Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- Seite 330 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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330 Das Jüdische Echo Nr. 21 Siedlungen zu verlassen und1 nach Sibirien auszuwandern. Die jüdischen Neusiedler, erzählt Prof. Bruk, die mehr oder weniger von außen mit Nahrungsmitteln versorgt werden, wollen in ihren Wirtschaften verbleiben. Sie haben am 15. April mit der Bestellung der Felder angefangen, mußten aber einige Tage darauf wegen der neueingebrochenen abnormen Kälte die Arbeit einstellen. Heute leben 500 Juden in Biro-Bidschan. Die jüdischen Kolonisten siedeln sich in der Nähe der Eisenbahn an, weil sich ihnen dort die Möglichkeit bietet, auch außerhalb der landwirtschaftlichen Betätigung Arbeit zu bekommen. Da die Aussaatbedingungen in diesem Jahre ungünstig sind, gehen die Juden zur Viehufnd Bienenzucht über. Die geplante Anlegung von Reisplantagen wurde verschoben, weil die hierzu notwendigen 150 000 Rubel noch fehlen. % Hohe Auszeichnung für den Erfinder des Mikrophons Emil Berliner Washington, 29. April. (JTA.) Das Franklin-Institut in Philadelphia hat die Franklin- Medaille., die höchste Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen in Amerika, dem bekannten Erfinder des Telephon- und Radio-Mikrophons Emil Berliner verliehen. Emil Berliner kam vor 59 Jahren als armer Junge nach den Vereinigten Staaten, wandte sich hier technischen Studien zu und hat eine Reihe Erfindungen gemacht, die seinen Namen in der ganzen Welt berühmt machte. Eine seiner ersten Erfindungen war die des akustischen Zylinders zur Verbesserung der Akustik in Sälen und Gebäuden. Emil Berliner ist Jude und lebt in Washington. Verhandlungen des Misrachi mit Agudas Jisroel zwecks Erhöhung der orthodoxen Vertretung in der Jewish Agency Jerusalem, 13. Mai. (JTA.) Die Leitung der Misrachi-Organisation führt gegenwärtig in Jerusalem mit der Leitung der Agudas-Jisroel-Organisation und mit Vertretern anderer orthodoxer jüdischer Richtungen in Europa und Amerika Verhandlungen mit dem Ziele, die Vertretung der Orthodoxie in der erweiterten Jewish Agency auf eine möglichste Höhe zu bringen. In einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter sagte der Präsident des Welt-Misrachi, Rabbi Mayer (Berlin), er hoffe, daß von den sechs Vertretern Palästinas in der Jewish Agency zwei dem Misrachi angehören werden. Der Misrachi hoffe, auf dem XVI. Zionistenkongreß in Zürich über 25 bis 30 Prozent der Gesamtdelegiertenschaft zu verfügen. Das Kongreßwahlprogramm des Misrachi werde in kurzem veröffentlicht werden. Der Misrachi mache in Polen, der Tschechoslowakei und in Rumänien gute Fortschritte und führe gegenwärtig auch in Frankreich und England eine erhöhte Werbetätigkeit durch. Ein Klagemauer-Memorandum des Waad Leumi und Agudas Jisroel Jerusalem, 15. Mai. (JTA.) Der Waad Leumi, die Oberrabbiner Kook und Jacob Meir und die palästinensische Agudas Jisroel haben gemeinsam der Palästinaregierung ein Memorandum überreicht, in welchem die Einstellung der von den Moslemiten an der Klagemauer vorgenommenen Bauarbeiten, die eine eklatante Verletzung des Status quo bedeuten, gefordert wird. In dem Memorandum wird festgestellt, daß die an der Klagemauer rechts gebaute Moschee einen direkten Zugang zur Omar-Moschee an der Klagemauer vorbei schafft. Kraftwagen und Eisenbahnen in Palästina Berlin, 17. Mai. (JTA.) Der Reichsverband der Automobilindustrie Deutschlands teilt mit, daß in Palästina allmählich eine Abwanderung des Personenverkehrs von den Eisenbahnen auf das Automobil vor sich geht. So verkehrten 1927 allein auf der Strecke Jaffa—Jerusalem 35 Automobilomnibusse. Auch für den Verkehr von Jerusalem nach Haifa fanden Omnibusse zu billigen Tarifen steigende Verwendung. Diese Tendenz wurde durch fortschreitenden Ausbau und Verbesserung des Straßennetzes nur gefördert. Immerhin hat die Wirtschaftsdepression bewirkt, daß die Zahl der eingeführten Kraftfahrzeuge von 766 im Jahre 1926 auf 572 im Jahre 1927 zurückgegangen ist. Die Einfuhr von Kraftfahrzeugen weist den Wert von 104 390 Lp. auf, an der Deutschland mit 299 Lp. beteiligt war. Die größte Zahl von Automobilen kam aus den Vereinigten Staaten. Ende 1927 wurden in Palästina 2208 Kraftfahrzeuge gezählt, d. h. auf 352 Einwohner entfällt ein Kraftfahrzeug. Eine neue Heilquelle in Tiberias entdeckt Jerusalem, 15. Mai. (JTA.) Während der Anlage des Kolonisationswerkes in Tiberias wurde eine neue Springquelle entdeckt, die im Gegensatz zu den bisherigen Springquellen kalt ist, aber heilende Salze enthält. Die wissenschaftliche Untersuchung der neuen Quelle ist noch nicht abgeschlossen. Die Gehaltsrückstände an die hebräischen Lehrer ausgezahlt Jerusalem, 17. Mai. (JTA.) Die Zionistische Exekutive und die Leitung des Keren Hajesscd haben die gesamten Gehaltsrückstände aus dem Jahre 1927 an die Lehrerschaft der hebräischen Schulen voll ausgezahlt. Auf diese Weise ist ein Konfliktstoff, der wiederholt zu Lehrerstreiks Anlaß gegeben hat, aus der Welt geschafft worden. Ausweisungen aus Palästina Jerusalem, 15. Mai. (JTA.) Oberkommissar Chancellor bestätigte die Ausweisung von zwei aus Persien stammenden Juden, Ben Yossef und Babshcof, die noch im Jahre 1925 auf illegalem Wege nach Palästina gekommen waren. Beide haben dauernde Beschäftigung, einer ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Die Palästinaregierung gewährt 2400 Chaluzzertifikate Jerusalem, 14. Mai. (JTA.) Die Regierung Palästinas hat dem Ersuchen der Zionistischen Exekutive wegen Gewährung von 2400 Einwandererzertiiikaten iür Chaluzim für die Zeit von April bis Oktober 1929 stattgegeben. Auto- und Motorsport Bekleidung und Ausrüstung Sporthaus SCHUSTER Katalog kostenlos! 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