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Das jüdische Echo · 1929-03-08 · 10 (8.3.1929) · p. Seite 156

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
10 (8.3.1929)
Date
1929-03-08
Page
Seite 156 (sequence 21)
Language
German
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156 Das Jüdische Echo Nr. 10 I>eutsche Xeuwäseh**rei O.m.b.H. FELIX BRAXUIGR . MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 2370b Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden "nd Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage Fortsetzung von Seite 152 seine Antrittsvorlesung, nachdem er zur Privatdozentur für Zoologie zugelassen wurde. Dr. Steinitz, der schon immer allen naturwissenschaftlichen Fragen und insbesondere der Zoologie und Biologie ein besonderes Interesse entgegengebracht hat, war 1924 und 1925 längere Zeit in Palästina, um dort Studien und vorbereitende Arbeiten für die Begründung einer zoologischen Meeresstation in Haifa zu machen. Wenn es auch bedauerlicherweise aus Mangel an Mitteln zur Gründung dieser Forschungsstation noch nicht gekommen ist, so haben seine Studien der Fauna des Meeres in der Bucht von Haifa, besonders der dort vorkommenden Fischarten zu überaus interessanten und wertvollen Ergebnissen geführt, so u. a. zu der Entdeckung einer bis dahin unbekannten Fischart, die dann nach Dr. Steinitz benannt wurde, und zu dem Nachweis, daß durch den Suez-Kanal Fischarten, die sonst nur im Indischen Ozean Vorkommen, bis in die Bucht von Haifa gewandert und jetzt dort zu finden sind. Auf Grund dieser Arbeiten erfolgte nunmehr die Habilitation an der Breslauer Universität. Die Numerus-Clausus-Propaganda an den deutschen Universitäten. Nach Erlangen Würzburg und München Berlin, 27. Februar. (JTA.) An der Würzburger Universität haben im „Allgemeinen Studentenausschuß die nationalsozialistischen Mandatare den Antrag mit 20 gegen 10 Stimmen durchgebracht, der auf die Herbeiführung des Numerus clausus gegen jüdische Studenten abzielt. München, 4. März. (JTA.) Im Allgemeinen Studentenausschuß der Universität München war ein nationalsozialistischer Antrag auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Studierende eingebracht worden, wie er bereits von den Studentenausschüssen der Universitäten Erlangen und Würzburg angenommen worden ist. Der Vorsitzende wies den Antrag nicht etwa zurück, sondern bat lediglich, ihn bis zur nächsten Sitzung zurückzustellen. Man macht als Grund unter anderem geltend, es dürfe nichts geschehen, was die ohnehin gefährdete „Deutsche Studentenschaft“, die bekanntlich seit dem Verlust der staatlichen Anerkennung in Preußen sich in einen aussichtslosen Kampf gegen die preußische Regierung verrannt hat, völlig vernichten würde. Die Diskussion für den Antrag wurde daher zunächst ohne Ergebnis abgebrochen. Der Bericht der Mandatskommission über Palästina vom Völkerbundsrat gutgeheißen. — Die arabische Palästinapetition zurückgewiesen. — Bestätigung der Klagemauer-Resolution Genf, 5. März. (JTA.) Der Völkerbundsrat hat sich am 4. März mit dem Bericht der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes über die britische Verwaltung in Palästina im Jahre 1928 befaßt und diesen Bericht gebilligt. Der Rat befaßte sich ferner mit der Petition der arabischen Exekutive in Palästina, in welcher die Einführung einer gesetzgebenden Körperschaft auf Grund allgemeiner Wahlen verlangt wird. Der Rat machte sich den Beschluß der Ständigen Mandatskommission zu eigen, der dahin lautet, es sei nicht ihre Sache, der Mandatarmacht vorzuschreiben, welche Regierungsformen sie zu wählen habe. Diese Frage hätte die Mandatarmacht von sich aus zu lösen. Der Völkerbundsrat machte sich auch den Beschluß der Mandatskommission bezüglich der Klagemauer zu eigen. In diesem Beschluß wird das Bedauern über die Vorfälle an der Klagemauer (gemeint ist besonders das brutale Vorgehen der Polizei gegen die betenden Juden am letzten Versöhnungstag) ausgesprochen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, es werde der Regierung gelingen, Juden und Araber dazu zu bringen, daß sie sich über die Angelegenheit der Klagemauer in friedlicher Weise verständigen. Getaufte Juden wurden in den Vorstand der Budapester Advokatenkammer nicht wiedergewählt. — „Organisierte jüdische Aktion gegen Täuflinge“ Budapest, 20. Februar. (JTA.) Bei den jüngst durchgeführten Wahlen in den Vorstand der Budapester Advokatenkammer spielte sich ein eigenartiger Wahlkampf ab. Der Vorstand war in früheren Jahren immer zur Hälfte aus Juden, zur anderen Hälfte aus Nichtjuden zusammengesetzt. In den letzten Jahren aber verschob sich das Verhältnis insofern zuungunsten der Juden, als Vorstandsmitglieder, die sich taufen ließen, von den christlichen Advokaten zu den Juden gerechnet wurden. Im diesmaligen Wahlkampf strichen die jüdischen Rechtsanwälte sämtliche getauften Juden von der Liste, so daß diese, die nicht einmal alle christlichen Stimmen auf sich vereinigen konnten, stark in der Minderheit blieben. Der Vorstand der Advokatenkammer besteht nun wieder zur vollen Hälfte aus Juden. Die jüdische Wochenschrift ,JEgyenlöseg“ bezeichnet diesen Kampf als die „erste organisierte jüdische gesellschaftliche Aktion gegen die Täuflinge“. Antisemitische Ausschreitungen an der Budapester tierärztlichen Hochschule Budapest, 1. März. (JTA.) Am 28. Februar war die Tierärztliche Hochschule von Budapest wiederum Schauplatz höchst turbulenter, von der antisemitischen Studentenschaft hervorgerufener Szenen. Die jüdischen Hörer wurden von den Antisemiten mit Stöcken und Knütteln geschlagen, wobei drei jüdische Studenten verletzt wurden. Einer von ihnen blutete so sehr, daß er in das Hospital gebracht und dort verbunden werden mußte. Der Rektor der tierärztlichen Hochschule, Professor Huttyra, über die Ursache der Unruhen und des Nichteinschreitens der Universitätsbehörden befragt, erging sich in langatmigen Lamentationen, rief aus: „Ich weiß nicht, was ich hätte tun sollen!“ und meinte zum Schlüsse, die Täter wären wohl „fremde Studenten“ gewesen. Ein antisemitischer Richter in Polen abgesetzt Warschau, 20. Februar. (JTA.) Vor kurzem hat der jüdische Nationalrat beim Justizminister Treibt Turnen und Sport im Bar-Kochba

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