Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 10 (8.3.1929)
- Date
- 1929-03-08
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Das Jüdische Echo Nr. 10 dienen; 6. in jeglicher Förderung der Frühehe; 7. in besonderen Erziehungsbeihilfen, besonders für jedes dritte und weitere Kind in Anerkennung der Mutterschaftsleistung als solcher; 8. in Anerkennung jeder Mutterschaftsleistung der Frau durch unbedingte rechtliche Gleichstellung des unehelichen mit dem ehelichen Kinde; 9. in der Begründung von Jugend- und Gemeindeheimen; 10. in der vollen Nutzbarmachung der allgemeinen öffentlichen Leistungen der Versicherungsträger und Fürsorgeverbände auf diesem Gebiet und in ihrer Ergänzung aus eigenen Mitteln in allen Fällen, in denen die genannten Stellen nicht ausreichen; 11. die vorstehend aufgeführten Maßnahmen sollen allen Juden, gleichviel ob eingesessene oder zugewanderte, gleichmäßig zugute kommen. E. Die Konferenz erwartet, daß diese Fragen auch zum Gegenstand eingehender Beratung in der Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden, in den Landesverbänden und der Reichsarbeitsgemeinschaft und in den Verbänden der oben erwähnten Berufe gemacht werden. Sie beauftragt den bevölkerungspolitischen Ausschuß mit der Auswertung der Konferenzergebnisse und besonders mit der alsbaldigen Aufstellung eines bevölkerungspolitischen Gemeindeprogramms. F. Die Konferenz richtet zum Schluß einen Aufruf an die jüdische Gesamtheit zu einmütiger Mitarbeit in der jüdischen Bevölkerungspolitik. Außerordentlicher Delegierten« tag des deutschen Misrachi Für die bisherige Form der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Leipzig, 25. Februar. (JTA.) Am 24. Februar fand ein außerordentlicher Delegiertentag des deutschen Misrachi in Leipzig statt, der von 49 Misrachisten, davon 18 Mitgliedern der Zeire-Misrachi, beschickt war. Nach einem Bericht des Vorsitzenden über die Arbeit des Zentral-Büros im letzten halben Jahre, aus der besonders die Durchführung der Chanukkah-Aktion und die Gründung der misrachistischen Monatsschrift „Zion“ zu erwähnen sind, fand eine eingehende Aussprache über die auf dem letzten Frankfurter Delegiertentage eingebrachte Resolution, die Umwandlung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft betreffend, statt. Als Ergebnis der Diskussion wurde durch Abstimmung festgestellt, daß eine solche Umwandlung nicht erstrebenswert sei. Der Delegiertentag befaßte sich ferner mit der Stellung des deutschen Misrachi zu Gemeindefragen und zur Gemeindepolitik. Es wurde ein Programm vorgelegt, das auch die Regelung des Verhältnisses des Misrachi zur Volkspartei zum Ziele hatte. Mit der Formulierung des Programms wurde die Landeszentrale beauftragt. Eine Resolution wurde angenommen, in der festgestellt wurde, daß Mitarbeit in den Gemeinden unter Verfolgung einer klaren misrachistischen Gemeindepolitik Aufgabe des deutschen Misrachi ist, die Verbindung des Misrachi mit der Volkspartei ist im Einverständnis mit der Landeszentrale nach örtlichen Konstellationen zu regeln. Grundgesetz solcher Verbindung muß volle Gewissensfreiheit bei Abstimmungen in religiösen Fragen bleiben. Es wird ein Präsidium von zwei Personen gewählt, dem bisherigen Vorsitzenden Alexander Adler und Herrn Dr. Oskar Wolfsberg. Die bisherigen Mitglieder des Zentral-Büros wurden zu Mitgliedern der Landeszentrale gewählt. Ein vom Zentralbüro ausgearbeiteter Statutenentwurf wurde mit geringen Änderungen en bloc angenommen, mit der Maßgabe, daß der nächste Delegiertentag befugt sein soll, notwendig werdende Änderungen mit einfacher Majorität vorzunehmen. Einen wesentlichen Punkt dieser Statuen stellt die Mitgliedschaft der im Zeire-Misrachi organisierten Jung-Misrachisten mit allen Rechten und Pflichten innerhalb des Allgemein-Misrachi dar. Aus der jüdischen Welt Tag des jüdischen Buches Berlin, 4. März. (JTA.) Der Antrag der Jüdischen Volkspartei auf Einrichtung eines Tages des jüdischen Buches hat die Bibliothekskommission der Berliner Jüdischen Gemeinde, die alle hierfür in Betracht kommenden literarischen Organisationen und das jüdische Verlegertum herangezogen hatte, unter dem Vorsitz von Dr. Sandler beschäftigt. Es ist beschlossen worden, wegen der Kürze der Zeit den beabsichtigten Tag des jüdischen Buches nicht am 22. März, sondern am Mendelssohn-Tage im September dieses Jahres zu organisieren und durchzuführen. Die Anregung, einen solchen Tag des jüdischen Buches zu schaffen, wurde allseitig begrüßt. Grundsteinlegung für das neue Altersheim der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 4. März. (JTA.) Unter zahlreicher Beteiligung weitester Kreise der Berliner Jüdischen Gemeinde fand am Sonntag, dem 3. März, die Grundsteinlegung zu der neuen großen Altersversorgungsanstalt der Gemeinde statt. Dr. Walter Steinitz, Privatdozent für Zoologie Breslau, 27. Februar. (JTA.) Am Freitag, dem 1. Marz, vormittags 11 Uhr, hält Herr Dr. med. et phil. Walter Steinitz an der Universität Breslau Fortsetzung Seite 156 Der neue AUSTRO-DAIMLER 6 Cylinder,'12/70 PS Eine umwälzende Neukonstruktion Hirschbold K o m m. - G e s. Fernruf 51355 MÜNCHEN Sonnenstr. 19