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Das jüdische Echo · 1929-04-26 · 17 (26.4.1929) · p. Seite 267

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
17 (26.4.1929)
Date
1929-04-26
Page
Seite 267 (sequence 20)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 267 ■ II III11111 1 1 11 1 1111 1 | Feuilleton 11 Ulli 1 lllll 11 1 III I Die Samaritaner Ein Pessachausflug auf den Berg Gerisim Von Ing. Rudolf Seiden Jerusalem, die heilige Stadt atmet noch immer feierliche Stimmung, wie man sie sonst an keinem Punkte der Erde antrifft: ihre großen Kirchen, Moscheen und Tempel, ihre Türme und Mauern, das steinige Gebirge und die grünenden Täler, welche Jerusalem umgeben, seine mannigfaltigen Typen — eines bunten Völkergemisches —, gedrückte und fröhliche, fromme und freisinnige Menschen, all das verleiht der Stadt ein einzigartiges Gepräge. Tausende von Juden kommen um Pessach nach Jerusalem, und schon zur Zeit der jüdischen Könige, als die Römer bereits das Land besetzt hatten, schätzte einer ihrer Offiziere die in der Stadt versammelte Menge auf 2 700 000 Seelen, mit der Begründung, daß 270 000 Betrunkene gezählt wurden. Wenn auch die Proportion der Nüchternen zu den Übermütigen nicht ganz der Wirklichkeit entsprechen sollte, ist es doch Tatsache, daß Tausende und aber Tausende von Gläubigen zu den Feiertagen aus weiter Ferne nach Jerusalem pilgerten. Das interessanteste Fest in Palästina ist wohl die Pessachfeier der Samaritaner („Schomrim“, wie sie sich auch nennen, „Hüter und Schützer des Glaubens“). Sie sind eigentlich keine Juden, sondern Mischlinge, deren Ursprung in die Zeit zurückreicht, in der Salmanasar nach Eroberung des Landes die Juden nach Assyrien führte und Babylonier nach Palästina schickte, welche sich mit dem Reste des im Lande verbliebenen jüdischen Volkes vermengten. Seither legten die Samaritaner Wert auf die ErhaL tung ihrer Rasse und ehemaligen Gebräuche, so daß sie heute noch ihre Bücher in althebräischer (samaritanischer) Schrift schreiben und Opfer bringen. Aus der Bibel kennen sie nur die ihnen heiligen Bücher Moses und Josuas. Jede Familie ist stolz darauf, diese selbst zu schreiben; aber besonders stolz sind die Samaritaner auf ein solches Buch, welches 3200 Jahre alt sein soll (was freilich sehr fraglich ist) und welches nach ihren Angaben von Awischna, Sohn des Pinchas, Enkel des Eleazar und Urenkel des Hohenpriesters Aron geschrieben wurde. Ihr Hoherpriester selbst rühmt sich, ein direkter Nachkomme dieses Pinchas zu sein, da sich seit undenklicher Zeit dieses Amt vom Vater auf den Sohn vererbt. Als die Juden aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren und mit der Erbauung des zweiten Tempels begonnen hatten, wollten die Samaritaner an diesem heiligen Werke teilhaben, wurden jedoch mit ihrem Verlangen abgewiesen und ihnen selbst die Aufnahme in die jüdische Gemeinschaft verweigert. Niemals mehr verziehen die Samaritaner den Juden diese Beleidigung; sie haßten und bekämpften sie, sooft und solange sie es vermochten; auf ihrem Territorium duldeten sie nie wieder jüdische Ansiedlungen. Nahe von Sichern (Nablus), auf dem Berge Gerisim, erbauten sich die Samaritaner einen eigenen Tempel; bald jedoch wurden sie von den Römern wegen ihres religiösen und nationalen Fanatismus unterdrückt; auch die Byzantiner, ebenso die Araber und schließlich die Kreuzfahrer richteten unter ihnen wiederholt furchtbare Blutbäder an. So kommt es, daß dieses einst mächtige Volk immer mehr und mehr zusammenschrumpfte und heute nur noch 130 Seelen — Handwerker und Händler —■ zählt. Ausflug nach Samarja! Frühmorgens macht man sich in fröhlicher Stimmung auf den Weg; die Gesellschaft wird immer zahlreicher und bunter; von allen Kolonien und Städten schließen sich stets neue Gruppen unserer „Karawane“ an. In Tulkerem, dem Eisenbahnknotenpunkt, haben sich Hunderte von Menschen eingefunden: von hier aus beginnt die Wanderung zum gemeinsamen Ziel. Längs der Eisenbahn führt der Weg nach Samaria (Sebastia), einem elenden, arabischen Nest, nahe den schönen Ruinen des einst prunkvollen Schomro, der Residenz der jüdischen Könige. Die Straße führt an Sichern (Nablus) vorbei. Dort wohnen die Samaritaner, mehr als 100 Männer und kaum 30 Frauen. Ihre Niederlassung besteht aus einem großen Hof mit umliegenden ärmlichen Häuschen, dem Tempel und der Schule. Die samaritanischen Frauen sind klein und unansehnlich; diese körperliche Schwäche erklärt sich vielleicht durch den großen Mangel an Frauen, unter dem die Männer — fast ausnahmslos schön, stark und groß gewachsen — zu leiden haben. Auf vier Männer Ohne Klaviersiunde können Sie sich und Ihren Freunden durch meisterhafte Wiedergabe klassischer u. moderner Kompositionen genußvolle Stunden bereiten. Das Römhildi Viriuola (Flügel oder Piano) verwandelt sich unter ungeübten Händen zu einem tonschönen, klangreichen Instrument, das immer von neuem erfreut. Audi wenn Sie mit hochgespanntenErwartungen zu uns kommen, wird die unverbindliche Vorführung des Römhildt Virtuolas Sie angenehm überraschen. Dabei sind unsere Zahlungsbedingungen äußerst günstig. Alleinige Niederlage Pianohaus Hirsch am Sendlingeriorplaiz München / Lindwurmstraße 1

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