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Das jüdische Echo · 1929-04-12 · 15 (12.4.1929) · p. Seite 230

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230 Das Jüdische Echo Nr. 15 I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, KostUmstlckareien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 0 75 charakteristische Note erhielt dieser Raum durch den Almenor der Synagoge der v alten Judengemeinde Zülz. Er ist ein schmuckloser, aber deshalb doch würdig wirkender Holzaufbau aus dem Ende des 18. Jahrhunderts; künstlerisch bedeutungsvoller erscheint ■— nach einer getreuen Kopie zu schließen — der Aron-ha-Kodesch dieses Gotteshauses. Diese Nachbildung diente in der Ausstellung zur würdigen Aufbewahrung von silbernem Thoraschmuck und anderem zu religiösem /Gebrauch dienenden Gerät. Es war 'gelungen, aus verschiedenen Synagogen eine große Anzahl von K’le Kodesch zusammenzubringen. Unterstützt war diese kunstgeschichtlich hochinteressante Zusammenstellung durch zahlreiche Geräte häuslicher religiöser Übung aus Privatbesitz, die die Erfüllung des Lebens mit jüdischen Inhalten trefflich dokumentierten. Als Wandschmuck wurden Thoravorhänge unterschiedlicher Qualität und Gestaltung verwendet. Daß in einer solchen Ausstellung allgemein kulturgeschichtlichen Charakters das jüdische Buchwesen nicht fehlen durfte, miniaturengeschmückte Handschriften sowohl als auch Drucke, ist selbstverständlich. Es darf gesagt werden, daß die Ausstellung auch über den Kreis der engeren Interessenten durch ihre geschickte Anordnung Verständnis zu erwecken berufen war und auch in jeder Hinsicht alle auf sie gesetzten Erwartungen erfüllte. Gelegentlich dieser Ausstellung hat der veranstaltende Verein zu einer Tagung von jüdischen Musealfachleuten und Interessenten eingeladen, die von Berlin, Eisenstadt, Frankfurt a. M., Kassel, Mainz, München, Prag, Warschau und Wien beschickt worden ist. Nach Besichtigung der Ausstellung hielt — vor einem weiteren Kreise von Geladenen — Herr Dr. Rudolf Hallo (Kassel) einen aufschlußreichen Vortrag über „Jüdische Handwerker und jüdische Künstler“. Später führte eine Aussprache zu engerer Fühlungnahme der aüf jüdisch-kunstwissenschaftlichem Gebiete Tätigen und zunächst zur Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft für Sammlungen jüdischer Kunst und Altertümer“. Zum Vorort der neuen Vereinigung wurde für dieses Jahr Breslau bestimmt. Es ist zu hoffen, daß die angebahnte Zusammenarbeit der bisher auf verstreute Mitteilungen Angewiesenen dem Gebiete zugute kommt, das in steigendem Maße an vielen Orten Beachtung findet: der Pflege und Erhaltung jüdischen Kunst- und Kulturguts. Der „Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden“ hat seinem Interesse durch Entsendung eines Vertreters Ausdruck gegeben. Auch wird die Breslauer Ausstellung als anfeuerndes Beispiel den Bestrebungen zugute kommen, die auch in Bayern auf Errichtung jüdischer Museen gerichtet sind. München. Theo Harburger. Äufruf für ein HerzI- Denkmal Wien, 3. April. (JTA.) Der Aufruf hervorragender Persönlichkeiten Mitteleuropas für Schaffung eines Denkmals für Theodor Herzl. den Schöpfer der modernen zionistischen Bewegung, aus Anlaß seines 25. Todestages hat folgenden Wortlaut: „Im Juli dieses Jahres kehrt der Todestag Theodor Herzls zum fünfundzwanzigsten Male wieder. Ein großer Mensch und ein bedeutender Schriftsteller, einer der Begründer des Ruhmes des Wiener Feuilletons, starb vor 25 Jahren auf der Höhe seines Lebens. Außerdem warf er die Idee des Zionismus wie eine brennende Fackel in die Welt. Die Idee wuchs und wuchs und ist heute Gemeingut der zivilisierten Welt. Theodor Herzl wollte die russischen Juden aus der Enge des Ghettos und der steten Angst vor dem Pogrom in ihre Urheimat führen. Er schuf mit diesem Gedanken, dem er kostbare Jugendjahre weihte, ein jüdisches Ideal und den neuen, jungen, kraftvollen, seiner Kräfte und Fähigkeiten bewußten Zionisten. Herzl war eine Kämpfernatur und beugte sich nie und nimmer. Er lehrte die Unterdrückten, sich aufzurichten, das Haupt hoch zu tragen und gegen Übermacht und Ungerechtigkeit in den Streit zu ziehen. Diesem Mann soll ein Denkmal geweiht werden1. Wir fordern alle auf, die dazu beitragen können und wollen, nach Kräften dahin zu wirken, es zu errichten. Von der Hand des Bildhauers Sandor Jaray ist das Modell in Gips bereits vollendet und harrt nun seiner Übertragung in Marmor. Dr. Raoul Auernheimer, Wien; Hermann Bahr, München; Max Brod, Prag; Professor Albert Einstein, Berlin; Dr. Friedeberger, London; Dr. Ludwig Fulda, Berlin; Direktor Max Goitein, Berlin; Direktor Siegmund Hirsch, Berlin; Generaldirektor Oskar Kaufmann und Frau, Bukarest; Fritz Kortner, Berlin; Hof rat E. Lothar, Berlin; Dr. Rudolf Lothar, Berlin; Professor Dr. Josef Redlich, Cambridge; Felix Salten, Wien; Siegfried Trebitsch, Wien; Professor Lesser Ury, Berlin; Jakob Wassermann, Aussee; Franz Werfel, Wien; Stefan Zweig, Salzburg.“ MAX WITTKOP 0pe$iaigefch<*ft feiner 5leifcbwaren München / Rathaus / Weinstraße Zweiggesch.: Bogenhausen, Ismaninger Str. 78 Ttllee für 3$öcbe unb Heller 3Me bekannten 5immermann*©pejiaiit^ten *5en>orragenbe (Etualit&t BiUigfte Berechnung _JnbinibueüeBebienung!_ Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: Job. WinkHiofer & Sfibne München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844

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