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Das jüdische Echo · 1929-03-08 · 10 (8.3.1929) · p. Seite 155

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
10 (8.3.1929)
Date
1929-03-08
Page
Seite 155 (sequence 20)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage 155 Jugend dem erlöschenden Leben des greisen Königs David zum Opfer bringen will, führt uns in das Jerusalem des Alten Testaments. Abisag ist dem König ehrfurchtsvoll ergeben, doch ihr Herz gehört seinem Sohne Adonia. Der Kampf um den Thron Davids wird zum Kampf um Abisag. Bruderhaß zwischen den beiden Königssöhnen umtobt sie. Als Salomon zur Herrschaft gelangt, läßt er Adonia töten. Nicht allein in der schlichten Erzählung, auch nicht in den eindrucksvollen Schilderungen von Zeit und Menschen erschöpft sich der dichterische Gehalt des Buches, die rührende Figur Abisags, deren einfaches Erleben zu einem erschütternden Schicksalsdrama des Königshauses gestaltet wird, nimmt ganz gefangen; ihr reines Mädchenbild gehört zu den edelsten Frauengestalten moderner Dichtung. G. G. Dieser Tage ist der dritte Band der 15bändigen vom Verlag Eschkol A.-G. in Berlin herausgegebenen „Encyclopaedia J u d a i c a“ erschienen. Der dritte Band, der die Artikel „Apostel“ bis „Berajim“ umfaßt, enthält wiederum eine Reihe besonders wichtiger und interessanter Monographien, so u. a. über arabische Sprache, Astrologie, Astronomie, Ausgrabungen, Babylonien, Baden, Bayern. Der Band ist noch in reicherem Maße als die vorangegangenen illustriert; von besonderem Interesse ist eine Sammlung von 70 Autogrammen der berühmtesten jüdischen Persönlichkeiten früherer Jahrhunderte und der neueren Zeit, die dem Artikel „Autographen“ beigegeben ist. Lit. Nachrichten Mit Dr. Jakob Loewenberg, dem vor wenigen Tagen in Hamburg, 73jährig verstorbenen Dichter, Lyriker und Schulreformer, verliert das deutsche Judentum eine seiner liebenswertesten Gestalten von schon fast historischem Format. Jakob Loewenberg, einst im Kreise der niederdeutschen Dichter Liliencron, Gustav Falke und Otto Ernst strebend und kämpfend, hat sich um die deutsche Lyrik der Jahrhundertwende bleibende Verdienste als selbstloser Förderer und Helfer erworben. Es ist nicht Aufgabe dieser Zeilen, seine Rolle in der deutschen Literatur näher zu umreißen. Wenn wir aber aus seinen Schriften die Gedichtsammlungen „Lieder eines Semiten“ und „Aus jüdischer Seele“ erwähnen, so erkennt auch schon der Uneingeweihte, daß Jakob Loewenberg als Poet bewußt in jüdischer Innigkeit wurzelte. Sein Roman „Aus zwei Quellen“ gibt über diese geistigen Näbrströme reichen Aufschluß. Jakob Loewenberg stammte aus einem westfälischen Dorfe und erhielt seine erste Ausbildung auf dem Lehrerseminar. * Die Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches hielt am Sonntag, dem 17. Februar, eine Zusammenkunft ab, in dessen Mittelpunkt nach einer Ansprache von Dr. Barth ein Vortrag von Rechtsanwalt Gronemann über das Thema „Ich werde Bibliophile“ stand. Die eigentliche Jahresversammlung fand im Sitzungssaal der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde statt. Sie wurde durch eine Ansprache des Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Heinrich Löwe, eröffnet, der sich ebenso wie der Schriftführer Dr. Hermann Meyer eingehend über die Tätigkeit der Gesellschaft verbreitete. Die große monumentale hebräische Bibel ist in Vorbereitung, eine Reihe wertvoller anderer Gaben wird demnächst an die Mitglieder zur Versendung kommen. Die Zeitschrift „ßoncino-Blätter“ erscheint neu in den nächsten Tagen. Den eigentlichen Festvortrag hielt Dr. Simon Rawidowicz über „Die gegenwärtige Lage der hebräischen Literatur“. An die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine Aussprache, nachdem vorher die Vertreter der Organisationen ihre Glückwünsche dargebracht hatten. Für den Vorstand der Gemeinde sprach Herr Goldschmidt, für die Repräsentantenversammlung Dr. Alfred Klee, der auf den bevorstehenden „Tag des Buches“ hinwies, für die Akademie sprach Prof. Karl Lewin. Die meisten jüdischen wissenschaftlichen Organisationen Deutschlands waren vertreten, auch aus dem Auslande war eine Reihe von Freunden der Gesellschaft anwesend. Am Abend schloß die Tagung mit einer gesellschaftlichen Veranstaltung, bei der eine Reihe wertvoller bibliophiler Gaben jüdischen Inhalts an die Mitglieder zur Verteilung gelangte. Sonnfag,den 17. März, vormittags 11 Uhr, im EIN GROSSER KULTUR-FILM* der Aufbau DER JÜDISCHEN HEIMSTÄTTE rung in

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