurteilung der Pogrome und der Pogromanstifter es abgelehnt, in Schwarzbart ein legitimes Werkzeug jüdischer Vergeltung zu erblicken. Im Fall Schapiro scheint es sich um eine Nachahmung der Tat Schwarzbarts zu handeln. Wir haben die Originaltat verurteilt und müssen uns auch gegen ihre Nachahmungen aussprechen. 14 Juden im neuen britischen Parlament — Sir Herbert Samuel und James de Rothschild gewählt London, 2. Juni. (JTA.) Im neugewählten englischen Parlament werden 14 Juden sitzen: Von der Liberalen Partei Sir Herbert Samuel, James de Rothschild und Major H. L. Nathan, die neugewählt wurden, sowie die früheren liberalen Unterhausmitglieder Major Hore-Belisha und Percy H. Harris. Der frühere liberale jüdische Abgeordnete E. A. Strauß ist in der Minderheit geblieben. Ferner alle bisherigen jüdischen Konservativen, und zwar Sir Philip Sassoon, M. A. Samuel, Major Isidore Salmon, Major J. Brunei- Cohen, Sir Walter de Frece und Samuel Samuel mit Ausnahme von Samuel Finburgh,, der nicht wieder kandidiert hat. Zu den beiden bisherigen jüdischen Mitgliedern der Fraktion der Arbeiterpartei, Emanuel Shinwell und Colonel Harry Day, kam jetzt ein drittes jüdisches Mitglied hinzu: Dr. G. E. Spero. Tagung des amerikanisch-jüdischen Kongresses Der amerikanisch-jüdische Kongreß, der soeben in Atlantic-City unter dem Vorsitz von Stephan Wise seine diesjährige Jahrestagung: abhielt, faßte einen einstimmigen Beschluß, worin die Erweiterung der Jewish Agency begrüßt wird. Stephan Wise stimmte gleichfalls dafür mit dem Vorbehalt, er werde auf dem XVI. Kongreß für genaue Einhaltung der früheren Kongreßbeschlüsse eintreten. Der Kongreß faßte ferner eine Resolution, wonach eine Arbeitsgemeinschaft mit dem American Jewish Committee (Marshall-Gruppe), zu dem bisher tiefe Gegensätze bestanden, für wünschenswert erklärt wird. Dr. Sliosberg und Dr. Gottlieb (Warschau) hielten Referate über die Lage der Juden in Osteuropa. Da Wise eine Wiederwahl ablehnte, wurde R.-A. Bernhard Deutsch zum Präsidenten gewählt. Palästinawanderung im April Jerusalem, 2. Juni. (JTA.) Im April wanderten in Palästina laut offizieller Statistik 417 Personen, unter ihnen 322 Juden, ein. In dem gleichen Monat wanderten 172 Personen, unter ihnen 70 Juden, aus. Der Überschuß der jüdischen Einwanderung über die Auswanderung steigert sich in den letzten Monaten progressiv. Im März waren 452 Personen, unter ihnen 375 Juden, eingewandert. 236 Personen, unter ihnen 155 Juden, verließen im März das Land. Ihre Entscheidung beim Kauf eines Qualüäis-Instrumentes, das Ihnen immer Freude bereiten soll, ist gewiß nicht einfach Aber Sie soll Ihnen leicht fallen und sie wird Ihnen leicht fallen,wenn wir Ihnen bei der Wahl eines Flügel * Pianos Harmoniums mit unserer jahrzehntelangen Facherfahrung zur Seite stehen. Wir wissen, daß nur ein dauernd zufriedener Kunde unser Ansehen stärkt! Es ist deshalb unser Prinzip, als alleinige Niederlage leistungsfähiger führender Firmen des Klavier- und Harmoniumbaues, ln den verschiedenen Preislagen nur das Bestmögliche zu liefern. 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