Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 8 (22.2.1929)
- Date
- 1929-02-22
- Page
- Seite 122 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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122 Das Jüdische Echo Nr. 8 Chancellor für die jüdische Einheitsgemeinde in Palästina Jerusalem, 17. Februar. (JTA.) Bei dem Empfange der Misrachi-Ddegation durch den Oberkommissar, Sir John Chancellor, (s. JTA- Dienst Nr. 39 vom 16. Februar) betonten die Misrachisten, die Rabbiner Fishman, Uziel u. a. m., daß der Weltverband rückhaltlos und mit aller Energie die Politik des jüdischen Nationalheims unterstützt. Die Delegierten sprachen ihr Bedauern über die separatistische Tätigkeit der Agudas Jisroels bezüglich der Einheitsgemeinde Knesseth Israel aus. Sir John Chancellor sagte in seiner Antwortrede, auch er glaube, daß der Separatismus den jüdischen Interessen in Palästina sehr schade. Weder er, noch die Regierung hätten die Absicht, diese Separationsbewegung zu unterstützen. Wichtige Erklärungen Chancellors über Hafenbau und Ölröhrenmündung in Haifa Jerusalem, 8. Februar. (JTA.) In der Audienz, die der High Commissioner den Mitgliedern der jüdischen Handelskammer in Haifa gewährte, erwiderte er auf ein ausführliches Memorandum, dessen Resümee ihm von dem Vorsitzenden, Herrn Natanson, vorgetragen wurde, u. a., nach den telegraphischen Nachrichten aus London seien die Schwierigkeiten, die dem Beginn des Hafenbaus bisher im Wege gestanden hätten, nunmehr beseitigt, er selbst erwarte jeden Tag eine ausführliche schriftliche Bestätigung, nach deren Erhalt sofort mit dem Bau begonnen werden könne. Die Fragen der Röhrenleitung von Mossul und der Eisenbahn von Bagdad nach Haifa seien von den großen Gesellschaften abhängig, die an diesen Verkehrsprojekten interessiert seien. Er glaube bestimmt, daß der Endpunkt dieser Linien in Haifa liegen werde. Was getan werden könne, um Haifa Anziehungskraft gegenüber diesen Gesellschaften zu verschaffen, werde erfolgen, und alles spreche dafür, daß diese Stadt künftig Sitz großer Industrien und ein gewerbliches und kommerzielles Zentrum sein werde. Die Messe des Nahen Ostens in T.el-Awiw im April 1929 Berlin, 13. Februar. (JTA.) Im April 1929 findet in Tel-Awiw die Ausstellung und Messe für Palästina und den Nahen Osten statt. Diese Messe wird sowohl der jungen palästinensischen Industrie, wie insbesondere dem amerikanischen und europäischen Importhandel Gelegenheit zu einer großzügigen Propaganda ihrer Artikel geben. Gleichzeitig wird diese Messe ein lebendiges Abbild des bisher in der palästinensischen Kolonisation Erreichten bieten. Verbunden mit der Messe ist eine spezielle Automobilausstellung, eine Kunstausstellung und, was für europäische Besucher mit am interessantesten sein wird, eine große Anzahl von Festlichkeiten anläßlich des 20jährigen Gründungsjubiläums von Tel-Awiw. Dem wirtschaftlich und poltisch Interessierten, ebenso wie demjenigen, der einen lebendigen Einblick in das palästinensische Volksleben sucht, bietet diese Zeit hierzu beste Gelegenheit. Ein glücklicher Zufall hat es gefügt, daß die in diesem Jahre vom Keren Hajessod veranstaltete Reise mit den Veranstaltungen in Tel-Awiw zusammenfällt. Die Reise hat hierdurch für die Teilnehmer noch an Anziehungskraft gewonnen. Informationen erteilt der Palestine Lloyd G. m. b. H. (Berlin-Charlottenburg 2, Joachimsthaler Straße 38.) i! üii i ii ii iii | Feuilleton || | [ iii .ui 1 Uli ii in in Mit der Film-Kamera durch Grez Israel Von Josef Gal-Es er (Jerusalem) Der neue Palästina-Film, der im Auftrag von Keren Hajessod und Keren Kajemeth hergestellt wurde, wird am Sonntag, 24. Februar, in München, vormittags 11 Uhr, im Emelka-Film-Palast aufgeführt und zweifellos auch hier großes Interesse finden. Der Regisseur des Films erzählt in nachfolgendem Artikel von seiner Tätigkeit. Seit dem Weltkrieg sind mehrmals Expeditionen großer Filmgesellschaften, vor allem aus Amerika, nach Palästina gekommen, haben hier im Laufe weniger Tage Szenen für verschiedene Filme aufgenommen, und haben das Land wieder verlassen, ohne an die Möglichkeit einer dauernden Arbeit im Lande zu denken. — Pionier einer systematischen Arbeit mit Hilfe palästinensischer Kräfte auf dem Gebiete des Kulturfilms war das Hauptbureau des Keren Hajessod, und neben ihm hat unabhängig nur der Keren Kajemeth Szenen aus dem Leben Erez Israels gefilmt. Als wir wieder einmal die Filmkamera zur Hand nahmen, um Erez Israel zu durchwandern, ließen wir uns diesmal von neuen Gesichtspunkten leiten. Wir wollten diesmal keinen großen zusammenhängenden und abendfüllenden Lehrfilm schaffen, sondern verschiedene Themen zu kurzen Kulturfilmen verarbeiten, die voneinander unabhängig, in ihrer Gesamtheit doch den „Frühling in Palästina“, das heißt das Erwachen des Landes in verschiedenen Erscheinungsformen und auf verschiedenen Gebieten zeigen, so daß in diesem Film wohl jeder Jude etwas finden wird, was sein Herz berühren oder doch wenigstens sein Interesse erwecken kann. Aber auch dem Nichtjuden, der etwas vom neuen jüdischen Palästina gehört hat, wird so manches in diesen kurzen Kulturfilmen geboten, was ihn fesseln und ihm neue Einblicke in ein uraltes Kulturland gewähren kann. Mit dem ersten Frühlingsanbeginn, zur Zeit der Mandelblüte, haben wir unsere Frühlingsreise aufgenommen, und haben damit schon unsern ganzen Film unter die Devise des Frühlings und Aufbaus gestellt. Die Mandelblüte und das Neujahrsfest der Bäume, das Fest des Frühlingserwachens, dann aber die Orangen, diese bedeutungsvolle und vielversprechende Exportindustrie Erez Israels, bilden den Inhalt des ersten Aktes unseres Films. Dann folgen in einem weiteren Akte Bilder aus Jerusalem und Tel-Awiw an festlichen Tagen;