Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- Seite 232 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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232 Nr. 15 Das Jüdische Echo liehen Vorwurf wehren zu müssen gezwungen ist, gegen einen Vorwurf, der auch dem oberflächlichsten Leser d,er Bibel als ein Wahngebilde des Hasses erscheinen muß. Wir erklären hiermit feierlichst: Die Quellen der jüdischen Lehre, insbesondere auch des Talmuds, enthalten kein Wort, das auch nur entfernt im Sinne dieses teuflischen Vorwurfs gedeutet werden könnte. ... Die Ritualmordlüge ist eine Ausgeburt finsteren Hasses, eine Verleumdung unseres Glaubens, die wir in tiefster Entrüstung zurückweisen. Wir sind bereit, die Wahrheit dieser Erklärung gegenüber allen Verleumdern vor jedem Gericht zu erhärten.“ Banditen in der großen Synagoge von Chikago 80 Teilnehmer an einer Rumänien-Feier ausgeraubt Berlin, 9. April. (JTA.) Nach einem Telegramm aus Chikago drangen am Sonntag, dem 7. April, abends, fünf schwerbewaffnete Räuber in die große Synagoge in Chikago ein, wo in Anwesenheit rumänischer Regierungsvertreter, des rumänischen Konsuls und anderer prominenter Persönlichkeiten die Zehnjahresfeier der Begründung des vereinigten Rumäniens stattfand. Sie drängten etwa 80 Zuhörer an die Wand, leerten ihnen die Taschen und erbeuteten Bargeld im Gesamtwert von 80 00 Dollar. Die Banditen ließen sich dazu eine halbe Stunde Zeit und verschwanden darnach im Dunkel. Man nimmt an, daß die Räuber Juden waren, denn sie gaben dem Rabbiner, der die Versammlung leitete, die ihm vorher geraubte Geldtasche mit 22 Dollar wieder. Die Polizei nahm sofort der Verfolgung auf, die jedoch bisher erfolglos blieb. Aus der jüdischen Welt Einsteins Antwort an Ussischkin Jerusalem, 7. April. (JTA.) Auf das Begrüßungsschreiben, welches der Leiter des jüdischen Nationalfonds M. M. Ussischkin an Professor Albert Einstein aus Anlaß seines 50. Geburtstages im Namen des palästinensischen Judentums gesandt hat, erwiderte der große Gelehrte mit folgenden charakteristischen und aufschlußreichen Zeilen: „Lieber Herr Ussischkin! Ich kannte Sie schon als den unbeugsamen, charakterstarken, stiernackigen Führer unseres sonst so anpassungsgewohnten Volkes. Aber ich wußte nicht, daß Sie mit solcher Kraft auch soviel Zartheit und poetischen Schwung zu verbinden mögen, wie Ihr Brief zeigt. Neben diesem verblaßt nämlich alles, was die Menschen mir sagten, und das waren viele und weiß Gott nicht die gewöhnlichsten! So meisterhaft es nun gesagt war, zu so geringem Teil war es in Wahrheit verdient. Es mag sein, daß mein Verhalten Wirkung auf Juden und MÜNCHEN HOTEL EUROPÄISCHER HOF BES. OTTO LÜCKERT Das vornehme Hotel direkt gegenüber Hauptbahnhof Südausgang Unter der gleichen Leitung HOTEL DEUTSCHER HOF OTTO LÜCKERT 5 Minuten vom Bahnhof am Karlstor gelegen Kaffee«Restaurant Wein * Restaurant Pfälzer Winzerstube Täglich nachm, und abends Konzert andere gehabt hat, aber es lag kein Verdienst darin. Ich wurde 35 Jahre alt, sozusagen ohne es zu wissen, daß ich ein Jude war. Nur rückschauend sehe ich, daß — obwohl ich in einer ganz christlichen Umgebung lebte und mit einer griechisch-katholischen Frau verheiratet war — meine intimsten Freunde Juden waren. Es war der Berliner Umwelt Vorbehalten, mich über meine Zugehörigkeit zum jüdischen Volke aufzuklären; ist es ein Wunder, daß ich ihre Lehren verstand? Auch tauchten überzeugte und kluge Männer auf, die mich in dieser Wandlung unterstützten, besonders Weizmann und Blumenfeld. Hierauf leistete ich eigentlich nichts für die jüdische Sache, als daß ich mich aufrichtigen und frohen Sinnes zu ihr bekannte, wie es mir ums Herz war und ist und zeitlebens sein wird. Also bedient Euch meiner, wie es zum Frommen der gemeinsamen Sache eben möglich ist (nicht zu viel, damit die Wirksamkeit nicht verloren geht!); ferner aber wißt, daß ich mir des Umstandes wohl bewußt bin, daß ich hierbei mehr Sache als Person bin. — Wie dem auch sei, nehmen Sie meinen herzlichen Dank entgegen und auch die herzlichsten Grüße und Wünsche. Ihr A. Einstein.“ Die Vereinigung für das liberale Judentum tritt der deutschen Liga für Völkerbund bei Berlin, 4. April. (JTA.) Die Frankfurter Hauptversammlung für das liberale Judentum hatte nach eingehender Aussprache den folgenden Antrag angenommen; „Die Vereinigung tritt für tätige Mitarbeit an dem allgemeinen Friedenswerk, insbesondere durch interkonfessionelles Zusammenwirken der Geistlichen und der Jugend, ein und ersucht den Vorstand, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten.“ Unter Bezugnahme auf diesen Beschluß hat der Arbeitsausschuß der Vereinigung nach mehrfachen Beratungen einstimmig den korporativen Beitritt der Vereinigung für das liberale Judentum zur Soll Dir ein langes Leben winken, DüfffMfiOMffffnll/i dann mußt Du " " "rnrnm U9 Um trinken. Dieses hervorragende Heilwasser aus Adelholzen, der stärksten Rubidiumquelle der Erde, liefern alle Drogerien und Apotheken. Nur wo nicht erhältlich direkte Anfrage an OTTO PACHHAYR G. m. b. H. München Älteste Hauptniederlage Alleinvertretung für München und Umgebung Telephon 27471/73