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Das jüdische Echo · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · p. Seite 219

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
Seite 219 (sequence 20)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 219 fordert wird, auf die Hochschulverwaltungen Einfluß zu nehmen, daß jede nationale oder religiöse Beschränkung bei der Aufnahme von Hochschülern vermieden werde. Allen Studenten ohne Unterschied der Konfession soll die Benutzung anatomischen Materials freistehen. Andere Beschlüsse betreffen Subventionierung des jüdischen Schulwesens und des jüdischen Theaters. Die Palästina-Ausstellung in Tel Awiw An den Vorbereitungen für die Palästina-Ausstellung in Tel Awiw wird mit großer Intensität gearbeitet. Das Zionistische Informationsbüro (gemeinsame Institution der Zionistischen Exekutive, des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod) wird auf der Ausstellung in einem besonderen Pavillon eine Auskunftsstelle errichten, in dem die Besucher der Ausstellung Informationen jeder Art und Auskünfte über die zionistische Arbeit und das jüdische Aufbauwerk im Lande erhalten können. In dem Pavillon werden, soweit es der Raum zuläßt, auch Modelle, Diagramme und Bilder von der Arbeit der zionistischen Institutionen ausgestellt werden. Auch die Sanitätsorganisation Hadassah und die Zentrale der Kupath Cholim werden in dem Pavillon Bilder und graphische Darstellungen ihrer Tätigkeit zeigen. Die Eisenbahn-Verwaltung hat bekanntgegeben, daß sie große Fahrpreis-Ermäßigungen für den Besuch der Ausstellung gewähren wird. Kombinierte Hin- und Rückreise-Karten inkl. Eintrittskarten werden zum Preise einer einfachen Fahrkarte ausgegeben. Von größeren Firmen werden weiter die „General Electric Company“ aus England sowie die „General Motors Company“ Modelle ihrer Produktion ausstellen. (Ziko.) Das lateinische Patriarchat in Palästina fordert Wiedereinsetzung in alte Rechte Jerusalem, 29. März. (JTA.) Das lateinischen Patriarchat in Palästina bereitet die Herausgabe einer Denkschrift mit einer erschöpfenden statistischen Übersicht über die heiligen Stätten und die katholischen Besitztümer in Palästina vor. Das Patriarchat fordert die Zurückgabe vieler wichtiger Besitztümer, die ehemals in katholischen Händen waren, dann in protestantische und andere Hände gerieten, und spricht die Hoffnung aus, daß die Kommission für die heiligen Stätten bald an die Prüfung der Dokumente herangehen und die Katholiken in ihre alten Rechte einsetzen wird. In der Denkschrift wird auch darauf hingewiesen, daß allein in den letzten zehn Jahren Mitglieder der orientalisch-christlichen Kirche und Moslems den Status quo in 16 Fällen zuungunsten der Katholiken verletzt haben. Bekanntlich hat der Vatikan die kirchliche Judikatur in Palästina, die früher dem Apostolischen Delegaten in Syrien unterstellt war, nunmehr dem Apostolischen Delegaten in Ägypten unterstellt, woraus geschlossen wird, daß der Vatikan, indem er die kirchliche Jurisdiktion über Palästina aus der französischen nach der britischen Einflußzone verlegt hat, daran geht, die Verwaltung und den Besitz an den Heiligtümern in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth, die seit der Errichtung des Staates Palästina unter britischem Mandat noch immer nicht geregelt waren, endgültig zu ordnen. 89 985 Juden gehören der jüdischen Gemeinde- Organisation Palästinas an — 4657 Ausgetretene Jerusalem, 26. März. (JTA.) Nach den letzten Statistiken haben sich 89 985 Juden der jüdischen Gemeinde-Organisation Palästinas angeschlossen. Die Zahl derjenigen, die ihren Austritt aus^der Einheitsgemeinde erklärt haben, beträgt 4657. Der jüdischen Einheitsgemeinde gehören u. a. 29 336 Juden aus Tel Awiw, 23 945 aus Jerusalem und 10 059 Juden aus Haifa an. Prof. Fränkel (Kiel) zum Direktor des mathematischen Instituts der hebräischen Universität ernannt Jerusalem, 26. März. (JTA.) Prof. Fränkel von der Universität Kiel wurde zum Direktor des mathematischen Instituts an der hebräischen Universität zu Jerusalem ernannt. Prof. Fränkel wird sein neues Amt im Herbst antreten. Feuilleton Die neueste hebräische Literatur in Palästina Von Nathan Bistricki In einem Gespräch mit dem Berichterstatter des „Haint“ gab der hebräische Schriftsteller Nathan Bistricki, der als Delegierter des Nationalfonds in Polen tätig war, die folgenden Daten über die neueste hebräische Literatur. Sie dürften unsere Leser besonders auch im Hinblick auf die Ausführungen von Dr. Max Mayer interessieren, über die an anderer Stelle berichtet wird. Es ist klar daß das neue Palästina auf dem Gebiete der schönen Literatur nicht nur die eigenen Bedürfnisse befriedigt, sondern in gewissem Maße auch die Galuthländer mit hebräischer Literatur alimentiert. In den letzten Jahren wurde das literarische Zentrum des allweltlichen Judentums nach Palästina verlegt. Verschiedene Umstände haben dazu geführt: Zunächst hat das im Aufbau begriffene Palästina allmählich unsere besten literarischen Vertreter an sich gezogen und wurde zu ständigem Wohnsitz dieser unserer geistigen Repräsentanten; überdies ist in Palästina ein natürlicher Leserkreis entstanden, dem das hebräische Buch ein Lebensbedürfnis ist. Und in der Tat kann man die eigenartige Beobachtung machen, daß z. B. in Polen, obgleich dort viele Tausende organisierte Zionisten und Hunderte von Institutionen der hebräischen Kulturorganisation „Tarbuth“ vorhanden sind, das hebräische Buch dennoch nur sehr geringe Verbreitung findet. Polen hat sich nicht einmal stark genug gezeigt, die Einstellung des einzigen hebräischen Tagblattes zu verhindern. Solche Erscheinungen in den Galuthländern bringen uns erst die kulturelle Lebenskraft Palästinas zu vollem Bewußtsein. Auf der einen Seite werden in Palästina ununterbrochen Bücher auf allen Gebieten der Literatur auf den Markt gebracht, auf der anderen Seite zeigt es sich, daß Palästina auch der Hauptmarkt für die Verbreitung dieser Bücher ist. Am stärksten in der neuen hebräischen Literatur in Palästina ist die Lyrik vertreten. Wahrscheinlich ist dies aus denselben Gründen der Fall, weshalb die Lyrik in der hebräischen Literatur immer stärker vertreten war als die epische Li-

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