Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 21 (24.5.1929)
- Date
- 1929-05-24
- Page
- Seite 327 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 327 Donnerstag, 30. Ulai (Fronleichnam), nachmittags 230 tag» Beomer Spielunb Sportfeft Des „Bar*Kod)ba“ auf bem Sportplatj bes D.S.D. (Ularbachftraße), Halteftelle ber £inie 16 Bus bem Programm: Bufmarfd) aller Aktinen, Auftreten ber Damen* unb Herren-, ITTäbchen* unb Knaben* Abteilung leiditattiletifdie TDettfcämpfe, Hanbballmettfpiele. Für Sdjüler Eintritt frei, Cnpadjfene 50 Rpf. Neue Verfassung des Joint Distribution Committee Neuyork, 15. Mai. (JTA.) Das American Jewish Joint Distribution Committee, das im November 1914 als eine Hilfsgesellschalt für die Opfer des Krieges begründet wurde und das nach mehrjähriger sehr weitreichender Tätigkeit im Dienste der Rettung des Judentums in den Ländern Osteuropas sein anfängliches System der Hilfsarbeit in ein systematisches Aufbauwerk umwandelte, soll nun eine neue Verfassung bekommen und in Anpassung an die jetzt bestehenden Verhältnisse rekonstruiert werden. Dies ist der Sinn der in diesen Tagen im Hotel Biltmore zu Neuyork abgehaltenen nationalen Konferenz des United Jewish Campaign, der Geldbeschaffungs-Institution des Joint Distribution Committee. Im Februar dieses Jahres wurde bekanntlich unter 100 000 Spendern des United Jewish Campaign ein Referendum veranstaltet, das entscheiden sollte, ob das Aufbauwerk in Osteuropa und Palästina auch nach dem Jahre 1929 fortgesetzt werden soll oder nicht. Etwa 96 Prozent der Befragten sprachen sich entschieden für die Fortsetzung des Aufbauwerkes aus. Im Sinne dieses Referendums haben nun die Delegierten des United Jewish Campaign, die im Hotel Biltmore versammelt waren, einstimmig die von Louis Marshall eingebrachte Resolution angenommen, die den Richter Joseph M. Proskauer, den Präsidenten der Tagung, ermächtigt, ein aus 18 Persönlichkeiten bestehendes Komitee zu ernennen, welches den Namen Reorganisation Committee führen soll, und das die Aufgabe hat, eine neue Verfassung und neue Richtlinien für die Arbeitsmethoden des Joint Distribution Committee zu entwerfen, in dem Sinne, daß die 1914 entstandenen Richtlinien, die sich auf reine Hilfsarbeit bezogen, durch Richtlinien eines methodischeren Aufbauwerkes ersetzt werden. Die bisherige Zusammensetzung der Mitgliedschaft des Joint Distribution Committee soll demokratischeren Grundsätzen weichen, die bisher bestandenen drei verschiedenen Wählergruppen, nämlich American Jewish Relief Committee, Centre Relief Committee und People’s Relief Committee sollen zugunsten einer strafferen Einheit verschwinden, wobei aber bei den Wahlen die verschiedenen Elemente, aus denen sich das Joint Distribution Committee zusammensetzt, in Erwägung gezogen werden sollen. Das Reorganisation Committee wird einen Council aus 150 Mitgliedern und eine Körperschaft aus 250 Mitgliedern erwählen, die die Führung des Joint Distribution Committee innehaben soll. Der Council wird aus seiner eigenen Mitte eine 30gliedrige Exekutive wählen, die sich in drei Klassen gliedern soll. Die eine Klasse wird für ein Jahr, die zweite für zwei Jahre und die dritte für drei Jahre ge-* wählt sein, so daß für die Zuführung frischer Kräfte in jedem Jahre gesorgt wird, ohne daß die Gesamtexekutive alljährlich erneuert werden müßte. Das vom Vorsitzenden, Richter Proskauer, eingesetzte Reorganisation Committee besteht aus Louis Marshall als Vorsitzendem, Felix M. Warburg als stellvertretendem Vorsitzenden, ferner aus den Herren Dr. Cyrus Adler (Philadelphia), Edward Baker (Cleveland'), Louis J. Bornstein (Indianopolis), David M. Bressler (Neuyork), David A. Brown (Detroit), James H. Becker (Chicago), J. H. Hexter (Texas), Harold Hirsch (Atlanta), Alexander Kahn (Neuyork), Louis Kirstein (Boston), Albert H. Liebermann (Philadelphia), Edwin B. Meissner (St. Louis), James N. Rosenberg (Neuyork), Ben Selling (Portland), Hugh G. Straus (Neuyork) und Peter Wiernik (Neuyork). Einstimmig wurde eine von Louis Marshall unterbreitete Resolution angenommen, in der alle jüdischen Gemeinden der Vereinigten Staaten aufgefordert werden, ihre Bemühungen fortzusetzen, um die Summe von etwa 5 Millionen Dollar, die aus den Zeichnungen noch nicht eingeflossen sind, aufzubringen. In einer zweiten von Louis Marshall eingebrachten Resolution wird das Joint Distribution Committee beauftragt, in der Zeit nach dem 1. Juli 1929 eine für die Dauer eines Jahres berechnete Campagne zur Aufbringung von mindestens 2 500 000 Dollar durchzuführen.