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Das jüdische Echo · 1929-04-26 · 17 (26.4.1929) · p. Seite 269

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
17 (26.4.1929)
Date
1929-04-26
Page
Seite 269 (sequence 22)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 269 den wir gleichfalls aus der Bibel kennen. Und weiter hinaus dehnt sich die wunderbare Ebene M a c h n a. Hier gedeiht der schönste Weizen und die zahllosen Bäume im Tale tragen die köstlichsten Früchte. Zwischen all diesen historischen Orten liegen zahlreiche arabische Dörfer, unter ihnen A w e r t a , wo P i n c h a s und sein Vater Eleazar ruhen sollen. Mehrmals im Jahre versammeln sich die Samariter zum Gebete in der Nähe dieses Grabes, unter einer mächtigen uralten Eiche: und auch die Araber verehren diese Stätte. * * * Wir nehmen Abschied von allen jenen heiligen Plätzen, von den majestätischen Bergen und den vielen kleinen Dörfern, von den silbernen Bächen, dem alten Hermon, dessen schneebedecktes Haupt in weiter Ferne auftaucht, und schließlich von dem Mittelmeere, dessen spiegelglatte Fläche gerade jetzt im hellen Sonnenschein blau, weiß und grün opaleszierend aufblinkt. In Gedanken grüßen wir nochmals die Arbeiter und Bauern der weiten Täler vor uns und endlich den Karmel, der uns an die Rückkehr nach Haifa gemahnt. Gemeindenu. Vereins-Echo Etatsitzung der Münchener Kultus gemeinde RM. 2000.— für den Keren Hajessod genehmigt Gründung einer Darlehenskasse gesichert Schulfrage vertagt München. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands, die am 17. April stattfand, hatte sich hauptsächlich mit der Beratung und Beschlußfassung über den Etat für das Jahr 1929 zu befassen. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der Vorsitzende, Herr Dr. Wilmersdörffer, Herrn Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer das Beileid der Gemeindeverwaltung zu dem schweren Verlust aus, der er durch den Tod seiner Tochter erlitten hat. Darauf wurde beschlossen, den Herren Dr. Klugmann und Hauptlehrer Rosenfelder, die als beratende Mitglieder (ohne Stimmrecht) in den Schulausschuß gewählt worden waren, das Stimmrecht zu gewähren. Ferner wurde fürFrauDr.Grete Weihl, die ihre Wahl abgelehnt hatte, auf Vorschlag der zionistischen Fraktion Frau Rosa Goldberg zur Beauftragten für das israelitische Pensionat bestellt. Auf Antrag der orthodoxen Fraktion wurde die Zuwahl des Herrn Rabbiner Dr. Ehrentreu in alle die Ausschüsse beschlossen, an denen er kraft seines Amtes interessiert ist! in den Jugendausschuß tritt gleichzeitig mit ihm Herr Dr. Keßler ein. Schließlich wurde noch der Bericht des Revisionsausschußes zur Kenntnis gebracht, die Jahresrechnung und die Entlastung des Vorstandes einstimmig genehmigt. Den Etat erläuterte der Referent, Herr Justizrat Dr. Straus. Er führte etwa folgendes aus: Der Etat, der in Einnahmen und Ausgaben mit 742 195.40 RM. abschließt, zeigt gegenüber dem des Vorjahres eine Verminderung von etwa 120 000 RM., die auf die geplante Ermäßigung des Um- 'agensatzes von 1 Prozent, sowie auf den Wegfall einer einmaligen Vergütung znrückzuführen ist. Die unbedingt notwendige Herabsetzung des Umlagensatzes hat sich infolge der erhöhten Einnahmen des Vorjahres als möglich erwiesen. Im allgemeinen hält sich der Etat an die Ziffern des Vorjahres; er weist auch keine hervorragenden Neuerungen auf. Die Ausgaben der Gemeinde betragen jedoch nicht, wie es scheinen könnte, 742 000 RM., da diese Summe eine Reihe von durchlaufenden Posten (etwa 25 000 RM.) und von Spezialausgaben enthält, denen Spezialeinnahmen in gleicher Höhe gegenüberstehen (etwa 108 000 RM.). Die Hauptausgabenposten sind die für Besoldungen und Pensionen im Betrage von 208 000 RM. — 45 Prozent und für Wohlfahrtspflege 143 400 RM. — 23,5 Prozent. Der Voranschlag bemüht sich mit voller Absicht eine Betriebsreserve von etwa 25 000 RM. einzusparen, da die Gemeinde, nachdem die Refundierung des Stiftungsvermögens im wesentlichen abgeschlossen ist, notwendig auch ein Barvermögen ansammeln muß; ob sich diese Einsparung tatsächlich im laufenden Jahre verwirklichen läßt, kann heute noch nicht gesagt werden. Zusammenfassend stellt Herr Justizrat Straus fest, daß der Etat jedenfalls die Gemeinde zustande kommt und machte dann Ausgaben zu erfüllen. In der Generaldebatte nahm zuerst Herr Dr. Siegel für die zionistische Fraktion das Wort: Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß dieser Etat erstmalig unter Mitwirkung aller Kreise der Gemeinde zustandekommt und machte dann einige Bemerkungen zur Lage der Juden in Bayern und in München, die er wesentlich pessimistischer sieht als Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, der sie in seinem Jahresbericht doch wohl zu rosig geschildert hatte. Noch immer sei in Bayern in praxi eine lex Heim in Mode, die die Anstellung der Juden im Staatsdienst nur nach einer gewissen Prozentnorm zuläßt; noch immer verhalte sich die Universität sehr ablehnend gegenüber den Juden, die Ritualmordhetze in Franken könne ohne Einschreiten der Staatsgewalt betrieben werden, im ganzen sei die Lage der Juden in Bayern viel schlechter als im übrigen Reich. Ebenso pessimistisch beurteilt der Redner die wirtschaftliche Lage der Juden, und er bezweifelt, daß die Umlagen in der angesetzten Höhe eingehen würden. Der finanzielle Status der Gemeinde könne jedoch wesentlich optimistischer betrachtet werden, was auf die ausgezeichnete Entwicklung der Finanzpolitik der letzten Jahre zurückzuführen sei; es sei zu begrüßen, daß man heute eine Steuerermäßigung werde beschließen können. Klagen über den zu hohen Steuersatz seien zwar verständlich, aber nicht berechtigt, die „Konkurrenz“ könne es trotz hoher Staatszuschüsse auch nicht billiger machen. Unter ein gewisses Minimum dürften die Ausgaben der Gemeinde-nicht sinken, auch sei ja der Spielraum, der ihrer freien Verfügung gelassen sei, wegen der hohen zwangsläufigen Ausgaben ohnehin nur sehr gering, ja er, Redner, stehe auf dem Standpunkt, daß der Etat auch heute noch nicht allen Aufgaben gerecht werde, die die Gemeinde zu erfüllen hat. Indessen zeige er doch auch in dieser Richtung wesentliche Fortschritte. Kommerzienrat Dr. Wassermann (liberale Fraktion) führt aus, daß im Etat das Prinzip der Koalition zum Ausdruck gekommen sei; allen berechtigten Wünschen sei Rechnung getragen. Den Ausführungen des Vorredners über die allgemeine und wirtschaftliche Lage stimme er im wesentlichen zu; der Etat berücksichtige diese Situation und wahre auch das ökonomische Prinzip, indem er versuche, den größten Erfolg mit dem kleinsten Aufwand zu erreichen. Der Redner würdigte die Verdienste des Herrn Jusitzrat Straus bei der

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