Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 9 (1.3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Das Jüdische Echo Nr. 9 stischen Fabriks-Kollektiv beschwert, das Kollektiv weigerte sich aber, irgendeine Maßnahme zu seinem Schutze zu ergreifen. Außer Trofimow wurden zwei weitere junge Kommunisten, Kunitzin und Gurin, wegen Beteiligung an der Verfolgung Bolscheminikows verhaftet. Die Bestattung Bolscheminikows gestaltete sich zu einer großen Kundgebung der Arbeiterschaft gegen den Antisemitismus. Im Kondukt wurden Tafeln mit Aufschriften getragen, in denen der Mord als ein gegenrevolutionärer Akt gekennzeichnet wurde. Schwere Bestrafung von Arbeiter-Antisemiten und Polizisten Moskau, 21. Februar. (JTA.) Das Gericht in Witebsk verurteilte die Arbeiter Lichidow und Radowtschenko zu je einem Jahre, vier Arbeiterinnen zu je sechs Monaten Gefängnis wegen antisemitischer Ausschreitungen gegen jüdische Arbeitsgenossen und -genossinnen in der Fabrik Dwina, in der sie alle beschäftigt waren. In Ostrowno in der Nähe von Polozk in Weißrußland wurden der Polizist Schiglow zu vier Jahren, der Polizist Bntianow zu achtzehn Monaten Gefängnis wegen schwerer Mißhandlung von Juden verurteilt. Eine 150gliedrige Kommission untersucht den Antisemitismus in den Arbeiterkreisen Moskau, 21. Februar. (JTA.) Der immer mehr emporkommende Antisemitismus unter den Angestellten und Beamten der Moskauer Berufsgenossenschaften und der staatlichen Magazine hat die zentrale Organisation der Angestellten veranlaßt, eine eingehende Untersuchung unter allen kommunistischen Zellen, Arbeiterklubs und technischen Schulen Moskaus über die Ursachen des Antisemitismus durchzuführen. Eine aus 150 Mitgliedern bestehende Kommission wurde zu diesem Zwecke eingesetzt. Das zentrale Organ der Sowjetregierung „Prawda“ führt darüber Klage, daß der Antisemitismus in den Arbeiterkreisen mit eine Ursache ist, daß die zionistische und sonstige nationalistische Bewegung unter den jüdischen Massen sich immer mehr verstärkt. Auf diese Weise, schließt die Zeitung, ist der Antisemitismus ein Hindernis für die Befestigung des kommunistischen Einflusses unter den Massen des Volkes. Zahlreiche Juden in Sowjetrußland des Wahlrechtes beraubt Moskau, 18. Februar. (JTA.) Im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen zu den Sowjets sind sehr viele Juden aus den Listen der Wähler gestrichen worden. In einigen Städten sind fünfzig Prozent der jüdischen Bevölkerung des Wahlrechtes verlustig gegangen. Für die des Wahlrechtes Beraubten hat sich die Lage insofern traurig gestaltet, als der Verlust des Wahlrechtes in der Sowjetunion mit dem Verluste vieler anderer Rechte verbunden ist. Es wird allgemein darüber geklagt, daß die mit der Wahlregistrierung betrauten Sowjetbeamten sehr rücksichtslos Vorgehen und sich zu sehr an den Buchstaben des Gesetzes halten, obgleich die übergeordneten Wahlbehörden ihnen die Weisung gegeben haben, bei Grenzfällen Nachsicht walten zu lassen. Juden, die seit drei Jahren proletarische Arbeiter sind, wurden, weil sie einst Händler waren, aus den Wählerlisten gestrichen. Das Zentralkomitee der nationalen Minderheiten befaßt sich jetzt mit dieser Angelegenheit. Die Regierungsfinanzen in Palästina im Jahre 1929 Die Regierung veröffentlicht zum ersten Male den jährlichen Briefwechsel zwischen dem High Commissioner und dem Colonial Office in London. Der Briefwechsel geht besonders ausführlich auf die Entwicklung des Überschusses der Regierungseinnahmen ein, der von 1 380 000 Pfund Ende 1927 auf 360 000 Pfund Ende 1928 gesunken ist. Der Begleitbrief von Mr. Luke, der den Budgetvorschlag für das Jahr 1929 erläutert, gibt die Ursachen für diesen großen Rückgang an. Er führt zuerst eine Reihe allgemeiner Erscheinungen an, die das Jahr 1928 zu einem für die Regierungs-Finanzen anormalen Jahre gemacht haben (Mißernte, Nachwirkungen der Rinderpest, Heuschrecken und allgemeine wirtschaftliche Depression). Im einzelnen ist der Rückgang des frühen großen Überschusses um mehr als eine Million durch folgende größere Zahlungen der Regierung verursacht worden: 1. 206 550 Pfund Begleichung des Defizites der Militär-Administration während der Okkupation; 2. 650 000 Pfund für den Ottomanischen Schuldendienst auf Grund des Lausanner Vertrages; 3. 149 121 Pfund für Vermessungen zwecks Neuanlage eines Katasters; 4. 84 357 Pfund für die Wasserversorgung in Jerusalem, nachdem sich herausgestellt hat, daß die Stadtverwaltung von Jerusalem die Wasserversorgung aus eigenen Kräften nicht durchführen kann; 5. 12 423 Pfund für die Niederlegung von Gebäuden, die durch das Erdbeben unbewohnbar wur- Billigkeit hat heute die entscheidende Stimme. Beim Kauf des Pianos darf aber die Gediegenheit der Ausführung und die Qualität des Tones nicht außer acht gelassen werden. In den ALVERPEN- PIANOS ist Güte und Billigkeit in glücklicher Weise vereinigt. 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