Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 18 (3.5.1929)
- Date
- 1929-05-03
- Page
- Seite 284 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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284 Das Jüdische Echo Nr. 18 (Fortsetzung von Seite 280) hens. Aus diesem Anlaß sind große Festlichkeiten geplant, die im Rahmen einer im September stattfindenden Sportwoche zum Ausdruck kommen sollen. Der erste Präsident des Vereins, der bekannte Schriftsteller Dr. Beda-Löhner, der den Klub ins Leben gerufen hat, hat gegenwärtig wieder die Hakoah-Leitung inne. Der Modus der Agency-Wahl in Polen Warschau, 19. April. (JTA.) Ende April wird die Zionistische Weltexekutive in London in einer speziellen Sitzung über die Frage zu entscheiden haben, welcher Modus bei der Wahl der zwölf Vertreter der Juden Polens für den nichtzionistischen Teil der Jewish Agency anzuwenden sei. Es liegen die folgenden vier Projekte vor: 1. Einberufung einer Konferenz der jüdischen Mandatare in den Stadträten und den jüdischen Gemeinden Polens, sowie der Vertreter sozialwirtschaftlicher Institutionen und Gesellschaften; 2. Einberufung eines Pro-Palästina- Kongresses, dessen Delegierte aus allgemeinen Wahlen hervorgehen sollen; 3. Einberufung einer Konferenz von nur Ratsmitgliedern der jüdischen Gemeinden; 4. Einberufung einer Rayon-Konferenz zur Wahl von Bevollmächtigten, die aus ihrer Mitte die zwölf polnischen Agency-Mitglieder zu wählen haben werden. — Es scheint, daß der erstgenannte Modus die meisten Chancen hat, angenommen zu werden. Ein neues Gesetz über die jüdische Religionsgemeinschaft in Jugoslavien. — Auf der Basis der völligen Gleichberechtigung und der Autonomie der Gemeinden Belgrad, 14. April. (JTA.) Das vor einigen Tagen mit dem Justizministerium vereinigte Kultusministerium hat einen Entwurf eines besonderen Gesetzes über die jüdische Religionsgemeinschaft ausgearbeitet. Das Gesetz soll die volle Gleichberechtigung der jüdischen Religion und die bisher bestehende Autonomie der jüdischen Kultusgemeinden garantieren. Vor der letzten Redaktion dieses Gesetzentwurfs haben bei dem Kultusminister die Delegierten des Verbandes der jüdischen Kultusgemeinden, ferner Delegationen des Rabbiner- und Kantorenverbandes vorgesprochen. Die legitime Vertretung der jüdischen Religionsgemeinschaft in Jugoslawien soll nach dem Entwurf der Verband der jüdischen Kultusgemeinden sein, wogegen der allerdings nur eine kleine Anzahl der Gemeinden vertretende Verband Orthodoxer Gemeinden Einspruch erhebt. Die Kultusgemeinden werden wie bisher das Recht der Besteuerung ihrer Mitglieder haben. Der Entwurf wird nicht früher Gesetz werden, als bis das interkonfessionelle Gesetz proklamiert wird, das im Zusammenhang mit der Frage des Konkordatsabschlusses steht. TEINACHER HIRSCHQUELLE rein natürliches Mineralwasser von Weltruf, ärztl. sehr empfohlen bei BLASEN-, NIEREN- und HALSLEIDEN Generaldepot: EDUARD KÜHLES / MÜNCHEN RASPSTRASSE 6 TELEPHON 92200 Deutsche Neuwäscherei O.m.h.H. FELIX BRANDNEU - MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23706 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage Das Konkordat Italiens mit dem Vatikan und die Freiheit des jüdischen Glaubens Rom, 23. April. (JTA.) Bei Eröffnung des neuen italienischen Parlaments hielt der König eine Thronrede, in der er u. a. mitteilte, daß die Regierung der kommenden Parlamentssession ein Gesetz vorlegen wird, nach welchem die freie Ausübung aller vom Staate anerkannten Religionen garantiert sein wird. Diese Bill wird dem Parlament in Verbindung mit dem Vatikan abgeschlossenen Konkordat vorgelegt werden. Die italienische Judenheit ist über diesen Passus der Thronrede sehr befriedigt, da er die in gewissen jüdischen Kreisen geäußerten Befürchtungen, das Konkordat würde eine Einschränkung der jüdischen religiösen Freiheit herbeiführen, endgülig zerstreut. Eine päpstliche Nuntiatur in Palästina Rom, 18. April. (JTA.) Meldungen römischer Zeitungen ist zu entnehmen, daß der Vatikan die Errichtung einer päpstlichen Nuntiatur in Palästina in Verfolg der politischen Neuorientierung des Vatikans vorbereitet. Durch die Schaffung einer besonderen diplomatischen Vertretung im Heiligen Lande beabsichtigt Papst Pius XI. seinem Willen Ausdruck zu geben, verschiedene zwischen England und der Kurie schwebende Streitfragen zur Erledigung zu bringen und der römisch-katholischen Kirche die Rolle einer gleichberechtigten Großmacht zu verschaffen. Zum ersten Repräsentanten des päpstlichen Stuhls in Palästina ist Monsignore Valey ausersehen. Mit dem Bau seiner Residenz an einem weithin sichtbaren Punkte der Heiligen Stadt soll bereits begonnen worden sein; die gelbweiße Flagge des Vatikans würde auf diese Art — so vermerken die römischen Zeitungen — zu einem Wahrzeichen Jerusalems werden. Dr. Weizmann bei Chancellor. — Für erhöhte Einwanderung Jerusalem, 27. April. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Professor Chaim Weizmann, besuchte am 23. April den Oberkommissar von Palästina, Sir John Robert Chancellor, und besprach mit ihm eine Anzahl den Aufbau Palästinas betreffende Fragen. Dr. Weizmann richtete bei dieser Gelegenheit an den Oberkommissar das Ersuchen, die Einwanderungsquote für jüdische Arbeiter in Palästina zu erhöhen, sowie bei den Arbeiten der Regierung jüdische Arbeiter in einer höheren Zahl als bisher zu beschäftigen. 2000 Chaluzim-Zertifikate von Mai bis September Jerusalem, 27. April. (JTA.) Herr Louis Lipsky, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der Zionistischen Weltexekutive, erklärte in einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter, die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina rechtfertige in vollem Maße die Forderung der Zionistischen Exekutive nach Gewährung einer größeren Zahl Einwanderungszertifikate für Chaluzim. Die Zionistische Exekutive fordert 2000 Einreisezertifikate für jüdische Arbeiter für die Zeit von April bis September dieses Jahres.