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Das jüdische Echo · 1929-05-31 · 22 (31.5.1929) · p. Seite 343

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
22 (31.5.1929)
Date
1929-05-31
Page
Seite 343 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 343 über die ganze Welt zerstreuten jüdischen Volkes wesentlich gefördert wurde. Allein diese gefühlsmäßige Fundierung des jüdischen Aufbauwillens bedeutet für eine sozialprogressive Erneuerung des jüdischen Volkes keinerlei Hindernis und kann überdies mit Hilfe der sozialistischen Aufklärung zu einem Faktor internationaler Verständigung und Versöhnung werden. Die britische Arbeiterpartei und Palästina Eine bedeutungsvolle Erklärung des Parteivorsitzenden Morrison London, 18. Mai. (JTA.) Bei einem unter dem Vorsitz von Betram Jacobs stattgefundenen, von dem politischen Komitee der Poale Zion zu Ehren des hervorragenden Volkswirtschaftlers R. H. Tawney aus Anlaß seiner Rückkehr aus Palästina gegebenen Empfang hielt Herr Herbert Morrison, der Vorsitzende der nationalen Exekutive der britischen Arbeiterpartei, eine Ansprache, in der er den Standpunkt der Labour Pahty zur Frage der jüdischen Heimstätte in Palästina nochmals darlegte. Er führte aus: Wir begleiten mit großer Sympathie die Anstrengungen des jüdischen Volkes, seine Heimat in Palästina wieder aufzubauen, sowie den Versuch, einen jüdischen Staat erstehen zu lassen. Wir haben Interesse an der Errichtung einer jüdischen Heimstätte und eines jüdischen Staates in Palästina; wir haben dieses Interesse bereits manifestiert, als noch Schwierigkeiten bezüglich der Annahme des Palästina-Mandates durch England bestanden. Wir haben, fuhr Morrison fort, vom Standpunkt der Arbeiterschaft aus die interessante Entwicklung in Palästina verfolgt. Auf der Brüsseler Konferenz der Sozialistischen Internationale begegnete ich vielen Freunden, die sich begeistert über das Palästinawerk aussprachen. Einer von diesen war Herr Vandervelde. In Palästina ist eine jüdische Arbeiterbewegung entstanden, die mit unserer Arbeiterinternationale verbunden 'ist. Die britische Arbeiterpartei ist froh zu wissen, daß sie eine Schwesterpartei in Palästina hat. Der Vertreter des Internationalen Arbeitsamtes bei der permanenten Mandatskommission des Völkerbundes, Herr H. A. Grimshaw, der mit Tawney zusammen in Palästina geweilt hat. schrieb an die Versammlung: Die von der jüdischen Arbeit in Palästina ausgehende Inspiration teilte sich auch mir mit; von neuer Hoffnung und neuem Mut beseelt kehre ich nach Genf zurück. Allgemein ist es das menschliche Los, sich für eigenen Unterhalt und fremden Profit zu mühen. Es ist gut ein Volk zu wissen, das für die Verwirklichung eines großen Ideals arbeitet. Ich glaube an den Erfolg unserer großen Freunde in Palästina und glaube auch, daß ihr Werk uns bei der Lösung einiger unserer eigenen Probleme von Nutzen sein wird. Ich werde den Fortschritt in Palästina mit stärkstem Interesse verfolgen. Herr Tawney berichtete im einzelnen, was er und Grimshaw in Palästina gesehen und erlebt haben. Wir haben, sagte er, ein Dutzend jüdischer landwirtschaftlicher Siedlungen besucht und waren um so mehr von den Leistungen der jüdischen Arbeiter beeindruckt, als sich hier die Schwierigkeiten eines alten und die eines neuen Landes vereinen. Die jüdische Siedlung in Palästina ist das erste und größte Stück sozialistischer Kolonisation in der Welt; ihre Erfahrungen werden allen ähnlichen Experimenten zugute kommen. In Palästina selbst sind die wirtschaftlichen Aussichten für Kolonisation bedeutend. Die jüdischen Einwanderer halten einen hohen individuellen Lebenstypus aufrecht und entwickeln eine neue Form des sozialen Lebens. Es wird wirkliche Aufbauarbeit geleistet. Professor Selig Brodetsky, Mitglied der Zionistischen Exekutive, sagte, er sei ebenfalls Mitglied der Arbeiterpartei, er spreche aber hier nicht als Arbeiterparteiler, sondern als Jude. Die Verwirklichung von Arbeiter- Ideen in Palästina sei nichts anderes als die Verwirklichung jüdischen Idealismus. Man braucht die Einmischung der Kapitalisten in das Palästinawerk nicht zu fürchten; die palästinensischen Arbeiterführer werden schon wissen, wie sie das in Palästina einströmende Kapital nutzen sollen. Professor Brodetsky wies auf das Problem der zwei besonderen Lebensstandards in Palästina hin und sagte, die jüdische Arbeiterschaft erstrebe es nicht, den höheren Typ des besser bezahlten Arbeiters zu repräsentieren, wobei der Araber niedere Arbeit für niedrige Löhne verrichten soll. Die Hoffnung der jüdischen Arbeiterschaft ist es, den arabischen Lebensstandard entwickeln zu helfen, daß er sich dem ihren annähere. Bevor noch ein den Namen Chaim Weizmann tragender Lehrstuhl für internationalen Frieden an der Hebräischen Universität gestiftet wurde, wußte ich, daß Weizmann sehr für die Schaffung von besseren Beziehungen zwischen dem arabischen und dem jüdischen Volke ist. Delegiertentag der deutschen Agudas Jisroel Für Zusammenarbeit mit Gemeinde-Orthodoxie und Eintritt in die Jewish Agency Leipzig, 22. Mai. (JTA.) Sonntag, den 19. und Montag, den 20. Mai, wurde in Leipzig der Delegiertentag der deutschen Agudas Jisroel unter Vorsitz von Oberrabbiner Dr. Spitzer (Hamburg) abgehalten. Dem Präsidium gehörten, außer dem Vorsitzenden der Organisation, die Herren Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann (Breslau) und Julius Löwenthal (Eschwege) an. Nach den Begrüßungsansprachen wurden nacheinander Berichte seitens der Leitung der Landesorganisation, der Palästinazentrale, der Jugendorganisation und des Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel erstattet, während der deutsche Keren Hathora seinen Bericht gedruckt vorlegte. Die Einnahmen und Ausgaben der verschiedenen Fonds während des Jahres 1928 belaufen sich auf annähernd 250 000 RM. Namens des Geschäftsführenden Ausschusses der Weltorganisation der Agudas Jisroel sprach Dr. Pinchas Kohn (Wien). In der außerordentlich lebhaften Generaldebatte, die sich an die Berichte anschloß, bildete den Mittelpunkt die Regenmäntel für Damen und Herren Sporthaus BIB Katalogkostenlos! MÜHCllGII, ROSWSlfBBfi €

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