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Das jüdische Echo · 1929-05-24 · 21 (24.5.1929) · p. Seite 328

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
21 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 Das Jüdische Echo Nr. 21 Aus der jüdischen Welt Ein antijüdischer Enteignungsantrag im Reichstagsplenum Berlin, 16. Mai. (JTA.) Vor der Abstimmung im Reichstagsplenum über die Reichsanleihe mußte sich der Reichstag noch mit einem Antrag der Nationalsozialisten über „Enteignung der Bank- und Börsenfürsten, der Ostjuden und sonstigen Fremdstämmigen“ befassen. Der Antrag wurde mit 382 gegen 8 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Der Preußische Landtag genehmigt die Positionen für die jüdischen Gemeinden Berlin, 17. Mai. (JTA.) Der Preußische Landtag hat am 16. Mai abends den Etat des preußischen Kultusministeriums angenommen. Der Etat schließt die folgenden Positionen ein: „Beihilfen an leistungsschwache Synagogengemeinden behufs Erfüllung ihrer Verpflichtung zur Sorge für den Religionssunterricht 400 000 RM. Widerrufliche Bedürfniszuschüsse an Synagogengemeinden zur Besoldung ihrer Rabbiner und zur Versorgung ihrer Ruhestandsrabbiner und der Hinterbliebenen ihrer Rabbiner 200 000 RM.“ Die Verteilung obliegt bekanntlich dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Veranstaltungen der jüdischen Gemeinde zu Berlin aus Anlaß des 200. Geburtstags von Moses Mendelssohn Berlin, 15. Mai. (JTA.) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde hat aus Anlaß des 200. Geburtstags von Moses Mendelssohn (6. September 1929) einige größere Veranstaltungen beschlossen. Zunächst soll in den Räumen der Preußischen Staatsbibliothek eine Moses - Mendelssohn - Ausstellung der Preußischen Staatsbibliothek und der Jüdischen Gemeinde veranstaltet werden. Die Ausstellung wird Moses Mendelssohn und seinen Kreis darstellen. Die Eröffnung ist für Anfang September in Aussicht genommen. Dieser Ausstellung werden Druckwerke, Handschriften. Bilder und Moses-Men'delssohn-Andenken aller AH zur Verfügung stehen. Am Sonnabend, dem 7. September, werden in sämtlichen Gemeindesynagogen Festgottesdienste mit Predigten stattfinden. Für Sonntag, den 8. September, ist eine öffentliche Kundgebung geplant. In den Gemeindeschulen werden gleichfalls Feiern stattfinden; an die Schüler und die Schülerinnen der Gemeindeschulen sollen geeignete Mendelssohnbücher verteilt werden. Das Gemeindeblatt wird eine Festnummer herausgeben. Kundgebung der Liga für das arbeitende Palästina Berlin, 19. Mai. (JTA.) Die Berliner Ortsgruppe der Liga für das arbeitende Palästina veranstaltete in der Stadthalle, Klosterstraße, eine große öffentliche Kundgebung unter dem Titel: Ein sozialistisches Palästina! Etwa 500 Personen waren dem Ruf gefolgt, darunter ein erheblicher Teil Jugend. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch ein Lied des hebräischen I.I.W.B.- Chores. Dr. Oskar Cohn eröffnete die Veranstaltung und sprach insbesondere über die Verknüpiung des Aufbauwerkes der jüdischen Arbeiterschaft mit den Aufgaben der internationalen sozialistischen Arbeiterschaft. Über die enge Verbindung der zionistisch-sozialistischen Jugend mit Werke der palästinensischen Arbeiterschaft sprach Dr. Georg Lubinski. Dr. Walter Preuß, Tel-Awiw, der Vertreter der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas, berichtete sodann über den Stand, die Aussichten und über die Probleme des Werkes der Arbeiterschaft. Abschließend sprach im ersten Teil der Veranstaltung Fritz Naphtali. Er berichtete über die Tätigkeit der Liga in Deutschland und die geplante Weltföderation für das arbeitende Erez-Israel und richtete an die Versammlung die Aufforderung, der Liga beizutreten, der ein großer Teil der Anwesenden Folge leistete. Das Hauptreferat des Abends hielt Ministerialdirektor Dr. Hermann Badt. Er stellte dar, wie stark die sozialistische Richtung des Zionismus bereits in der jüdischen Lehre und Weltanschauung verankert ist. Zum Schluß seiner Ausführungen wies Badt darauf hin, daß wir heute zu den großen Geschehnissen der letzten Jahre, so auch zum Palästinaaufbau, noch nicht die nötige Distanz haben, um ihre große historische Bedeutung voll zu ermessen, und erinnerte in diesem Zusammenhang an den Ausspruch Lord Cecils: Zwei Ereignisse der Nachkriegszeit werden Ewigkeitswert haben: Die Errichtung des Völkerbundes und die Erneuerung des jüdischen Volkes in Palästina. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden sang der Chor hebräisch die Internationale, die die Versammlung stehend anhörte. Einstein und das „relative“ Geburtstagsgeschenk Berlin, 15. Mai. (JTA.) Professor Albert Einstein hat vor einigen Tagen einen Brief an den Oberbürgermeister von Berlin. Böß, gerichtet, in dem er mitteilt, daß er angesichts der jüngsten Vorkommnisse jegliches Geschenk der Stadt Berlin ablehnen müsse; er bitte, Weisung zu erteilen, alle Bemühungen um die Beschaffung eines Der neue AUSTRO-DAIMLER 6Cylinder,12/70PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e 8. Fernruf 5I355 MÜNCHEN Sonnenstr. 19

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