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Das jüdische Echo · 1929-05-03 · 18 (3.5.1929) · p. Seite 276

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
18 (3.5.1929)
Date
1929-05-03
Page
Seite 276 (sequence 4)
Language
German
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276 Das Jüdische Echo Nr. 18 Weizmann schreibt u. a.: „Wäre es mir möglich gewesen, dort zu sein, so gäbe es für mich keine größere Genugtuung, als teilnehmen zu können an dieser historischen Zusammenkunft. Es sind bereits einige Jahre vergangen, seitdem die Zionistische Organisation die Initiative ergriffen hat, Vorschläge zu machen für die Erweiterung der Basis der Jewish Agency für Palästina. Sie tat es in der Überzeugung, daß in dem von der britischen Regierung angenommenen und international bestätigten Mandat eine allgemeine Basis vorhanden war, auf welcher Juden aller Richtungen sich in der gemeinsamen Bestrebung vereinigen konnten, in Palästina das Jüdische Nationalheim im Geiste der Balfour- Deklaration zu begründen. Innerhalb und durch die Jewish Agency wäre es für die Juden der ganzen Welt möglich, sich zu vereinigen in der Arbeit für den Wiederaufbau in Palästina, zu dauerndem Nutzen des jüdischen Volkes und zur Ehre des jüdischen Namens. Das war der Geist, in welchem das Projekt entstand.... Wenn das das Resultat der Konferenz sein wird, wird es in der jüdischen Welt als ein Ereignis von großer Bedeutung anerkannt werden. Aus Gründen, welche den Mitarbeitern ganz selbstverständlich sind, muß die englische Judenheit naturgemäß eine Position besonderer Verantwortlichkeit in einer weltumfassenden jüdischen Bewegung einnehmen, und insbesondere in einer Bewegung, die Palästina angeht. Viel erwartet man von der englisch-jüdischen Gemeinschaft mit ihren großen Traditionen uneigennütziger und fruchtbarer öffentlicher Arbeit. Ich vertraue, daß sie treu bleiben wird diesen Traditionen in der Arbeit, die vor ihr in der Jewish Agency liegt. Ihr gez. Ch. Weizmann. Außer Melchett sprachen Chiefrabbi Dr. Hertz, Sir Mathew Nathan, Sir Meyer Spielmann, das Parlamentsmitglied Finburgh und Josef Prag. Den Vorsitz in der Versammlung führte d’Avigdor Goldsmid. Unter den Anwesenden befand sich auch Lord James Rothschild. Die Versammlung nahm einen Beschluß an, in dem die Resolution der von der vom Board of Deputies einberufenen Konferenz, eine einheitliche Front der englischen Judenheit beim Aufbau des Nationalheims zu schaffen, begrüßt wird. Die Reden der einzelnen Referenten wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen, desgleichen die Briefe Professor Weizmanns und Nahum Sokolows. Der Verfassungsentwurf der Jewish Ägency Louis Marshall über die jüdische Staatsidee N e u y o r k , 21. April. (JTA.) Bei einem soeben in Neuyork-Brooklyn abgehaltenen Dinner des United Palestine Appea hielt Herr Louis Marshall, Präsident des American Jewish Committee und Repräsentant der nichtzionistischen Palästina- Freunde in den Vereinigten Staaten, eine bedeutungsvolle Ansprache. Er teilte zunächst mit, daß der Verfassungsentwurf der erweiterten Jewish Agency bereits fertiggestellt ist, daß die Jewish Agency laut diesem Entwürfe aus zweihundert oder zweihundertzehn Mitgliedern bestehen werde und daß vierundvierzig nichtzionistische Agency- Vertreter aus den Vereinigten Staaten bereits erwählt worden sind. Wir werden, fügte Louis Marshall hinzu, nach dem sechzehnten Zionistenkongreß, der im Juli d. J. in Zürich stattfindet, zu einer Versammlung mit den Zionisten gehen; in dieser Versammlung werden Zionisten und Nichtzionisten gemeinsam die Jewish-Agency-Verpflichtungen auf sich nehmen. Im Verlauf seiner Ansprache kam Louis Marshall auf die Zukunft Palästinas zu sprechen und führte, zu den Zionisten gewendet, unter höchster Spannung aller Anwesenden ungefähr aus: Wenn Ihr je eine genügende Zahl Juden in Palästina haben werdet, die die Kraft haben werden, einen jüdischen Staat zu bilden, so werdet Ihr den Staat haben. Ich werde und will auch nicht diesen Tag erleben, auch Ihr werdet es nicht und auch nicht Eure Kinder. Darum wollen wir uns nicht in die späte Zukunft versenken, sondern laßt uns unsere Gedanken und Energien auf die Gegenwartsarbeit konzentrieren, und zwar in der Weise, daß wir Palästina wirtschaftlich fördern, seiner Entwicklung emporhelfen und die hebräische Universität, sowie alles, was geistig ist, fördern. Louis Marshall wandte sich an jene Zionisten, die an der Aufrichtigkeit der Nichtzionisten, an dem Aufbau Palästinas ernstlich mitzuarbeiten, zweifeln, und erklärte, daß die Nichtzionisten in den Pakt betreffend die Erweiterung der Jewish Agency mit dem vollen Bewußtsein eingetreten seien, daß der Aufbau Palästinas eine übermenschliche Anstrengung erfordert und schließlich eine riesige Summe Geldes kosten werde. Er appellierte an alle Zionisten, auch wenn die Jewish Agency ins Dasein treten wird, die Anstrengungen ihrerseits nicht im mindesten zu verringern. Erwartet keine Wunder von der Einigkeit zwischen Zionisten und Nichtzionisten, schloß er. Diese Einigkeit bedeutet die Übernahme schwerer Arbeit und schwerer Pflichten für beide Teile. Eine größere Wählerschaft bedeutet immer Erfordernis größerer Fonds. Wenn die Führer der vier Millionen Seelen zählenden amerikanischen Judenheit einig sind, und wenn wir Amerikaner die Führer der Judenheit im Auslande neben uns wissen, dann werden wir eine unbesiegbare Armee darstellen. Alliance Israelite und Jewish Agency Paris, 27. April. (JTA.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist die Alliance Israelite Üniverselle in Paris von seitens der Zionistischen Organisation bevollmächtigten Personen eingeladen worden, sich über die Möglichkeit ihrer Teilnahme an der erweiterten Jewish Agency zu äußern. Das Präsidium der Alliance hat darauf geantwortet, daß die Frage der Teilnahme der Alliance Israelite Universelle an der Jewish Agency in kurzer Zeit von den maßgebenden Persönlichkeiten der Alliance erörtert und entschieden werden wird. Auf Ersuchen französischer jüdischer Kreise hat, wie wir erfahren, die zionistische Exekutive beschlossen, den Vertretern des französischen Judentums drei Sitze im großen Rat der Jewish Agency zu gewähren. Besucht den Münchener Tierpark Hellabrunn!

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