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Das jüdische Echo · 1929-05-17 · 20 (17.5.1929) · p. Seite 318

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
20 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
Seite 318 (sequence 22)
Language
German
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318 Das Jüdische Echo Nr. 20 viant und Spielbälle mitbringen. Nähere Auskunft erteilt Lina Strumpf, Hans-Sachs-Straße 4 (Tel. 20 7 98). Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Bei Regenwetter fällt die Fahrt aus. Die Vorstandschaft. Mrs. Irma Lindheim (Neuyork) in München. Die Präsidentin der größten jüdischen Frauenorganisation Amerikas, der „Hadassah“, weilt zur Zeit in München. — 1912 von Henriette Szold gegründet, zählt die Hadassah heute etwa 50 000 Mitglieder, die in vorbildlicher Organisation mit ihrem Werk verbunden sind. Dieses Werk ist nichts weniger als das gesamte jüdische Sanitätswesen in Palästina. Die erste Nachfolgerin von Miß Szold wurde die hochbegabte Mrs. Irma Lindheim. Aus Freude über die Anwesenheit dieser außerordentlichen, führenden Frau veranstaltet die Münchner Gruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina am Donnerstag, dem 23. Mai, abends 8.30 Uhr, im Konzertsaal des Hotels „Bayerischer Hof“, Promenadeplatz, einen Gesellschaftsabend, an dem Mrs. Lindheim über „Die Juden in Amerika und ihre Beziehung zu Palästina“ sprechen wird. Eintrittskarten zu RM. 2.50 einschließlich Teegedeck werden gegen vorherige Bestellung bis zum 21. Mai schriftlich bei Fräulein Hohenberger, Herzog-Rudolf-Straße .1, telephonisch: Nr. 2 97 4 49, am Saaleingang abgegeben. Vortragsabend Manfred Sturmann Auf Einladung des rührigen Jüdischen Jugendvereins, dem wir für diese Veranstaltung sehr dankbar sind, gab Manfred Sturmann im dichtbesetzten Lessingsaal Proben aus seinem Schaffen. Er war seinem Werk ein ausgezeichneter Interpret, wie er ein- und ausdrucksvoller nicht gedacht werden kann. Den Anfang bildete ein „Legende“ genannter Eingangsteil zu einem größeren Werk Daniel, der von den Eltern Daniels handelt. Was in den bereits bekannten Gedichten Sturmanns, der zutiefst Lyriker ist, mehr oder weniger stark zum Ausdruck kam, hier wurde es zur Gewißheit: Daß hier ein Dichter wirkt, der in tiefer, echter Religiosität mit formalem Können einen Stoff aus unserer, der jüdischen Gedankenwelt, zu gestalten weiß, weil diese Welt i h n gestaltete. Anschließend las Sturmann zwei Gedichte aus seinem in diesen Tagen erschienenen Gedichtband: Die Erben. Den zweiten Teil und Abschluß des Abends bildete ein Stück aus einem noch unveröffentlichten Roman. Gutgesehene Bilder, Szenen, Begegnungen — aber der tiefere Eindruck bleibt von der herrlichen „Legende“. J. G. Jüdischer Jugendverein München Donnerstag-Abende: Die Abende finden wie bisher im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Riickgeb., statt. Sie beginnen sämtlich um 20.45 Uhr. 16. Mai 1929: Ein heiterer musikalischer Abend. Leitung: Herr Dr. Waldner. 23. Mai 1929: Zyklus: Die Weltreligionen. Herr Dr. Kessler: Die Religionen der Inder, Chinesen und Japaner. I. MÜNCHENER PLISSE BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten,KostUmstickareien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 30. Mai 1929: (Fällt wegen des christlichen Feiertags aus). Ganztagswanderung (siehe unten!). Die Wanderungen: Sonntag, 19. und Montag, 20. Mai 1929: Treffahrt der bayerischen Jugendvereine. Einzelheiten werden an den Donnerstag-Abenden noch bekanntgegeben. Sonntag, 26. Mai 1929: Besichtigung des Tierparkes Hellabrunn. Treffpunkt 14.30 Uhr, Thalkirchen, Endhaltestelle der Linie 20. Donnerstag, 30. Mai 1929: Wanderung durchs Gleißenthal. Treffpunkt 8.25 Uhr Holzkirchner Bahnhof. Sonntagskarte nach Deisenhofen (RM. 1.—). Montag-Abende. Die Diskussionsabende finden wie bisher Herzog-Max-Straße 3/1 statt. Sport-Gruppe. Fußball und Leichtathletik an den Sonntag-Vormittagen am Sportplatz an der Säbener Straße 9.30 Uhr. Alle Auskünfte bei Herrn Wolff, Rindermarkt 2, bei Leers. Führungen. Herr Studienrat Schaalmann führt am 26. Mai durch die Alte Pinakothek. Treffpunkt 9 Uhr am Eingang. Die Freitagabende finden wie bisher in der Herzog-Max-Straße 3/1 statt. Beginn 9 Uhr. München. Der Verein Israelitische Jugendhilfe will mit seinem Kinderheim an der Antonienstraße den in seiner Obhut Heranwachsenden eine Stätte bieten, die einen bleibenden Eindruck für das weitere Leben hinterlassen soll. Deshalb will er seinen Räumen nicht nur das Notwendige an Wohnlichkeit geben, sondern darüber hinaus nicht Luxus, aber Behaglichkeit und Anregung zu Höherem. So wurde vor Jahren durch tätige Anteilnahme der München-Loge UOBB. ein Betsaal eingerichtet und jetzt als Spende der Schwesterloge die Ausschmückung des Speisesaals vorgenommen. Die Jesajas- L o g e hat als ihre Gabe zwei Werke ihres Logenbruders Stanislaus Bender gewidmet, die in Felder der Wände eingelassen worden sind. Durch geschmackvolle Farbengebung des Raumes nach Angaben des Künstlers ist eine festlich stimmende Einheit geschaffen worden. Zu den herrschenden Farben gelb und weiß der Wände stehen die in kräftigen Tönen gehaltenen Gemälde in guter Harmonie. Ihre Themen sind der biblischen Geschichte entnommen und übermitteln dadurch den jugendlichen Bewohnern jüdische Inhalte. Das eine der Bilder zeigt Moses, der zum letzten Male vor seinem Heimgang das vor ihm in unübersehbarer Menge versammelte jüdische Volk mustert. Die mächtige Gestalt des scheidenden Führers ragt im Vordergrund empor, schon durch das Blau des Mantels herausgehoben aus der in hellen Farben als Einheit ihm gegenübergestellten Masse. Das sachte verdämmernde Licht der sinkenden Sonne symbolisiert den tragischen Augenblick und läßt nur die im Hintergrund ragenden Berge Moabs aufleuchten, in denen sich bald Moses’ menschliches Geschick erfüllen wird. Diesem Gemälde gegenüber schildert das zweite die Darbringung von Opfergaben zum Salomonischen Tempel. Herbstliche Früchte werden von Männern und Frauen zum ferne aufleuchtenden, hochragenden Tempelbau getragen in einem endlos scheinenden Zuge, der sich an dem von seiner Heldenschar umgebenen König vorbeibewegt. Durch leuchtende Farben mit vorwiegendem Rot und Gelb wird der heitere Charakter dieser Szene zum Ausdruck gebracht. So treten nach Inhalt und Gestaltung die beiden Werke des bekannten Künstlers in einen fruchtbaren Gegensatz zueinander. Die Übergabe der Bilder an das Heim fand am

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