Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 16 (19.4.1929)
- Date
- 1929-04-19
- Page
- Seite 250 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103083-9164470--09372-9082280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
250 Das Jüdische Echo Nr. 16 Guardian“ — im Hinblick auf Einwendungen der deutschen, holländischen, italienischen und amerikanischen Regierung gegen die anfänglich bestandene Absicht der britischen Regierung, nur britische Firmen zur Einreichung von Angeboten betreffs des 1.250.000-Pfund-Unternehmens einzuladen, gefaßt. Man glaubt, daß die Einwände auswärtiger Regierungen nicht mehr erhoben werden würden, sobald das Arbeitsdepartement der Palästinaregierung selbst die Bauarbeiten durchführt. Nun aber, fährt „Manchester Guardian“ fort, stehen dem im April fälligen Hafenbaubeginn zwei weitere Schwierigkeiten entgegen: 1. In dem den Hafen beliefernden Steinbruch bei Athlit an der Küste wurden wichtige prähistorische Höhlen entdeckt, die nun gründlich untersucht werden müssen, wodurch die Steinbrucharbeit unterbrochen werden mußte. 2. Die Regierung hat sich bei Aufnahme der Palästinaanleihe zu einer Mindestlohnklausel verpflichtet, hat aber weder der Zionistischen Organisation noch Kenworthy und Wedgwood im Parlament hierüber eine befriedigende Antwort erteilt. Sir John Chancellor meint, man solle die Qualitätsarbeit den Juden und die Roharbeit den Arabern geben, was von jüdischen Arbeitervertretern zurückgewiesen wird, einmal weil Unterschiede nicht statuiert werden sollen und zweitens weil die Qualitätsarbeit gegenüber der Roharbeit beim Hafenbau nicht entsprechend ins Gewicht fällt. Die Entscheidung der Palästinaregierung betreffs der Infiathböden Jerusalem, 15. April. (JTA.) Die Regierung hat nunmehr die Entscheidung über die Besitzverhältnisse betreffs der sogenannten Infiathböden bei Chedera getroffen. Darnach sollen die Beduinen 500 Dunum Boden, den sie in den letzten Jahren in Pacht gehabt haben, zur weiteren Kultivierung erhalten, während die jüdischen Kolonisten von diesen Böden nur noch 300 Dunam, einschließlich des Nassatissin-Hains, verbleiben. Über den Besitz der Infiathböden besteht seit langem ein Streit zwischen einem Beduinenstamm und den jüdischen Kolonisten von Chedera. Die Beduinen haben wiederholt die jüdischen Kolonisten, die diese Böden kultivieren, während der Arbeit angegriffen. Die Regierung hatte, um den Zusammenstößen ein Ende zu machen, die Verfügung getroffen, daß der strittige Boden bis zur Klarstellung der Besitzverhältnisse von beiden Parteien nicht bearbeitet werden dürfe. Nunmehr hat die Regierung eine Entscheidung getroffen, die wohl von den jüdischen Kolonisten, die verbriefte Rechte auf diese Böden haben, nicht unangefochten bleiben wird. Harry Sacher, Edwin Samuel und andere Persönlichkeiten von einer Tote-Meer-Fahrt nicht zurückgekehrt — Beunruhigung in Jerusalem über ihr Schicksal Jerusalem, 15. April. (JTA.) Eine Gesellschaft von zwölf prominenten Persönlichkeiten, unter ihnen das Mitglied der Zionistischen Exekutive in Palästina, Dr. Harry Sacher, Edwin Samuel, der Sohn des früheren Oberkommissars, Sir Herbert Samuel, und ihre Frauen, haben eine Fahrt nach dem Toten Meer unternommen und wurden am Samstag abend in Jerusalem zurückerwartet. Da sie am Montag morgen noch nicht zurückgekehrt waren, ist man in Jerusalem über ihr Schicksal sehr beunruhigt. Ein Luftfahrzeug, Abteilungen der palästinensisch-transjordanischen Polizei und Privatpersonen begaben sich auf die Suche nach der Gesellschaft. Die palästinensische Bevölkerung die fruchtbarste der Welt Jerusalem, 13. April. (JTA.) Aus der soeben veröffentlichten amtlichen Geburtenstatistik geht hervor, daß die Bevölkerung Palästinas die fruchtbarste in der ganzen Welt ist. In Palästina kommen auf 10 000 Einwohner jährlich 534 Geburten. Mit dieser Ziffer übertrifft Palästina beträchtlich die Geburtenziffer Ägyptens (428 auf 10 000) und die Rußlands (409 auf 10 000); sie ist dreimal so groß wie die Geburtenziffer Schwedens und mehr als zweimal so groß wie die Geburtenziffer Englands. Wahl der jüdischen Arbeiterräte in Palästina Jerusalem, 9. April. (JTA.) In Palästina fanden gestern die Wahlen in die Arbeiterräte statt. Die Partei Achduth Haawoda (palästinensische Poale Zion) konnte allein 60 Prozent der abgegebenen Stimmen auf ihre Listen vereinigen. Auf die Liste der Hapoel Hazair (Hitachduth) wurden 20 Prozent der Stimmen, die restlichen 20 Prozent wurden auf die Listen des Hapoel Hamisrachi und der extrem linken Arbeiterparteien abgegeben. Übertriebene Meldungen über Wahabiten- Angriffe in Transjordanien Jerusalem, 8. April. (JTA.) Vor kurzem gingen Nachrichten durch die Presse der Welt, daß Wahabiten einen Angriff auf den Howeit- Stamm an der Grenze Transjordaniens ausgeführt und dabei 500 Angehörige des Stammes (in manchen Zeitungen war sogar von 5000 die Rede) getötet haben. Wie nun die arabische Presse feststellt, handelte es sich hier um geringfügige Geplänkel, bei welchen im ganzen fünf Angehörige des Howeit-Stammes getötet worden waren. Dieser Stamm war mehrere Jahre hindurch den Wahabiten tributpflichtig, im letzten Jahre verweigerte er die Tributzahlung, woraufhin der Angriff der Wahabiten als Strafmaßnahme erfolgte. Gäste in Palästina In Palästina eingetroffen sind Lord Grey, ein Verwandter des bekannten englischen Staatsmannes des gleichen Namens, in Begleitung seiner beiden Töchter, und M. Julien Cain, Sektionschef im französischen Außenministerium. — Von prominenten jüdischen Gästen sind die Herren Dr. Cyrus Adler aus Cincinnati, Julius Simon aus Neuyork und Paul Singer, der Vertreter des Keren Kajemeth in London, in Palästina eingetroffen. Auch Herr I. Bach, stellvertretender Präsident der „Public National Bank of America“ und einer der namhaftesten jüdischen Bankiers in Amerika wird in diesen Tagen im Lande erwartet. (Ziko.) Orthodoxe Erziehung im Budget der Zionistischen Exekutive Vom Jahre 5679 bis zum Beginn des laufenden Rechnungsjahres hat das Erziehungsdepartement Besucht den Münchener Tierpark Hellabrunn!