Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 17 (26.4.1929)
- Date
- 1929-04-26
- Page
- Seite 262 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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262 Nr. 17 Das Jüdische Echo Es wurden dann Begrüßungstelegramme von vielen Rektoren amerikanischer Universitäten verlesen. Es folgten Ansprachen vom Minister des Innern Wilbur, der auch den Präsidenten Hoover vertrat, dem deutschen Botschafter von Prittwitz, dem Bürgermeister von Neuyork, Walker, dem berühmten amerikanisch-jüdischen Philantropen Nathan Straus, dem Präsidenten des American Jewish Committee Louis Marshall und anderen jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten, sowie Führern der zionistischen Bewegung. Die Reden und Telegramme werden als Buch gebunden und Einstein als Andenken überbracht werden. Eine große Zahl der Teilnehmer an der Feier trug sich in die Glückwunschliste ein und stiftete für den Einstein-Wald und den Landerwerb des Jüdischen Nationalfonds je 100 Dollar. Aus der jüdischen Welt Tagung des Landesverbandes der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens Berlin, 18. April. (JTA.) In Offenbach a. M. fand am letzten Sonntag die vierte ordentliche Tagung des Landesverbandes der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens statt. Den Geschäftsbericht erstattete Kommerzienrat Mayer (Mainz). Der Verband zählt 135 Gemeinden mit 16 795 Mitgliedern. Nicht angeschlossen sind ihm noch 72 hessische Gemeinden mit 3356 Seelen. Das Budget weist eine Überbelastung auf, für das kommende Jahr bleibt ein Defizit von RM. 3000.—. Die Weitererhaltung des Landesverbandes ist unter diesen Umständen ernstlich gefährdet, nur bei Entrichtung des Pflichtbeitrages durch alle angeschlossenen Gemeinden sei der Fortbestand möglich. Es werden verschiedene Sparmaßnahmen, wie Streichung des Lektorates an der Universität Gießen, Reduktion der Pessach-Gratifikationen an die Lehrer, Ablehnung aller Zuschüsse für nichthessische Institutionen usw. vorgeschlagen. Eine einmalige Auflage von RM. 1.— pro Mitglied wird Vorbehalten. Der Voranschlag für 1929 wird bewilligt. Zum Vorsitzenden wurde Kommerzienrat Mayer (Mainz), zum stellvertretenden Vorsitzenden Kommerzienrat Kronenberger (Mainz) wiedergewählt. Rabbiner Dr. Dienemann referierte über „Aufbau und Gedankengang unserer täglichen Gebete“. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HÖCKER & BÄUERLE Landwehrstr. 57/59 T. 596858 Hygienisch modernster Betrieb am Platze. Bekannt für erste Qualität. Getrennte Behandlung. Jede Hausfrau kann sich persönlich von der schonendsten Behandlung der Wäsche überzeugen. Waschmittel: Reine Kernseifenflocken 90°/0ig. Haushaltwäsche — V orhangspannerei — Stärkwäsche—F einbügelei. Grollte Lohnwäscherei Münchens Diese Neuerung bietet große Verbilligung Verlangen Sie Prospekte. Unverbindliche Besichtigung* Äbholung und Zustellung mittels Autos. Vornehme Beleuchtungskörper Zuglampen Tisch- und Ständerlampen Alabasterschalen J.WINHART&Co. Marsstrasse 7 (am Hauptb.) Die Einstein-Schenkung der Stadt Berlin Statt eines Hauses eine öde kleine Landparzelle Berlin, 17. April. (JTA.) Die „B. Z. am Mittag“ bringt heute aufsehenerregende Mitteilungen im Zusammenhang mit dem Geburtstagsgeschenk der Stadt Berlin an ihren berühmtesten Bürger, Prof. Albert Einstein. Darnach steht das Einstein zu lebenslänglichem Wohnsitz überlassene Wohnhaus nebst Park in Neu-Kladow gar nicht zur Verfügung des Berliner Magistrats, sondern ist für die Dauer von fünf Jahren noch im Besitz einer Frau Brandis, deren Verwalter, ein gewisser Oberleutnant von Zeschau, Frau Prof. Einstein, als sie zur Besichtigung des Geburtstagsgeschenkes nach Neu-Kladow kam, bedeutete, daß Einstein auf dem Gute gar nichts zu suchen habe. Der Berliner Magistrat sucht nun diese Blamage in der Weise wieder gut zu machen, daß er heute beschloß, Prof. Einstein und seiner Gemahlin den hinteren Teil eines Wirtschaftshofes in Gatow, ein ödes Stück Land in Größe von etwa 2 bis 3 Morgen, das auf Kosten der Stadt in einen Garten umgestaltet werden soll, auf Lebenszeit zur Verfügung zu stellen. Mit dem Motor-Yachtklub wird verhandelt, damit Prof. Einstein einen Zugang zum See erhält. Würde Einstein sich hier niederlassen wollen, so müßte er aus eigenen Mitteln ein Häuschen bauen. „B. Z. am Mittag“ schließt: „Man muß sagen, daß in solcher Art kaum je ein großer Mitbürger irgendeiner großen Stadt in Europa ,geehrt4 worden ist.“ Auch Hamburg lehnt die „Deutsche Studentenschaft“ ab Hamburg, 18. April. (JTA.) Land für Land schließt sich dem preußischen Vorgehen gegen die völkisch zusammengesetzte „Deutsche Studentenschaft“ an. Die Hamburgische Bürgerschaft hat den _ demokratisch-sozialdemokratischen Antrag auf Änderung des Studentenrechtes an der Hamburgischen Üniversität mit 75 gegen 61 Stimmen angenommen. Der Antrag bestimmt, daß die Zugehörigkeit zur Studentenschaft gewährt werden soll den Studierenden reichsdeutscher Staatsangehörigkeit, den Studierenden deutsch-österreichischer und Danziger Staatsangehörigkeit* den vom Rektor anerkannten Auslandsdeutscheri- Studierenden ohne Unterschied der Rasse und des Bekenntnisses, ferner daß die Hamburgischen studentischen Organisationen sich nur mit anderen deutschen Hochschulen zusammenschließen dürfen, deren Satzungen mit denen der Hamburgischen Universität übereinstimmen. Sühne für Arnsberg Berlin, 19. April. (JTA.) Vor dem Erweiterten Schöffengericht in Arnsberg fand schon am 12. April im beschleunigten Verfahren die Verhand-