Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 12 (22.3.1929)
- Date
- 1929-03-22
- Page
- Seite 187 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 187 Tagung des Hauptvorstandes des Weltverbandes für das liberale Judentum London, 17. März. (JTA.) Am 15. März tagte in London der von der zweiten in Berlin stattgefundenen liberalen Weltkonferenz gewählte Hauptvorstand des Weltverbandes für das liberale Judentum. Berichte wurden erstattet über die religiösen Verhältnisse in Polen, Palästina, Holland, Belgien, Südafrika und Australien. In Übereinstimmung mit dem Beschluß der Berliner Weltkonferenz kam man überein, die Arbeit der Pioniere des liberalen Judentums in denjenigen Ländern, aus denen eine Unterstützung verlangt wird, durch geeignete Maßnahmen zu ermutigen und zu fördern. Ein Komitee, bestehend aus Dr. Hofmann (Frankfurt a. M„ Präsident der Jüdisch-liberalen Jugendvereinigung in Deutschland), Rev. M. L. Perlzweig (London). Roger Straus (Neuyork), sowie einem von der Pariser Union Liberale noch zu nominierenden französischen Vertreter wurde eingesetzt, um Pläne für eine Koordinierung der Arbeit der liberalen Jugendorganisationen in allen in der Welt-Union für das liberale Judentum vertretenen Ländern auszuarbeiten. Es wurde beschlossen, eine systematische Übersicht der unter den Reformjuden' und dem liberalen Judentum in Gebrauch stehenden Liturgien aufzustellen: Ein von einem Londoner unter dem Vorsitz von Rabbi S. E. Starrels stehenden Komitee entworfener Fragebogen zur Verbreitung unter den Wählern des Weltverbandes wurde gebilligt. Es wurden Beschlüsse über die Vorbereitung der dritten Weltkonferenz des Weltverbandes für das liberale Judentum getroffen; die Konferenz wird im Sommer 1930 stattfinden. Bedeutsame Erleichterung der Einwanderung in Palästina Jerusalem, 14. März. (JTA.) Nach vorangegangenen Verhandlungen der Zionistischen Exekutive in Palästina mit der Palästina-Regierung hat die Regierung soeben eine Entscheidung getroffen, die für die Palästina-Einwanderung von wesentlicher Bedeutung ist. Dieser Entscheidung gemäß dürfen Handwerker nach Palästina einwandern, wenn sie sich über einen Besitz von 250 Pfd. ausweisen können. Andere Angehörige bestimmter Berufsklassen dürfen einwandern, wenn sie sich über einen Besitz von 500 Pfund ausweisen. Alle anderen Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in Palästina zu nehmen wünschen, erhalten die Einwanderungserlaubnis, wenn sie sich über ein Vermögen von 1000 Pfund ausweisen können. Es wird eine Verfügung der Regierung über weitere Erleichterungen der Einwanderung in Palästina erwartet. Diese Regierungsverfügungen stehen außerhalb des Rahmens der Chaluz-Einwanderung, deren Kontingent im Einvernehmen zwischen Regierung und Zionistischer Exekutive festgesetzt wird, wobei ein Ausweis über irgendeinen Besitz nicht in Frage kommt. Ansteigen der Keren-Hajessod-Eingänge Jerusalem, 15. März. (JTA.) Bei den Eingängen für den Keren Hajessod im Monat Februar ist ein beträchtliches Ansteigen gegenüber den früheren Monaten zu verzeichnen. Im Februar gingen beim Hauptbüro des Keren Hajessod an Spenden 37 158 Pfund ein. Im Januar betrugen die Ein-, gänge 30 990 Pfund. Im Dezember v. J. gingen 34 100 Pfund, im November 27 682 Pfund, im Oktober 21 661 Pfund ein. Umgestaltung der Tiberias-Thermen zu einem modernen Bad Jerusalem, 14. März. (JTA.) Der seit langem zwischen der Regierung Palästinas und der Stadtverwaltung von Tiberias bestandene Konflikt über das Besitzrecht an den berühmten heißem Quellen von Tiberias, der auch schon das Oberste Gericht beschäftigt hat, ist nunmehr durch einen Vergleich aus der Welt geschafft worden. Auf Grund dieses Abkommens fallen der Stadtverwaltung zwei Drittel des Ertrages der Quellen zu; der Wakf (moslemitischer Religionsfonds) erhält ein Sechstel, das Unterrichtsdepartement der Regierung ebenfalls ein Sechstel des finanziellen Ertrages der Quellen. Nach Ablaufen der Frist der jetzt zur Vergebung gelangenden Konzession für Errichtung moderner Thermen-Bäder fallen alle Gebäude und Badeeinrichtungen der Stadtverwaltung zu. Das Vorrecht auf die Konzession hat ein amerikanisch-jüdisches Konsortium. Die Ausgrabungen in Beth Alpha Wie die Hebräische Universität mitteilt, sind die Ausgrabungen an der antiken Synagoge in Beth Alpha nach siebenwöchiger Arbeit zum Abschluß gekommen. Außer der Synagoge wurde nördlich von ihr noch ein Hof entdeckt, dessen Mosaik die üblichen geometrischen Zeichnungen in einfacher Ausführung aufweist. Der zuletzt aufgefundene Teil des Synagogen-Mosaiks selbst zeigt einen Büffel und einen Löwen, die den Haupteingang der Synagoge flankieren. Zwischen diesen beiden Figuren wurden zwei Inschriften in griechischer und aramäischer Sprache entdcekt. Die sehr gut erhaltene griechische Inschrift enthält die Namen zweier Künstler (Marianos und Ben Chaninah), die das Mosaik gelegt haben. Von größerem Interesse ist die zum Teil allerdings zerstörte aramäische Inschrift. Sie besagt, daß die Arbeit während der Regierung des Kaisers Justinian, d. h. im sechsten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung, hergestellt wurde. Diese Inschrift stellt die erste Datierung der Errichtung einer alten Synagoge in Palästina dar. In dem südlichen Halbkreis, in dem die Heilige Lade stand, wurde unter dem Fußboden eine mit Steintafeln bedeckte Aushöhlung entdeckt, die offenbar als Synagogen-Kasse diente. Einige Dutzend Kupfermünzen wurden darin vorgefunden. Angesichts des großen Interesses für die Ausgrabungen in Palästina beschloß die Universität, das Mosaik vorläufig noch nicht zu bedecken, sondern es mit einem Zaun zu umgeben. Die Kwuzzoth in Beth Alpha haben sich bereit erklärt, die Aufsicht zu übernehmen, bis das Regierungs- Departement für Antiquitäten endgültige Verfügungen trifft. Besucher haben sich unterdessen wegen Besichtigung der Ausgrabungen an die Kwuzzoth in Beth Alpha zu wenden. (Ziko.) Kunst-Stickerei werden geschmackvoll, rasch und sauber angefertigt R. C H \ J E T Corneliusstr. 44/III r. A. & M. Sutty, J.Patloka’s Nachflg. Fürstenstraße 6,Telephon 26778 Vornehme Damen-Maßschneiderei Spez. Reitkleider