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Das jüdische Echo · 1929-05-17 · 20 (17.5.1929) · p. Seite 317

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
20 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
Seite 317 (sequence 21)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 317 „Bar-Kochba“ beim leichtathletischen Erstlingsneunkampf 3 erste, 4 zweite und 2 dritte Preise Georg Gidalewitsch läuft 800 Meter in der Bestzeit des Tages Vergangenen Samstag und Sonntag veranstaltete der Gau Oberbayern des Südd. Fußball- und Leichtathletikverbandes den jährlich stattfindenden Erstlingsneunkampf. In seiner Verbandsklasse hat der Münchener Bar-Kochba gezeigt, daß seine Mannen wieder kämpfen können. Nur durch eine Verkettung unglücklicher Umstände hat sich die Hoffnung, daß diesmal der Bar-Kochba an die erste Stelle sich durchkämpfen wird, nicht erfüllt. Immerhin waren die Leistungen der Bar-Kochbaner recht ansprechend, und wenn nicht durch ein Mißverständnis Silbermann dem Hochsprung ferngeblieben wäre, so kann man ohne Übertreibung behaupten, daß der Sieg auf der ganzen Linie der unsrige geworden wäre. Für ihn sprang Renka, der aber durch Muskelzerrung stark gehandicapt war und dadurch nur den dritten Platz belegen konnte. Auch Eisenmann hatte Pech. Im 100-Lauf ging er knapp, nur um Handbreite hinter dem Ersten ins Zieli, beim Speerwerfen landete er ebenfalls auf den zweiten Platz, der Sieger warf einen Zentimeter mehr. Sehr unangenehm war die plötzliche Absage von Koschland, der für den Langstreckenlauf gemeldet war. An dessen Stelle ging Stein auf die Aschenbahn, welcher längere Zeit bettlägerig war und seine Müh und Not hatte, die 3000-Meter-Strecke zu bezwingen. Jedenfalls ist es anerkennenswert, daß er in diesem körperlich indisponierten Zustand für Koschland in die Bresche sprang und so für.seinen Verein wertvolle Punkte einbrachte. Das Debüt von Nothmann war vielversprechend. In den Staffeln lief er gutes Rennen, im Weitspringen kam er auf den ersten Platz. Ganz besonders aber ist Gidalewitsch zu erwähnen, der die 800 Meter in vorzüglichem Stil lief und seine Konkurrenten etwa 30 Meter hinter sich ließ. Selbst die Läufer der A-Klasse mußten sich von Gidalewitsch geschlagen bekennen. Ihm ist es auch in erster Linie zu danken, daß Bar-Kochba die Olympische Staffel überlegen gewann. Die Leistungen: 100 m Eisenmann 12,8 (2. Preis) 800 m1 Gidalewitsch 2:13,4 (1. Preis) 3000 m Stein 13:14,5 (2. Preis) 4X100-m-Staffel 51,8 (2. Preis) Speerwerfen: Eisenmann 34,91 m (2. Preis) Kugelstoßen: Silbermann 7,79 m (3. Preis) Hochsprung: Renka 1,20 m (3. Preis) Weitsprung: Nothmann 5,50 m (1. Preis) Olympische Staffel 4:10,4 (1. Preis). L. F. Lag-Beomer-Spiel und Sportfest in München. Der Jüdische Sportverein Bar-Kochba veranstaltet am 30. Mai (Fronleichnam), nachmittags 2.30 Uhr, auf dem Sportplatz an der Marbachstraße (DSV.-Piatz) ein Spiel- und Sportfest, an dem sich sämtliche jüdische Vereine beteiligen können. Auch jüdische Sportler, die in anderen Clubs Mitglieder sind, ist Gelegenheit gegeben, an diesem jüdischen Sportfest aktiv teilzunehmen. Die Meldungen hierzu sind spätestens bis 25. Mai an Jos. Orljansky, Neuhauser Straße 29, zu richten. — Das vom Münchener Bar-Kochba ursprünglich in einer Turnhalle geplante Fest, wird nun im Freien stattfinden. