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Das jüdische Echo · 1929-02-22 · 8 (22.2.1929) · p. Seite 123

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
8 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
Seite 123 (sequence 20)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 123 und jeder Jude wird wohl mit Vergnügen sehen, wie seine orientalischen und aschkenasischen Brüder im freien Erez Israel ihre Feste feiern. „Heldinnen des Aufbaus“ heißt der dritte Teil unseres Films. Er zeigt die Frau als Pionierin bei Feldarbeit und Straßenbau, in der Fabrik und bei Heimarbeiten, und die große Hingebung, mit welcher die zarten Kleinen, die Träger unserer Hoffnung in Erez Israel gepflegt werden. „Chederah und Haifa“ heißt der vierte Akt, eine der ältesten, heute eine der schönsten Kolonien, unter den größten Opfern von den Bilus, diesen ersten Pionieren Erez Israels aufgebaut, und Haifa, die aufblühende Stadt der Zukunft. Der fünfte Teil des Films führt uns den „Jordan aufwärts“, von der Einöde des Toten Meeres den Jordan entlang durch die Jordanebene, bis zum großen Werk der Elektrifizierung bei Gescher, und dann durch die Keren-Hajessod-Siedlungen nach Tiberias, zum Tempel von Kfar Nachum, zum malerischen Hulehsee und zu den Huleh-Beduinen, bis nach Metullah, zur Nordgrenze Palästinas. Nicht leicht ist es Erez Israel mit der Kamera zu durchwandern. — Die primitive orientalische Jüdin, oder die Araberin, wie der Beduine fürchten das Auge der Kamera wie den „bösen Blick“. Einfacher ist es mit denjenigen „Statisten“, die nur eine Bedingung stellen: daß sie mit sämtlichen Freunden und Verwandten zur Erstaufführung des Films geladen werden müssen. Freilich stören sie dann meistens bei den Aufnahmen durch Übereifer und durch das Bestreben, dem Regisseur unbedingt bei der Aufnahme helfen zu wollen. — Auch Versprechungen muß der Regisseur geben, bei denen er niemals weiß, ob er sie wirklich wird erfüllen können. Der jüdische Fischer in Tiberias will sich nur filmen lassen, wenn wir ihm bestimmt Zusagen, daß der Film in Lodz aufgeführt werden wird, wo ihn alle Freunde bewundern sollen. Und die Chaluzah am Kwisch ist „prinzipielle Gegnerin“ von Filmaufnahmen. Sie ist nur dann dafür zu gewinnen, wenn wir ihre Mutter in Kischinew zur Aufführung unseres Films einladen. Eine berechtigte Forderung: Dazu kommt aber noch so manches Mal die üble Stimmung in der Siedlung infolge der Mißernte, vor allem aber die Schwierigkeit des Reisens durch ungangbares Gebiet und der glühende Sonnenbrand, dem so manche schöne Aufnahme zum Opfer fällt. Aber die Mühe darf den Filmregisseur und Kameramann nicht abschrecken. und es ist doch kläj: Palästina ist ein Land mit großen Filmmöglichkeiten, die von Juden und Nichtjuden kaum noch entdeckt worden sind. — Wenn der neue „Frühling in Palästina“ nicht nur den Zweck erfüllt, von dem neuen Leben in Palästina zu berichten, sondern auch mithilft, Palästina für den dramatischen Kunstfilm aus Bibel und jüdischer Geschichte, aus modernem jüdischem, wie allgemein orientalischem Leben zu entdecken, dann hat dieser erste gemeinsame Film des Keren Hajessod und Keren Kajemeth seine Aufgabe voll erfüllt. Theaterabend der Hebräischen Sprachkurse München In Thealerveranslaltungen von Schulen,. und bei den Hebräischen Sprachkursen handelt es sich doch gewissermaßen um eine Schule — geht man immer mit der Erwartung, entweder unfertige, halbe Leistungen dargeboten zu bekommen oder mit vieler Mühe eingedrilltes, unverstandenes und infolgedessen unlebendiges Spiel zu sehen. Diese Bedenken mußten bei der angekündigten Veranstaltung der Hebräischen Sprachkurse in erhöhtem Maße bestehen, da es sich hierbei um eine Aufführung in einer erst zu erlernenden Sprache handelte. Diese Aufführung war aber aus so manchen Gründen zweckmäßig und erwünscht. Einerseits konnten die Schüler sich selbst vergegenwärtigen, inwieweit sie schon in die Geheimnisse dieser Sprache eingedrungen sind und sie im Bühnenwort zu gebrauchen verstehen, anderseits war für das breite Publikum, für die Eltern der Schüler und alle am Hebräisch Interessierten, der Theaterabend eine willkommene Gelegenheit, die Leistungen der Schule in einer der Öffentlichkeit zugänglichen Weise zu begutachten. Auch aus pädagogischen und propagandistischen Gründen besaß die Aufführung einen nicht zu unterschätzenden Wert; gab sie doch den Schülern den Beweis, daß die hebräische Sprache nicht totes, schulmäßiges Lehrgut, sondern eine lebendige, von der Bühne verkündbare Sprache ist. Das Programm der Veranstaltung zerfiel in zwei Teile. Der erste, der zwar seinem Inhalt nach ebenfalls hebräisch war, wurde nicht von den Schülern der Kurse, sondern von Künstlern bestritten, die ihre Mitwirkung zugesagt haben und sich mit ihrem Programm auf den Charakter des Abends eingestellt hatten. Das Programm bestand aus zwei Kompositionen von Elli Jakobson (Kol Jakow, Phantasie über jüdische Motive), die vom Komponisten selbst und der im Münchener jüdischen Publikum sehr geschätzten Frau Sonja Ziegler wiedergegeben wurden, drei hebräischen Liedern von Billaik und Czernichowski (ausgeführt von Frau Ziegler, Herrn Moritz Goldberg und Herrn Kapellmeister Josef Ziegler) und zwei Gedichten von Bialik (vorgetragen von Herrn Fischer vom Münchener Schauspielhaus). Alle Darbietungen standen auf einer sehr bemerkenswerten Höhe und wurden vom zahlreich versammelten Publikum mit wohlverdientem, reichlichem Beifall belohnt. Waren die Leistungen der Künstler und die Wahl des Dargebotenen sehr anzuerkennen, so war man doch mehr aus den oben erwähnten Gründen auf den zweiten Teil des Programms gespannt, der die Aufführung des Einakters von Aehikam „Das Jubiläum“ und einen Sprechchor mit Bialiks „Al-Haschchitah“ versprach. Man gesteht gern, daß man an diese Aufführungen nicht die gleichen Anforderungen stellt, wie an die der „Habimah“. Es wäre auch nicht der geeignete Maßstab dafür. Was vor allem interessierte, war: wie weit sind die Schüler imstande, einen neuen dem Leben entnommenen hebräischen Stoff in einer ungezwungenen Weise zu verarbeiten, zu verstehen und darzubieten. Der Inhalt, eine leichte halb-wehmütige Satire auf den hebräischen Lehrer und Schriftsteller, stellte keine sehr hohen Anforderungen an die Darstellungskunst und das war gut so. Nichts von klassischer Größe, sondern tägliches lebendiges Sprachgut wollte man hören. Man hat es gehört. Die Schüler sprachen, mit verhältnismäßig geringem Bühnenfieber, ihre Rollen alle einwandfrei, mehrere aber mit vielem Verständnis, Ge-

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