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Das jüdische Echo · 1929-03-08 · 10 (8.3.1929) · p. Seite 157

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
10 (8.3.1929)
Date
1929-03-08
Page
Seite 157 (sequence 22)
Language
German
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Nr. 10 157 Das Jüdische Echo eine Beschwerde gegen den Friedensrichter von Banarowicz, Wierzkowski, erhoben, der in einem Streitfall zwischen einem christlichen ,und einem jüdischen Fuhrmann zugunsten des Christen entschied und in der Begründung bemerkte, daß die Juden immer nur den Schaden der Christen wollen. Nunmehr teilte der Justizminister dem Nationalrat mit, daß Wierzkowski mit strengem Vorwurf aus seinem Amte beseitigt worden ist. Rigaer jüdische Volksuniversität behördlich geschlossen — Hörerschaft im Verdacht des Kommunismus Riga, 25. Februar. (JTA.) Die Rigaer Jüdische Volkshochschule ist von der Polizei mit der Begründung geschlossen worden, daß sich ein Teil der Hörerschaft kommunistisch betätigt. Diese Maßnahme steht im Zusammenhang mit den vor etwa einem Monat unter der Hörerschaft vorgenommenen Verhaftungen. Die Polizei umzingelte damals das Hochschulgebäude und führte die ganze Nacht hindurch Haussuchung. Von 200 anwesenden Hörern wurden 35 in Haft genommen, darunter alle Mitglieder der Hochschulverwaltung. Verwaltungsbücher und Dokumente wurden beschlagnahmt. Auch in der Privatwohnung des Direktors der Universität Dr. Schatz wurde eine Haussuchung vorgenommen. Bareingang des Jewish Campaign 14 Millionen Dollar Neuyork, 25. Februar. (JTA.) Beim Schatzamt des United Jewish Campaign, der 1927 von Joint Distribution Committee zur Aufbringung von 25 Millionen Dollar zugunsten der jüdischen Aufbaubewegung in Europa eingeleitet wurde und Ende 1929 abgeschlossen wird, waren bis 15. Januar 1929.13 576 404 Dollar in bar eingegangen. Die Höhe der Zeichnungen beläuft sich auf 19 700 000 Dollar. Die Sammeltätigkeit ist in Hunderten von Gemeinden noch im Gange, um erstens die gezeichneten Beträge in bar einzubringen und zweitens die Gesamtsumme auf die vollen 25 Millionen Dollar zu bringen. Kanada gestattet die Einwanderung von 5000 Juden Montreal, 1. März. (JTA.) Der kanadische Minister für Einwanderung Robert Forge erklärte einer Delegation der Jüdischen Emigranten-Hilfsgesellschaft, die unter der Ägide von HJCEM in Paris arbeitet, er habe sich entschlossen, Einreisevisa für 2500 jüdische Einwanderer pro 1929 außer der bereits bewilligten Verwandteneinwanderung zu gewähren. Die jüdische Einwanderungsgesellschaft wird demnach in diesem Jahre über 2500 Visa für Einwanderer, die in Kanada Familienangehörige besitzen, sowie ferner über 2500 Visa für jüdische Einwanderer, die keine Verwandten in Kanada haben, verfügen. Bedingung ist, daß für jeden neuen Einwanderer ein kanadischer Bürger die Bürgschaft übernimmt, daß er nicht der Öffentlichkeit zur Last fällt. Der Gesetzgebende Rat Transjordaniens gewählt Jerusalem, 20. Februar. (JTA.) Alle sechzehn von der Bevölkerung zu wählenden Mitglieder des transjordanischen Gesetzgebenden Rates (Legislative Council), unter ihnen zwei Beduinen, sind bereits gewählt worden. Der Gesetzgebende Rat wird nach dem Ramadan-Fest zusammentreten. Bis dahin werden die Regierungsvertreter für das Transjordanische Parlament ernannt worden sein. Am Samstag, dem 9. März 1929, abends 8.30 Uhr, spricht im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, der bekannte jüdische Dichter und Maler, Herr Uriel Birnbaum, Wien über „Die Größe der Bibel“ Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Jüdisch. Kulturverein J.L.Perez Gesamtausschuß der Ostjud«n, München In Palästina gleiche Zahl Ein- und Auswanderer im Jahre 1928 Jerusalem, 1. März. (JTA.) Nach der soeben hier veröffentlichten Statistik betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer in Palästina im Jahre 1928 2178, die der Auswanderer in dem gleichen Jahre ebenfalls 2178. — In den drei Krisenjahren, 1926, 1927,1928 wanderten in Palästina 17 971 Judenein, 14 614 Juden wanderten aus; der Überschuß der Einüber die Auswanderer betrug in dieser Periode 3357. Der Kampf um die Autonomie Tel Awiws Jerusalem, 1. März. (JTA.) Die Regierung ernannte Dizengoff zum Bürgermeister und Rokach zum Vizebürgermeister von Tel Awiw, obwohl beide, bereits im Dezember durch den Stadtrat von Tel Awiw für diese Ämter gewählt worden waren und um eine Ernennung nicht nachgesucht wurde. Der Kampf um die Autonomie der Stadtverwaltung von Tel Awiw geht weiter; der Stadtrat steht unverrückbar auf dem Standpunkt, daß die Bürgermeister nicht durch die Regierung zu ernennen, sondern durch den aus Urwahlen hervorgehenden Stadtrat zu wählen sind. Telegramme in hebräischer Sprache Am 22. Februar wurde am Obersten Gericht in Jerusalem die Klage eines Einwohners von Tel Awiw gegen den General-Postmeister wegen seiner Weigerung, Telegramme in hebräischer Schrift zur Annahme zuzulassen, verhandelt. Das Gericht beschloß, den General-Postmeister aufzufordern, die Gründe für sein Verhalten darzulegen. — Anmerkung der Redaktion; Telegramme in hebräischer Sprache sind in Palästina nur dann zugelassen, wenn der Text in lateinischen Buchstaben geschrieben ist. (Ziko) Gemeinden-u. Vereins-Echo Vor einem nicht allzu zahlreich erschienenen Publikum sprach Univ.-Prof. Dr. August Mayer, im Rahmen der Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München, über die „Geschichte der Synagogen in Spa nie n“. In einer Reihe sorgsam zusammengestellter Daten wies er auf die wechselvolle Geschichte der spanischen Synagogen und Lehrhäuser hin, die naturgemäß eine Parallele zur Geschichte der Juden in Spanien aufweist und in ganz Spanien im allgemeinen das gleiche traurige Bild bietet. Der Versuch, Zusammenfassendes über die Vergangenheit der spanischen Synagogen zu berichten, ist deshalb um so wertvoller, als er bis jetzt nicht unternommen

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