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Das jüdische Echo · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · p. Seite 220

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
Seite 220 (sequence 21)
Language
German
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220 Das Jüdische Echo Nr. 14 Deutsche Neuwäscherei FELIX BRANDNEU * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäschenur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage teratur. Möglich auch, daß es dem Lyriker leichter fällt, das neue eigenartige Leben, das gegenwärtig in Palästina im Entstehen begriffen ist, wiederzugeben, als dem Novellisten und Romancier. Aus diesem Grunde zeigt es sich, daß dieses neue Palästinaleben sich mehr in unseren lyrischen Schöpfungen widerspiegelt als in der Erzählung und dem Drama. Auch in der letzten Zeit ist in Palästina eine größere Zahl bedeutsamer lyrischer Werke erschienen. Erst vor kurzem kamen zwei Bände des jungen und fruchtbaren Dichters Abram S c h 1 o m s k i, des Autors von „Savoj“, heraus: „Leaba ule imma“ (An Vater und Mutter), und ein größeres Werk „Bagalgal“. Sehr produktiv ist auch Uri Zwi Grünberg, der nebst seinen bisherigen wertvollen Werken jetzt eine neue Liedersammlung herausgebracht hat. Hervorgehoben zu werden verdienen noch die jüngsten Schöpfungen des Josef Lichtenbaum und M. S. W o 1 f o w s k i. Die Arbeiten des letztgenannten Lyrikers zeichnen sich überdies durch eine spezifische Stimmung in der Beschreibung der Natur und des Arbeitslebens von Palästina aus. Außerdem hat der Verlag „Dwir“ die Palästina-Idyllen von David S i m o n o v i t s herausgegeben, der als der erste der jungen Dichtergeneration bezeichnet werden kann, welcher die Vorwürfe für seine Lieder aus dem Leben des Arbeiterchaluz in Palästina geschöpft hat. Was die Prosa betrifft, so ist in der letzten Zeit eine größere Zahl von Werken erschienen, in denen sich das neue Palästinaleben bis zu einem gewissen Maße widerspiegelt. Besondere Erwähnung verdient das Buch des jungen sephardisehen Schriftstellers S c h a m i „Nikmath Aboth“, eine wuchtige, farbenreiche Erzählung aus dem Leben der Araber. Das sephardische Judentum in Palästina hat uns außer Schami noch einen wertvollen Schriftsteller gegeben, Jizchak Burlo, dessen Roman „Ischto Hassenuah“ in Palästina sehr bekannt geworden ist. Von dem Schriftsteller Dow Kimchi erschien jüngst unter dem Titel „Emmesch“ ein neuer Roman aus dem Leben des jungen Jischuw in Palästina. Außer den angeführten Büchern, welche ihrem Inhalt und Wesen nach als palästinensische Werke bezeichnet werden können, erschienen in der letzten Zeit in Palästina auch noch andere beachtenswerte Arbeiten einiger talentvoller Schriftsteller. So erschien vor kurzem ein Band Erzählungen von Awigdor H a m e i r i, einem Künstler mit stark ausgeprägter Individualität. Von demselben Autor erscheinen demnächst weitere Bände Erzählungen und Gedichte. Die Veröffentlichung der gesammelten Werke von A. Reubeni hat bereits begonnen und letztens ist auch ein neuer Band Erzählungen von A. Barasch erschienen. Betrachtet man genauer die Tendenz, die in der neuen Palästinaliteratur zum Ausdruck gelangt, so hat man die Empfindung, daß unsere Prosaliteratur noch nicht die Kraft und die Möglichkeit aufgebracht hat, dem Thema „das neue Palästinaleben“ ganz nahe zu kommen. Vielleicht ist es diesem Umstande zuzuschreiben, daß eine ganze Anzahl unserer Schriftsteller und Dichter sich jetzt historischen Themen zuwendet. In der Geschichte unserer Literatur ist diese Erscheinung nicht neu: So oft sie sich aus irgendeinem Grund nicht stark genug gefühlt hat, das neue, im Entstehen begriffene, noch nicht völlig kristallisierte Leben auszudrücken, wendet sie sich der Vergangenheit, der Geschichte zu, um mit Hilfe historischer Symbole das Leben der Gegenwart auszudrücken. Auch wenn man diese Feststellung nicht verallgemeinern will, verdient es jedenfalls als Kuriosum angemerkt zu werden, daß bei uns jetzt die historischen Romane stark in Schwang gekommen sind. So erscheint jetzt im „Haolam“ fortlaufend der große historische Roman von A. K a b a k „Schelomoh Molcho“; der junge Jerusalemer Romanschriftsteller I bn Sali a w schreibt gleichfalls einen großen historischen Roman über das Leben Davids. S. J. A g n o n , einer der anerkanntesten Erzähler unserer Zeit, dessen neuen Werken man bei uns stets mit besonderer Spannung entgegensieht, hat gleichfalls eine historische Erzählung fertiggestellt. Auch dem historischen Drama wird jetzt größere Aufmerksamkeit zugewendet: der Kritiker und Novellist S. Z e m a c h schrieb ein historisches Drama aus der Zeit des zweiten Tempels, Kabak ein Drama aus dem Leben König Davids und ich selbst habe jetzt mein Drama „Juda Iskarioth“ beendet. Das ist ungefähr alles, was bei uns in der letzten Zeit auf dem Gebiete der schönen Literatur geschaffen wurde. Da verdient unterstrichen zu werden, daß B i a 1 i k sich gegenwärtig sehr viel mit dem Schreiben von Sagen, Legenden und Gedichten für Kinder befaßt. Zum Schluß soll noch die Frage berührt werden, inwieferne die neue hebräische Literatur in Palästina als palästinensisch angesprochen zu werden verdient; nicht nur deshalb, weil sie in Palästina geschrieben wird, sondern hauptsächlich deshalb, weil sie aus der Quelle palästinensischen Lebens schöpft. Hierauf wäre zu erwidern, daß wir eigentlich kein Recht haben, zu verlangen, daß die Literatur, die doch organisches Schaffen ist, in der kurzen Zeit einer einzigen Generation bereits den Prozeß vollführt habe, den die Revolution, welche das neue Palästina in das Leben jedes einzelnen und der Gesamtheit gebracht hat, bedingt. Es genügt, daß wir die Bemühungen unserer Literatur, palästinensisch auch ihrem Wesen nach zu werden, verzeichnen dürfen. Die neue palästinensische Literatur hilft uns auch in größerem Maße als alle anderen uns zu Gebote stehenden Mittel, den sehr schweren Anpassungsprozeß an unser Vaterland als einen Ort des tagtäglichen schweren und grauen Lebens, der aber gleichzeitig voll ist von erhabenem, nationalem und menschlichem Inhalt, mit Erfolg weiterzuführen. Nordsee-Fischhallen der Deutschen Dampffischerei * Gesellschaft ,, Nordsee“ Größtes fischwirtschaftl. Unternehmen Deutschlands Täglich lebendfrische Seefische Räucherwaren Fischkonserven Viktualienmarkt_ Elisabethplatz_ Ecke Guidein - u. Trappentreustr, Äußere Wiener Straße 34_ Frauenstraße 7_ Augustenstraße 83

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