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Das jüdische Echo · 1929-05-24 · 21 (24.5.1929) · p. Seite 326

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
21 (24.5.1929)
Date
1929-05-24
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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326 Das Jüdische Echo Nr 21 ob die Juden für die landwirtschaftliche Betätigung tauglich seien, als auch die, ob man unter den augenblicklichen Verhältnissen diese Siedlungspläne durchführen könne. Herr Dr. Franz Gutmann packte das Problem theoretisch; er bemühte sich in seinen Ausführungen die Notwendigkeit sofortiger jüdischer Siedlung als einziger bevölkerungspolitischer Maßnahme nachzuweisen, die die Erhaltung des deutschen Judentums garantiere. Darauf ergriffen die Vertreter der verschiedenen Organisationen das Wort. Für den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden sprach Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer, der auf die Betätigung des Verbandes und dessen aktive Unterstützung der Siedlungspläne hinwies. Herr Sanitätsrat Dr. Fritz Baron begrüßte im Namen des Centralvereins das Siedlungswerk. Er glaubt, daß dieses zur Erringung der vollständigen Emanzipation in Deutschland beitragen könne. Frau Klementine Krämer sicherte die Unterstützung des Jüdischen Frauenbundes zu. Sie wies auf die besondere Wichtigkeit des Problems der Frühehe hin. Für die Zionistische Ortsgruppe begrüßte Herr Justin Lichtenauer ebenfalls die Aktion. Herr Gutsbesitzer Einstein warf einige praktische Fragen auf und wandte sich im besonderen gegen solche jüdische Eltern, die Umschichtungsplänen ihrer Kinder Hindernisse in den Weg legen. Herr Rabbiner Dr. Baerwald gab einige religiöse Gesichtspunkte; Herr Rechtsanwalt Dr. Werner sprach noch einmal über die Motive, die den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zu seiner Siedlungsaktion mit Notwendigkeit treiben müssen. Die Kundgebung, die dem Gedanken der Siedlung großen Fortschritt gebracht haben dürfte, schloß mit einer Aufforderung zur Mitarbeit durch Herrn Dr. Franz Gutmann. Eröffnung der Palästina-Ausstellung in London London, 14. Mai. (JTA.) Am Montag, dem 13. Mai, wurde die Palästina-Ausstellung und1 -Messe, die von einem Komitee mit der Marquise of Reading, Gattin des Ex-Vizekönigs von Indien und Führer der Liberalen Partei, an der Spitze, arrangiert worden war, in der Queen’s Hall durch einen feierlichen Akt eröffnet. Die Ausstellung verfolgt das Ziel, die Fortschritte, die Palästina seit Übernahme des Mandats durch England gemacht hat, zu demonstrieren, die Palästina-Industrie zu fördern, den Handel zwischen Palästina und Großbritannien entwickeln zu helfen und schließlich 25 000 Pfund für den Jüdischen Nationalfonds aufzubringen. Es werden neben den reichen Produkten und Industrieerzeugnissen Palästinas auch zahlreiche historisch sehr interessante Ausstellungsstücke gezeigt, so z. B. Webereien, die bei den jüngsten Ausgrabungen in Palästina in einer I. MÜNCHENER PLISSE-BREN NEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstickereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 Synagoge gefunden wurden und aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert stammen. Der Minister für die Kolonien, Herr Amery, richtete aus Anlaß der Ausstellung an Lord Melchett, den Präsidenten der englischen Zionistischen Föderation, das folgende Schreiben: Mein lieber Melchett, ich wünschte, ich könnte Sie und Lord Plumer bei der Eröffnung der Palästina-Ausstellung und West-End-Messe unterstützen, aber die Wahlkampagne hält mich bis Monatsende in meinem Wahlkreis fest. Schon das Ausstellungsmaterial Palästinas bei der britischen Reichsausstellung in Wembley 1924—25 hatte großes Interesse geweckt und zu sehr günstigen Kommentaren Anlaß gegeben. Seit damals hat Palästina trotz schwerer Zeiten unablässig Fortschritte gemacht: Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die der Meinung sind1, Palästina sei nur das Land einer ruhmreichen Vergangenheit. Die Organisation der Ausstellung wird diese Menschen davon überzeugen, daß es ein Land gibt, in welchem die Inspiration der Vergangenheit schöpferische Energien für die Verwirklichung einer Zukunft auslöst, die nach jeder Richtung hin voller Versprechen ist. Weitere Begrüßungsschreiben liefen ein von Sir John Chancellor, dem Oberkommissar für Palästina, von Dr. Chaim Weizmann und von M. M. Ussischkin. Der feierliche Eröffnungsakt wurde durch eine große Rede Lord Melchetts eingeleitet. Nach ihm sprach Lord Plumer in bewegten Worten von drei glücklichen Jahren, die er in Palästina als Oberkommissar verbracht hat; er regte an, daß als Ergebnis der Ausstellung ein ständiges Lager und eine Agentur für die Unterbringung von Palästinawaren in England errichtet werde. Lord Allenby führte aus, er habe wenig mit dem Nationalheim zu tun gehabt, aber er habe das Loch gegraben, in das der Grundstein gelegt wurde. Den Aufschwung brachten Sir Herbert Samuel und Lord Plumer. Er sei überzeugt, daß der gegenwärtige High Commissioner das begonnene gute Werk erfolgreich fortführen werde. Sir Herbert Samuel hat zu dem Ausstellungskatalog ein Vorwort geschrieben. Auch der zweite Tag der Palästina-Ausstellung und -Messe in London wurde mit einer Zeremonie eröffnet, die sehr eindrucksvoll verlief. Sir Hugo Hirst, der hervorragende englische Wirtschaftsführer und Oberhaupt . der General Electric Company, der Viscount of Chelwood, Sir Meyer Spielman und Lady Walley-Cohen hielten Ansprachen. Die Ausstellung findet in der englischen Öffentlichkeit starkes Interesse und ist sehr gut besucht. XVI. ZIONISTEN-KONGRESS Nur noch wenige Tage stehen uns zur Schekelaktion zur Verfügung. Diese Zeit nutze und wirb für den Schekel! Zionisten, kauft und verbreitet den Schekel! <

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