Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 22 (31.5.1929)
- Date
- 1929-05-31
- Page
- Seite 346 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9175981--09497-9082406- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
346 Das Jüdische Echo Nr. 22 Die Konferenz der ostgalizischen Zionisten beendet — Verständigung mit der Opposition Lemberg, 22. Mai. (JTA.) Die Konferenz des zionistischen Landesverbandes Ostgaliziens, die in Stry stattfand, ging zu Ende, nachdem es zu einer Verständigung zwischen der Executive mit der Opposition über die Stellung der galizischen jüdischen Deputierten im jüdischen Parlamentsklub, über den Zusammenschluß der zionistischen Landesverbände zu einer Reichspartei und über die Vertretung der Opposition in der neuen Leitung gekommen war. Die Konferenz nahm die Mitteilung über die Verständigung mit stürmischen Zustimmungskundgebungen auf. Nachdem Dr. Rotenstreich über die wirtschaftliche Lage der Juden in Polen, Senator Dr. Schreiber über Kulturfragen und Dr. Schmorak über die Jewish Agency und die von den galizischen Delegierten auf dem Zionistenkongreß einzunehmende Haltung referiert hatten, wurde eine Resolution angenommen, in der Dr. Leon Reich und der bisherigen Executive Vertrauen und Dank ausgesprochen werden. Es wurde beschlossen, in der Agencyfrage mit den allgemeinen Zionisten zusammenzugehen. Die revisionistischen Delegierten demonstrierten gegen diesen Beschluß durch das Absingen der „Hatikwah“. In die neue Executive wurden gewählt: Dr. Leon Reich als Präsident, Dr. Schmorak, Dr. Sommerstein und Dr. Kimmeimann als Vizepräsidenten, Dr. Rotfeld als Generalsekretär, ferner die Herren Madfis, Dr. Richter, Zeger, Dr. Zellermeyer, Dr. Rosmarien, Dr. Schreiber, Stup, Ing. Landau und Dr. Rattner. Die italienische Kammer stimmt dem Gesetz über die Ausübung der nichtkatholischen Kulte zu Rom, 23. Mai. (JTA.) Die italienische Kammer nahm heute die Vorlage betreffend die Ausübung der nichtkatholischen Kulte in Italien an. Bei der Aussprache wurde ein Abänderungsantrag angenommen, wonach die vor nichtkatholischen Geistlichen eingegangenen Ehen nicht erst vom Augenblick ihrer Eintragung ins Standesamtregister, sondern schon vom Tage ihres Abschlusses vor dem Geistlichen zivilrechtliche Folgen haben. — Für das italienische Judentum hat das neue Gesetz weittragende Bedeutung. Der Kongreß der Völkerbund-Union — Die Fragen Palästinas und der Yemen-Juden verschoben Madrid, 24. Mai. (JTA.) In der Vollsitzung des Kongresses der Union der Völkerbundgesellschaften hielt Herr Leo Motzkin, der Delegierte der palästinensischen Völkerbundliga, der bekanntlich Mitglied des Präsidiums des Kongresses der Minderheitsvölker ist, eine Rede über die aktuellen Minderheitenprcbleme und wies auf die besondere Wichtigkeit der Behandlung dieser Probleme hin zu einer Zeit, wo sie im Völkerbund neuerdings zur Behandlung, eventuell Revidierung stehen. Er beantragte, im September, gleichzeitig mit der Session der Minderheiten-Kommission, eine Tagung des Generalrates der Union abzuhalten. Der italienische Vertreter Signor Gianini widersprach diesem Vorschlag und äußerte dabei, die jüdischen Völkerbundligen mögen finanzkräftige Körperschaften sein, die ihren Delegierten ermöglichen können, sehr viel herumzureißen, die anderen Gesellschaften verfügen über solche Mittel nicht. Diese Bemerkung des Italieners hat um so mehr Verwunderung geweckt, als die jüdischen Völkerbundgesellschaften zu dem Kongreß in Madrid überhaupt keine Vertreter entsandt haben, und sich nur die Palästinaliga vertreten ließ. Die juridische und politische Kommission des Kongresses hat 23 Anträge für das Plenum vorzubereiten. Da sie mit allen nicht fertig werden konnte, wurde die Behandlung mehrerer Resolutionen, so u. a. auch die Resolution der argentinischen Völkerbundliga zugunsten des jüdischen Nationalheims, für den kommenden Kongreß verschoben. Wie der JTA-Vertreter erfährt, beabsichtigt die argentinische Liga, ihre Resolution dem nächsten Kongreß in entsprechend abgeänderter Form vorzulegen. Die Anträge der jüdischen Völkerbundliga Bulgariens bezüglich der Sklaverei im Nahen Osten und der Behandlung der Juden im Yemen ist infolge Abwesenheit eines Vertreters dieser Liga für die nächste Session verschoben worden. Die Tote-Meer-Konzession unterzeichnet London, 23. Mai. (JTA.) Die an den palästinensischen Ingenieur Novemeysky und den englischen Major Tulloch verliehene Konzession zur Ausbeutung der Salze des Toten Meeres ist nun definitiv in Kraft getreten. Heute nachmittag wurde der Konzessionsvertrag im Büro der britischen Kronagenten unterzeichnet. Im Namen der palästinensischen und der transjordanischen Regierung setzte der Chef-Kronagent seinen Namen unter das Dokument; im Namen des Konsortiums der Konzessionäre Unterzeichnete Novomeysky und Tulloch. Mit dieser Unterzeichnung haben die seit Anfang 1921 zwischen Novomeysky und der britischen Regierung fast ununterbrochen geführten Verhandlungen ihren endgültigen Abschluß gefunden. Wie in einem vor kurzem erschienenen Weißbuch der britischen Regierung, die die Dokumente betreffend die Tote-Meer-Konzession enthält, mitgeteilt wurde, wird der Earl of Lytton Präsident der zu bildenden Gesellschaft für Ausbeute der Salze des Toten Meeres sein. Dem Direktoren- Fortsetzung siehe Seite 349 XVI. ZIONISTEN-KONGRESS Nur noch wenige Tage stehen uns zur Schekelaktion zur Verfügung. Diese Zeit nutze und wirb für den Schekel! Schluß der Aktion 10. Juni Die Schekelblockinhaber werden gebeten, bis Donnerstag, den 6.Juni,die Blocks abzuliefern (Herzog-Rudolf-Str.l) Zionisten,kauft und verbreitet den Schekel!