Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1929-05-03 · 18 (3.5.1929) · p. Seite 277

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
18 (3.5.1929)
Date
1929-05-03
Page
Seite 277 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103083-9164484--09405-9082313
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 18 Das Jüdische Echo 277 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Chevrolet 6 Zylinder Etats jüdischer Gemeinden Berlin Berlin, 18. April. (JTA.) Der Etatausschuß ■der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin berät gegenwärtig über die Etatvorlage für 1929, die eine Gesamtsumme von RM. 11 026 432.— an Ausgaben vorsieht. Von dieser Summa sollen durch Steuern RM. 6 589 162 aufgebracht werden. Vergleicht man diese Ziffern mit den entsprechenden Positionen des vorjährigen Etats, dann fällt eine Steigerung der Ausgaben um RM. 1 117 680.— auf. Diese Steigerung hat zum Teil schon im' Jahre 1928 selbst stattgefunden, der Grund liegt teilweise in einer Erhöhung der Besoldung für die Beamten und Angestellten, auch die sachlichen Ausgaben sind gegenüber dem Jahre 1928 gestiegen. Die Erwerbung des Friedenstempels hat auch den ordentlichen Etat belastet, die Übernahme der Volksschule in der Rykestraße, die Verwaltung der einzelnen Anstalten und nicht zuletzt das Wohlfahrtsamt erforderten höhere Ausgaben schon im Jahre 1928. — Die Ausgaben für Kultusangelegenheiten verursachten gegen das Vorjahr eine Mehrausgabe von RM. 400 000.—, im Schulwesen sind etwa RM. 200 000.— mehr aufzubringen und das Wohlfahrtsamt erfordert im Etat für 1929 RM. 3 264 000.—, demnach fast RM. 400 000.— Mark mehr als im Jahre 1928. Die Kultusangelegenheiten beanspruchen einen Gemeindezuschuß von anderthalb Millionen, das Schulwesen kostet effektiv 1,2 Millionen, und das Wohlfahrtswesen beansprucht fast 1,6 Millionen. — Eine besondere Betrachtung erfordert der Etat der Kaschruth-Verwaltung. Wahrend in den Jahren 1924, 1925 und 1926 dieser Zweig der Verwaltung nur geringe Zuschüsse erforderte, stieg er im Jahre 1927 auf RM. 51 000.— und im Jahre 1928 auf mehr als das. Doppelte, nämlich auf RM. 105 000.—. Im Beerdigungswesen gleichen sich, nachdem die Erhöhung der Beerdigungsgebühren durchgeführt ist, die Einhöhung der Beerdigungsgebühren durchgeführt ist, die Einnahmen mit den Ausgaben aus. Es betragen hier sowohl die Einnahmen wie die Ausgaben RM. 606 750.—. — Das Kapital Unterrichts- und Bibliothekswesen weist einen um RM. 220 000.— erhöhten Zuschuß auf. Der Gesamtzuschuß der Gemeinde beträgt hier, wie bereits erwähnt, RM. 1 208 000.—. Wien Wien, 18. April. (JTA.) Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde befaßte sich in seinen letzten Sitzungen mit dem Budgetvoranschlag für das Jahr 1929. Der Referent, Dr. Oppenheim, gab zunächst einen Auszug aus dem Rechnungsabschluß für 1928. In diesem Jahre betrugen die Gesamteinnahmen der Kultusgemeinde 5.977.556 Schilling, die Gesamtausgaben beliefen sich auf 6.047.220 Schilling, so daß sich für 1928 ein Defizit von 69.663 Schilling ergibt, dem das pro 1928 vorgetragene Defizit von 1927 in Höhe von 207.067 Schilling zuzurechnen ist, so daß für 1929 ein Gesamtdefizit von 276.730 Schilling zum Vortrag gelangt. Die von der Finanzkommission und dem Vertreterkollegium genehmigte und nunmehr vom Plenum des Kultusvorstandes zu behandelnde Vorlage für das Verwaltungsjahr 1929 verzeichnet an Einnahmen insgesamt 5.650.450 Schilling, an Ausgaben insgesamt 5.839.785 Schilling, so daß für 1929 ein Defizit von 159.336 Schilling zu gewärtigen ist. — Diese Gesamtziffern verteilen sich auf die einzelnen Budgetkapitel wie folgt: Kultus und Ritualien: Einnahmen 649.115 Schilling, Ausgaben 988.760 Schilling; Unterrichts- und Bibliothekswesen: Einnahmen 27.658 Schilling, Ausgaben 391.035; Friedhofwesen; Einnahmen 1.505.004 Schilling, Ausgaben 1.048.549 Schilling, Fürsorgewesen; Einnahmen 1.108.013 Schilling, Ausgaben 1.929.959 Schilling; Verwaltung: Einnahmen 218.100 Schilling, Ausgaben 1.229.190 Schilling; Hausverwaltungen: Einnahmen 17.550 Schilling, Ausgaben 62.460 Schilling; Kuitussteuer: Einnahmen 2.100.000 Schilling; Matriken: Einnahmen 25.000 Schilling, Ausgaben 39.833 Schilling; Außerordentliches: Ausgaben 150.000 Schilling. Brief aus Palästina Das transjordanische Parlament. — Einheitsfront in Palästina Von Dr. Fritz Loewenstein, Jerusalem In dieser Woche ist in Amman, dem alten Rabbath Ammon, das erste Parlament unseres transjordanischen „Nachbarstaates“ eröffnet worden. Das Ereignis geht uns noch mehr an als alle anderen Vorgänge des arabischen Orients, denn Transjordanien ist ein Teil Palästinas und die Aufhebung der auf das jüdische Nationalheim bezüglichen Artikel des Mandats für Transjordanien vermag an unseren historischen Rechten auf dieses Land nichts zu ändern. Nach Ägypten, dem Irak und Syrien hat nun also auch Transjordanien sein Parlament erhalten, und damit bleibt Westjordanien, das eigentliche Palästina, als einziger Staat ohne eine Volksvertretung, ein Moment, das für uns die schwere Sorge erweckt, wie lange ein derartiger Zustand noch aufrecht erhalten werden wird. Das Parlament Transjordaniens ist nur mit größten Schwierigkeiten zustande gekommen. Die Bevölkerung protestierte aufs heftigste gegen diese Volksvertretung, bei der fünfzehn von dreißig Mitgliedern von der Regierung ernannt würden, während die anderen fünfzehn gewählten Vertreter ihre Wahl großenteils den skrupellosen Methoden verdanken, mit denen die Regierung ihren Wahlterror ausgeübt hat. Das Parlament, wenn man im Ernst diese Bezeichnung anwenden will, ist in der Hauptsache zu dem Zwecke geschaffen worden, um den Vertrag zwischen Großbritannien und dem Emir Abdallah zu bestätigen, aber es* ist noch keineswegs ausgemacht, ob selbst dies auf diese Weise zustande gekommene Parlament dazu bereit sein wird. Wie wenig England selbst mit diesem neuen Status des Landes zu rechnen gedenkt, kann man aus der Tatsache ersehen, daß Herr Chancellor, der ja auch Oberkommissär für Transjordanien ist, es nicht für nötig hielt, zur Eröffnung des Parlaments nach Amman zu fahren, sondern sich mit einem Briefe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.