Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 9 (1.3.1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Das Jüdische Echo Nr. 9 Deutsche Neuwäscherei m.b.H. FELIX BRAXDXKK . MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage wirklichen Wiedergeburt. Hebräische Dichtung, Musik, Sprache, wurde wieder lebendig und der Aufbau des Landes schuf einen neuen Menschentyp. Dieser ist jedoch heute noch auf das Land beschränkt und kann die Galuth vorläufig nicht lebensverändernd beeinflussen. Es ist aber unmöglich, alle jüdischen Entscheidungen Palästina zu überlassen und im Privatleben ein Europäer zu bleiben. Auch hier entsteht die Frage: sollen wir in der Romantik verharren oder zur Renaissance kommen? An diesem Punkte, wo nach Ansicht der Rednerin dem Manne die Fahne entglitten ist, hat die Aufgabe der jüdischen Frau einzusetzen. Sie muß die geistige Krise des Zionismus, die sich bei der Jugend am stärksten bemerkbar macht, überwinden helfen, indem sie alle ihre milieuschöpferischen Kräfte aktiviert. Sie muß sich mit den speziellen weiblichen Problemen des Palästinaaufbaues befassen, aber auch in der Galuth an der Vertiefung ihrer jüdischen Bildung arbeiten, um so am Neuaufbau der jüdischen Familie mitzuwirken. Hus der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 19. Februar. (JTA.) Die Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde nahm in ihrer Sitzung am Montag, dem 18. Februar, die Wahl des Präsidiums für die diesjährige Sitzungsperiode vor. Nachdem zehn Stimmen für den bisherigen Vorsitzenden. Geheimrat Julius Stern (Religiöse Mittelpartei), und zehn Stimmen für den vormaligen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Heinrich Stern (liberal), abgegeben wurden und ein Repräsentant sich der Stimme enthielt, entschied das Los für Geheimrat Dr. Julius Stern. Dr. Klee stellte den Antrag, zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Heinrich Stern zu wählen, Professor Türk erklärte aber namens der liberalen Fraktion, daß sich diese, wie schon in der vorjährigen Periode, an der Wahl des Büros nicht mehr^ beteiligen wolle, nachdem ihr als der größten Fraktion die Stelle des ersten Vorsitzenden nicht eingeräumt wurde. Daraufhin wurde Rechtsanwalt Dr. Klee zum ersten stellvertretenden Vor-, sitzenden gewählt. Die Wahl des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden wird in der nächsten Sitzung vorgenommen werden. Auf eine Anfrage der Jüdischen Volkspartei wegen der Anlage eines Sportplatzes wurde vom Vorstandstisch durch Herrn Caspary die Auskunft erteilt, daß nach den zum Abschluß gebrachten Verhandlungen mit dem Berliner Magistrat demnächst ein großes Sportgelände in der Nähe des Funkturms den jüdischen Sportverbänden als Sportplatz der Berliner Jüdischen Gemeinde zur Verfügung gestellt werden würde. Die Anfrage der Volkspartei, welche Maßnahmen der Gemeindevorstand zur Kohlenversorgung der ärmeren Bevölkerung bei diesen abnormalen Witterungsverhältnissen getroffen habe, beantwortete der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Kareski, dahin, daß zunächst 10 000 Reichsmark für Kohlenanschaffung bewilligt seien, daß aber, wenn das Bedürfnis sich steigern sollte, selbstverständlich über diese Summe hinaus gegangen werden würde. Aus der Reihe der erfolgten Bewilligungen . seien erwähnt eine Bewilligung für die jüdischen Fallaschan, die in Deutschland ihre Ausbildung erfahren, und eine für das Lehrgut des deutschen Misrachi in Rodges. Die vom jüdischen Schulverein begründete Volksschule in der Rykestraße wurde auf den Gemeindeetat übernommen, wobei ausdrücklich hervorgehoben wurde, daß die Eigenart der Schule bewahrt bleiben solle, und daß durch den Schulvorstand für sie ein besonderes Kuratorium geschaffen werden würde. In der Angelegenheit der Errichtung eines Lehrstuhls der Berliner Jüdischen Gemeinde an der hebräischen Universität in Jerusalem wurde eine Kommission gewählt, die aus der Gemeindeverwaltung durch die Herren Dr. Klee, Dr. Kollenscher und Professor Türk besetzt wurde, und zu der außerdem noch die Herren Dr. Baeck und Professor Elbogen zugewählt wurden. Das Komitee soll das Recht der Kooptition erhalten. Eine eingehende Diskussion erhob sich über die Frage, ob in der neuerbauten Synagoge in der Prinzregentenstraße die Verteilung der Sitze so angeordnet werden solle, daß auch weibliche Familienangehörige neben den Männern ihren Platz finden sollen. Es waren zu diesem Zwecke rabbinische Gutachten eingegangen, bei denen von den liberalen Rabbinern Dr. Bergmann, Dr. Wiener, Dr. Warschauer, Dr. Lofkowitz und Dr. Weisse sich gegen jede Änderung gegenüber dem bisherigen Modus und die Rabbiner Dr. Weyl, Dr. Blumenthal und Dr. Galliner für das unterschiedlose Zusammensitzen der Geschlechter in der Synagoge aussprachen. Der Vorschlag des Herrn Dr. Baeck trägt einen vermittelnden Charakter dahingehend, daß er nicht das unterschiedlose Zusammensitzen befürwortet, wohl aber die Möglichkeit gewahrt wissen will, daß Familienmitglieder nebeneinander Plätze finden. An der sehr lebhaften Diskussion beteiligten sich die Herren Rechtsanwalt Heinrich Stern und Direktor Gutmann von liberaler Seite, von volksparteilicher Seite die Herren Landgerichtsrat Rau, Prof. Löwe, Dr. Klee und Frau Wagner-Tauber. Von der Mittelpartei äußerte sich. Rabbiner Weisse, von konservativer Seite Herr M. A. Loeb. Die Vorlage des Gemeindevorstandes wurde schließlich mit zehn gegen neun Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Für das Zusammensitzen stimmte geschlossen die liberale Fraktion, dagegen ebenso geschlossen die Fraktion der Jüdischen Volkspartei und die beiden Herren der Mittelpartei. Der Stimme enthielten sich der Paole Zionist Dr. Oskar Cohn und der Konservative M. A. Loeb. Wanderer MOTORWAGEN sind in Qualität und Leistung unerreicht. Verkauf durch: Job.. & Söhne München 50 Forstenrieder Straße 53 / Telephon 73844 4