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Das jüdische Echo · 1929-05-17 · 20 (17.5.1929) · p. Seite 311

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
20 (17.5.1929)
Date
1929-05-17
Page
Seite 311 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 311 General Motors Automobile LORIN/ER & CO NymphenburgerStraße128 / Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder und den Wert seiner Menschen und seines Lebens alle Anwesenden zu lebhaften Beifallskundgebungen hin. Der Abend wird allen, die hier erlebten, wie hier ein Vertreter praktischer und nüchterner Weltweisheit, ein Vorkämpfer politischer Idee und eine von reinstem Gefühl getragene Frau in der Arbeit für die eine große jüdische Sache zusammenstanden, unvergeßlich bleiben. Große Palästinadebatte im englischen Parlament Scharfe Kritik von Kenworthy und Wedgwood an der britischen Administration — Unterstaatssekretär Ormsby-Gore legt ein Bekenntnis für Zionismus und die Nationalheimidee ab London, 5. Mai. (JTA.) Die letzte Sitzung des englischen Unterhauses, in der das Budget des Kolonialamtes behandelt wurde, gestaltete sich zu einer großen Auseinandersetzung über die Palästinapolitik der englischen Regierung. Als erster ergriff das Wort Commander Kenworthy, der sich an die Konservativen! wandte und von ihnen als Gesamtpartei und -Fraktion eine klare und korrekte Stellungnahme zu Palästina und dem jüdischen Aufbau in diesem Lande verlangte. Nach Kenworthy ergriff Oberst Wedgwood das Wort und unterstrich die Notwendigkeit, die Bestrebungen der Juden, ihr Nationalheim unter der englischen Flagge aufzubauen, in vollem Maße auszunutzen. Die Freundschaft zwischen England und Amerika könne nicht besser befestigt werden als durch die Freundschaft mit dem jüdischen Volke in der ganzen Welt. Wedgwood kritisierte scharf das ungerechte Steuersystem in Palästina, insbesondere die Zehentsteuer und gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß die britische Regierung entschlossen sei, Palästina in ein freies* sich selbst verwaltendes Land gleich allen Ländern des britischen Imperiums umzuwandeln. Die Rede Ormsby-Gores Unter größter Aufmerksamkeit des Hauses erhob sich der Unterstaatssekretär für die Kolonien, Herr Ormsby-Gore, um auf die Darlegungen von Kenworthy und Wedgwood zu antworten. Ebenso wie Colonel Wedgwood heute, begann Ormsby- Gore, war ich, lange bevor ich mein Amt antrat — und auch heute noch —, ein überzeugter und eifriger Zionist, wenn auch aus anderen Gründen wie Colonel1 Wedgwood. Er sieht die Sache so an, daß das jüdische Volk im Begriffe ist, unsere Ideen, unsere westliche Zivilisation und unsere Freiheitsliebe noch einmal nach dem Osten zu tragen. Ich sehe sie im Sinne von Dr. Weizmann an. Wenn der zionistische Führer einmal sagte, er wünsche, daß „Palästina ebenso jüdisch werde, wie England englisch ist“, so war dieser Ausdruck vielleicht etwas unglücklich gewählt, und er wurde ihm falsch ausgelegt; ich glaube, daß Herr Dr. Weizmann damit sagen wollte, daß die jüdische Zivilisation in Palästina weder englisch, noch französisch, noch amerikanisch, noch polnisch, noch spanisch oder sonstwie, sondern rein jüdisch und dazu noch palästinensisch-jüdisch, sein solle, und daß es das zionistische Ziel sei, die physischen, geistigen und wirtschaftlichen Bedingungen für das Heranwachsen von einer jüdischen Generation nach der anderen im Lande der Väter zu schaffen. Und so glauben die Juden, und so glaube auch ich, daß im Laufe der Zeit ein Volk der Denker und Dichter in Palästina entstanden sein wird, und daß ein Menschentyp emporwachsen wird, der die Literatur, die Religion und das Denken der Welt ungeheuer bereichern wird. Nicht die große Zahl wird es tun, sondern die Qualität; die höhere Qualität wird diesem Volke die wirkliche Freiheit bringen. Und wenn Colonel Wedgwood fragt, warum die Regierung nicht mehr für die englische Erziehung der Juden tut, so erwidere ich, daß es die Quintessenz des zionistischen Ideals ist, ihr Volk von hebräischer Tradition und hebräischer Sprache durchdringen zu lassen. Die Kontrolle des jüdischen Unterrichts muß, soweit wie möglich, Angelegenheit der Juden bleiben. Colonei Wedgwood hat gesagt, die Politik der drei Parteien und ihrer Führer im Parlament sei in dem Mandat eingezirkelt und daß das Mandat die wirkliche Basis sei, auf der wir Palästina verwalten sollen. Ich bin sicher, daß jede Regierung alles, was in ihren Kräften steht, tun wird, um1 die Verwirklichung des zionistischen Ziels der Politik und der Ideale des Zionismus zu erleichtern, wie dies in den Bestimmungen des Mandats und der B a - f our-Deklaration festgelegt ist. Commander Kenworthy hat die Frage der Klagemauer noch einmal aufgeworfen. Ich hatte gehofft, daß diese unglückselige Episode schnell vergessen sein würde. Die Klagemauer besteht aus einem Untergrund von großen Steinen, die zweifellos die Mauer des Herodes- oder des Nehemia-Tempels darstellten. Darüber sind kleinere Steinschichten, die aus der Römerzeit stammen sollen, und darüber wieder eine Reihe im Mittelalter aufgelegter Steine, die von Suliman herrühren sollen, der die Heilige Stadt im 16. Jahrhundert wiedererbaut hat. Ich verstehe, es, daß die Stätte vor der Mauer, die zweifellos Teile des alten jüdischen Tempels enthält, Gegenstand jüdischer Verehrung ist. Die Spitze der Mauer, die moslemitisch ist, ist und war keine Streitangelegenheit. Alle diese Fragen sind in Palästina äußerst delikat und schwierig. Besonders in der Stadt Jerusalem werden die Leidenschaften leicht entflammt, Mißverständnisse entstehen sehr bald; ich meine, man sollte diese nicht wieder aufs Tapet bringen. Ich wurde über den Plan der Eisenbahn von Haifa über den Jordan südlich des Toten Meeres Oeutsche Itfeuwäscherei FELIX BRANUXER * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwasche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage

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