Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-05-03 · 18 (3.5.1929) · p. Seite 280

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
18 (3.5.1929)
Date
1929-05-03
Page
Seite 280 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9164484--09408-9082316
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

280 Das Jüdische Echo Nr. 18 Professor Adolf Weißmann, der führende Berliner Musikkritiker, in Haifa verstorben Jerusalem, 24. April. (JTA.) Herr Professor Dr. Adolf Weißmann, der hervorragende Musiktheoretiker, Musikkritiker der „B.Z. am Mittag“, ist kurz nach seiner Ankunft in Palästina, wo er Vorträge über Musikwissenschaft an der Hebräischen Universität zu Jerusalem halten sollte, an einem Herzschlag im Alter von 57 Jahren verschieden. Professor Adolf Weißmann befaßte sich in deu letzten Jahren viel mit jüdischer Volksmusik und der modernen jüdischen Musik. Er stand seit zwei Jahren an der Spitze des Berliner Komitees zur Förderung des Musikwesens in Palästina. Vor kurzem hat Professor Weißmann im Rahmen eines von Dr. Bernhard Kahn und Gattin veranstalteten Abends für jüdische Musik einen Vortrag über die verschiedenen Epochen der jüdischen Musik gehalten, der auch in der Presse viel besprochen wurde. Die Beerdigung von Professor Adolf Weißmann fand heute in Haifa unter großer Beteiligung von Kreisen der palästinensischen Judenheit und zahlreicher im Lande weilender Touristen statt. Delegiertentag der österreichischen Zionisten W i e n , 23. April. (JTA.) In Anwesenheit von 63 Delegierten wurde der Delegiertentag der Zionistischen Organisation Österreichs abgehalten. Die Tagung nahm einen ruhigen Verlauf. Die unter der Führung Robert Strickers stehenden radikalen Zionisten sind dem Delegiertentag fern geblieben, nachdem die Mehrheit die Forderung der Radikalen nach Schaffung eines einheitlichen zionistischen Wahlkreises für ganz Wien abgelehnt hatte. Jedoch baten die Radikalen, für sie Plätze in den Landeskommissionen der zionistischen Fonds (Keren Hajessod und Keren Kajemeth) zu reservieren. Der Präsident des Landeskomitees Dr. Goldhammer referierte über „Politischer Zionismus seit Herzl“, Dr. Friedmann referierte über „Vorgeschichte und Entwicklung der Jewish-Agency-Frage“. Hierauf wurde der Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Arbeitsjahr erstattet. Über die Jewish-Agency-Frage wurden Beschlüsse nicht gefaßt; ein Antrag der .Revisionisten, die österreichische Landesorganisation möge für die Wahrung der vollen Souveränität des Zionistenkongresses eintreten, wurde durch einen Gegenantrag der Mehrheit aüf Übergang zur Tagesordnung mit allen Stimmen gegen die der sechs Revisionisten im negativen Sinne erledigt. Zum Präsidenten der Landesorganisation wurde Dr. Leo Goldhammer wiedergewählt, wobei sich die' Revisionisten der Stimme enthielten. Die Hitachduth-Gruppe gab eine Erklärung ab, daß sie sich so lange an der Bildung des neuen Landeskomitees nicht beteiligen werde, als nicht der von ihr eingebrachte Antrag auf Klärung der weiteren Beteiligung des österreichischen Zionismus an der Landespolitik (Parlaments- und Gemeindewahlen) einer endgültigen Erledigung zugeführt ist. Dies soll beschlußgemäß in den nächsten Sitzungen des neuzuwählenden zionistischen Parteirates geschehen. Es wurden sodann Resolutionen angenommen, die meist innerjüdische Fragen Österreichs zum Gegenstände haben, so insbesondere Weisungen an die zionistischen Mandatare in der Wiener Kultusgemeinde betreffend Ausbau eines jüdischen Schulwesens und der jüdischen Kulturarbeit überhaupt, sowie Anwendung aller Mittel, damit die Wiener Kultusgemeinde endlich von der österreichischen Regierung eine ausreichende finanzielle Hilfe für die religiösen und kulturellen Bedürfnisse der Juden erhalte, da zu solchen Leistungen der österreichische Staat laut Verfassung und Staatsvertrag von St. Germain verpflichtet ist; nötigenfalls soll gegen die österreichische Regierung bei dem Verfassungsgerichtshof die Klage eingereicht werden. Wiener Hakoah wieder erste Klasse. — Zwei Jahrzehnte Hakoah Wien, 21. April. (JTA.) Die Wiener Hakoah hat sich mit ihrem Meisterschaftsjtitel des letzten Sonntags gegen Viktoria XXI, das sie 6:0 gewann* abermals die Erstklassigkeit erkämpft. Dieser Sieg ist der neunzehnte in den Punktekämpfen; die 38 Punkte der ununterbrochenen Siegesserie sichern der Hakoah schon jetzt den Titel des Meisters der zweiten Klasse und den Aufstieg in -die erte Liga, in der die Mannschaft im Herbst an der Meisterschaft teilnehmen wird. In diesem Jahre feiert der Wiener Sportklub Hakoah das Jubiläum seines 20jährigen Beste- (Fortsetzung auf Seite 284) im M ■ -k MERCEDES-BENZ Ein Wagen, den alle bewundern zuverlässig — bequem elegant — preiswert DAIMLER-BENZ A.-G. Verkaufstelle München, Lenbachplatz 4 ■ Fernruf 59390 LEITER: DIREKTOR JAKOB WERLIN

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.