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und wird die Zuschauer sicherlich im Banne halten. Der Aufmarsch sämtlicher Aktiven, das Auftreten der Damen und Herren, der Mädchen- und Knabenabteilung wird ein getreues Spiegelbild über die Stärke des jüdischen Sportvereins in München sein, der leider immer noch nicht die nötige Unterstützung aller jüdischen Kreise besitzt. Wir wollen hoffen, daß die jüdische Bevölkerung durch ihren Besuch ihr Interesse an der Entwicklung der jüdischen Sportbewegung als solche unter Beweis stellt und endlich unsere Ermahnung, „treibt Turnen und Sport im Bar-Kochba“, keine tauben Ohren findet. Da diese Veranstaltung in erster Linie der Propaganda für den jüdischen Sportgedanken dienen soll, ist für Schüler der Eintritt frei; von Erwachsenen wird zur teilweisen Deckung der Unkosten eine Eintrittsgebühr von 50 Rpf. erhoben. Programm: 1. Aufmarsch sämtlicher Aktiven. 2. Allgemeine Freiübungen. 3. Rhythmischer Reigen der Mädchen. (Einstudiert von Frau Rhea Glus.) 4. Gymnastische Übungen der 1. Damenriege. 5. Spiele der Knabenabteilung. 6. Fahnenübungen der Damen. 7. Übungen am Sprungtisch. (Ausgeführt von Mitgliedern der Herrenabteilung.) 8. Leichtathletische Wettkämpfe, a) Jugend 2: 50-Meter-Lauf, Weitsprung, 4-mal-100-Meter- Staffel. b) Jugend 1: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, 3-mal-200-MeterStaffel. c) Herrenwettbewerbe: 100-Meter-, 800-Meter-, 3000- Meter-Lauf, Speerwerfen, Diskuswerfen, 10-mal- 200-Meter-Staffel. 9. Handballwettspiei: 2 mal 20 Minuten. Die Wettkämpfe finden nach den Bestimmungen der DSB. statt und sind, wie bereits erwähnt, für alle jüdischen Sportler offen. Bar-Kochba, München. Die Damenabteilung übt wie gewöhnlich am Sonntag vormittag auf dem Säbener Platz und Montag abends in der Halle. Für die Herrenabteilung sind folgende Übungstage festgelegt: Sonntag vormittag auf dem Sportplatz an der Säbener Straße, Dienstag und Donnerstag abends ab halb 8 Uhr ebenfalls am Säbener Platz. Die Sportkleidung der Damenabteilung besteht aus schwarzer Turnhose und schwarzen Trikot, die der Herrenabteilung aus weißer Hose, mit hellblauen Bändern umsäumt, weißen Trikot mit Mögen Dovid auf der Brust. — Der Großstaffellauf Grünwald—München findet nun endgültig Sonntag, 16. Juni, statt. Sämtliche Leichtathleten haben sich zu den Trainingsabenden einzufinden, da bereits mit den Ausscheidungsläufen begonnen wurde und die Mannschaften aufgestellt werden. Die Leitung. Bar-Kochba. Damen- und Mädchen-Abteilung. Da die Turnstunden am Montag wegen der Pfingstfeiertage ausfallen, turnt die Mädchen-Abteilung Dienstag um 7 Uhr, die Damen-Abteilung Dienstag um 8 Uhr bei Fräulein Armbruster, Kaulbachstraße 89/1. Die Fahnen sind mitzubringen. Sämtliche Mitglieder werden dringend gebeten, bestimmt und pünktlich zu erscheinen, um für das am 30. Mai stattfindende Sportfest die Vorbereitungen fortsetzen zu können. Bar-Kochba, München. Zu der am Sonntag/Montag (Pfingsten) stattfindenden Tour treffen sich die Turnschwestern und Turnbrüder am Ostfriedhof (Straßenbahnhäusl) vormittags 7.30 Uhr. Pro-

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