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Das jüdische Echo · 1929-06-07 · 23 (7.6.1929) · p. Seite 359

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
23 (7.6.1929)
Date
1929-06-07
Page
Seite 359 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 359 Vorsitzender M o t z k i n betont in seiner hebräischen Eröffnungsansprache, daß er Erez-Israel um Verzeihung bitte, wenn gegen den Willen der Teilnehmer des A.-C., aber durch den Zwang der Verhältnisse die Sitzung außerhalb Palästinas stattfindet. Das A.-C. hört stehend einen Nachruf des Vorsitzenden für den verstorbenen verdienstvollen russisch-zionistischen Führer Dr. Kohan- Bernstein an. Mit Zustimmung wird zur Kenntnis genommen, daß den aus Gesundheitsrücksichten abwesenden Mitgliedern der Exekutive, Prof. W e i z m a n n und Louis L i p s k y , telegraphisch die Wünsche auf vollständige Genesung übermittelt werden. Auf der Tagesordnung stehen die Fragen der Jewish Agency, der Gestaltung und dem Inhalt des XVI. Zionistenkongresses und die Behandlung von Interpellationen. Die Jewish-Agency-Frage Col. Kisch erstattet Bericht! über die von ihm in Amerika geführten Verhandlungen betreffend die Jewish Agency seit der letzten Dezembertagung des A.-C. Er hebt hervor, daß diese Verhandlungen in einem Ifreundschaftlichen Geiste geführt wurden, und daß in den hauptsächlichsten Fragen eine befriedigende Lösung gefunden wurde. Rosenblüth ergänzt den Bericht Col. Kischs durch ausführliche Mitteilungen über die vorgeschlagene Verfassung der erweiterten Jewish Agency. Nach den Berichten der Exekutive beginnt die allgemeine Aussprache. Bei der zweiten Sützung am 31. Mai, 4 Uhr nachmittags, waren außer den bereits genannten Teilnehmern noch anwesend: die Mitglieder und Ersatzmitglieder des A.-C. Alfred Berger, Lazarus Barthi, Farchy (Sofia) und Prof. Dr. Hermann Pick. Ferner der politische Sekretär der Exekutive, Leonard Stein. Die Nachmittagssitzung war ausgefüllt durch die allgemeine Aussprache über den Entwurf der Verfassung der erweiterten Jewish Agency. Es sprachen eine große Zahl von Mitgliedern des A.-C. Sie beschäftigten sich sowohl mit den prinzipiellen Punkten des Entwurfes wie auch mit den vorgeschlagenen organisatorischen Einzelheiten. Vor Schluß der zweiten Sitzung gelangte ein längeres Schreiben Dr. Chaim Weizm a n n s zur Verlesung, in welchem Weizmann bedauert, aus Gesundheitsrücksichten nicht an der Tagung des A.-C. teilnehmen zu können. Er hofft zuversichtlich, nach seiner Genesung auf dem Kongreß die bei der gegenwärtigen Tagung Versammelten wiederzusehen. Im weiteren Verlauf seines Briefes äußert sich Dr. Weizmann zu den verschiedenen mit der Erweiterung der Jewish Agency verbundenen Problemen und betont, er sei auf Grund seiner Verhandlungen mit den Führern der amerikanischen Nichtzionisten überzeugt, daß unsere nichtzionistischen Freunde von unserer Arbeit in Palästina tief berührt sind, und zwar hauptsächlich von der Größe der Leistung und von der heroischen Art, in der diese Leistungen vollbracht wurden. Die Konferenz der Juden in England, die vor kurzem stattgefunden hat, wie auch die Antworten auf unsere Einladungen an die verschiedenen jüdischen Gemeinschaften in der Welt sind ein ermutigendes Zeichen des wachsenden Interesses und des Wunsches großer jüdischer Kreise, mit uns an der schwierigen Aufgabe des Aufbaues der jüdisch-nationalen Heimstätte mitzuarbeiten. Zum Schluß gibt Weizmann seine überaus befriedigenden Eindrücke über die neueste Entwicklung in Palästina wieder und erörtert die wichtigsten kolonisatorischen Aufgaben der nächsten Zeit. In der dritten Sitzung am 1. Juni, halb 10 Uhr abends, wird zunächst die allgemeine Aussprache fortgesetzt. An der Sitzung nehmen außer den bisher Erschienenen noch teil: von der Exekutive Prof. Brodetzky, von den A.-C.-Mitgliedern Dr. Chaim A r I o s o r o f f, Dr. Hugb Herrmann, Dr. Emil Schmorak sowie als Kongreß-Jurist Dr. Siegfried Moses. Ferner der vom Vorsitzenden Leo Motzkin herzlich begrüßte Rabbi Masliansky aus Neuyork, einer der ältesten Zionisten Amerikas. Nach Abschluß der Generaldebatte geben namens der Exekutive Colonel Kisch und Rosenblüth ausführliche Erklärungen zu den Bemerkungen der einzelnen Diskussionsredner ab und erklären sich mit vielen Anregungen einverstanden. Bei der nach einer Geschäftsordnungsdebatte vorgenommenen Wahl einer Kommission von 19 Mitgliedern werden für die Allgemeinen Zionisten Berligne, Feiwel, Farchy, Halpern, Hindes, Landsberg, Klee, Motzkin, Reich und Rosenblatt, für den Misrachi Federbusch, Fischmann und Nurok, für die Hitachduth Arlosoroff und Sprinzak, für die Poale Zion Kaplansky und Ben Gurion, für die Radikalen Soloweitschik und für die Revisionisten Lichtheim gewählt. Die Kommission wird beauftragt, in der am 2. Juni, nachmittags, stattfindenden Plenarsitzung Bericht zu erstatten. Anfragen und Interpellationen 4. Sitzung des Aktions-Comitees (Sonntag, den 2. Juni 1929, 4 Uhr nachmittags.) Dr. Tartakower (Hitachduth) begründet ausführlich eine Interpellation betreffend gewisse finanzielle Fragen, die mit der AJijah und Hachscharah Zusammenhängen. Insbesondere fordert er, daß bei der neuen Alijah die Immigrationssteuern und Gebühren, die bei der Landung zu zahlen sind,, von der Exekutive getragen werden. Im weiteren Verlauf seiner Rede gibt der Interpellant ein Bild der gegenwärtigen Situation der Hachscharah-Institutionen des Hechaluz und erläutert die Notwendigkeit eines Ausbaus dieser Institutionen, damit in der sachgemäßen Vorbereitung der Chaluzim für Palästina keine Unterbrechung eiptritt. Er beantragt, zur Deckung der Kosten eine Sonderaktion durchzuführen. Colonel Kisch erklärt in seiner Antwort, daß die Exekutive keine Möglichkeit hat, außerhalb des Budgets über Beträge zu disponieren. Nach Meinung der Palästina-Exekutive sollen die Kosten der Chaluz-Immigration aus den einzelnen Ländern in diesen Ländern aufgebracht werden. Was die Hachscharah betrifft, so bedürfe auf Grund der letzten Erfahrungen das ganze System einer gründlichen Revision, und die Exekutive werde zu diesem Zweck einen Sachverständigen in die einzelnen Länder senden. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte, fn deren Verlauf die Herren Dr. Melzer,, Dr. Federbusch, Berl Kaznelson, Sam Cohen, Ben Gurion, Schmorak, Levite, Prof. Pick u. a. das Wort er- I. MÜNCHENER PUSSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstlcker eie n BurgstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75

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