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Das jüdische Echo · 1929-02-22 · 8 (22.2.1929) · p. Seite 121

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
8 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
Seite 121 (sequence 18)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 121 Es ist wahr, daß Palästina nicht groß genug sei, um alle die Millionen Juden, die in der ganzen Welt leben, aufzunehmen. Aber die in Palästina unter dem britischen Mandat vor sich gehende Entwicklung wird es möglich machen, daß drei Millionen Juden unter den besten Bedingungen in diesem Lande werden leben können. In jedem Jahre, fuhr Sir Herbert Samuel fort, werden ungefähr 700 000 Pfund von den Juden freiwillig für Palästinazwecke gespendet. Die fast in Vergessenheit geratene hebräische Sprache ist jetzt Sprache des Landes. Es ist möglich geworden, ohne die militärische Okkupation auszukommen, die die britischen Steuerzahler jährlich drei Millionen Pfund gekostet hat. Man hat vollen Grund, mit der von England im Heiligen Land geleisteten Arbeit zufrieden zu sein. Der Mineralreichtum des Toten Meeres, insbesondere dessen Kali- Schätze, repräsentieren — wenn sie herausgeholt werden — einen Wert von 800 Millionen Pfund — genug, um die gesamten Lasten des Kriegs zu tilgen. Es werde aber noch geraume Zeit vergehen, bevor die Industrie wird entwickelt werden können. Es kommt in Betracht, daß die endgültige Erteilung der Konzession zur Ausnutzung der Kalischätze sich sehr verzögert. Sir Herbert Samuel ließ während seines Vortrages sehr schöne Palästinabilder, die er während seiner Amtszeit als Oberkommissar selbst aufgenommen hatte, projizieren. Dr, Weizmanns Gesundheitszustand — Eine Mitteilung der Zionistischen Organisation London, 17. Februar. (JTA.) Das Zentralbüro der Zionistischen Organisation teilt mit, daß Präsident Dr. Weizmann an einer Sepsis in der Kehle leidet und im allgemeinen sehr abgespannt sei, so daß er sich auf Anordnung der Ärzte einer Heil- und Erholungskur unterziehen muß. In Anbetracht so vieler Jahre angestrengter und unermüdlicher Arbeit, heißt es in der Mitteilung weiter, ist eine völlige Wiedergenesung nur allmählich zu erwarten. Der Gesundheitszustand von Dr. Weizmann bessert sich zusehends, zu einer Besorgnis ist kein Grund vorhanden. Bekanntlich hat Dr. Weizmann die Berliner A.-K,-Sitzung Ende Dezember vorigen Jahres aus Gesundheitsrücksichten noch vor deren Beendigung verlassen müssen. Palästina von der Heuschreckenplage befreit Jerusalem, 11. Februar. (JTA.) Ein scharfer Südwestwind hat die aus Transjordanien eingefallenen Heuschreckenschwärme, soweit sie nicht durch die Flammenwerferkommandos vernichtet worden waren, gegen Osten in die Wüste getrieben, so daß jetzt ganz Palästina von der Heuschreckenplage befreit ist. Infolge der energischen Bekämpfung und des einsetzenden Windes kamen die Heuschreckenschwärme nicht dazu, sich auf die Felder niederzulassen; die Ernte hat darum keinerlei Schaden gelitten. Die Oberhäupter der aschkenasischen und der sephardischen Gemeinde in Palästina fordern zum Anschluß an die Knesseth Israel auf Jerusalem, 17. Februar. (JTA.) Oberrabbiner Kook, das Oberhaupt der aschkenasischen, und Oberrabbiner Meir, das Oberhaupt der sephardischen jüdischen Gemeinschaft in Palästina, haben soeben einen Aufruf veröffentlicht, in welchem alle Juden in Palästina aufgefordert werden, der organisierten jüdischen Einheitsgemeinde in Palästina, die auf Grund der am 1. Januar 1928 von der Regierung verkündeten jüdischen Gemeindeordnung organisiert worden ist, zu verbleiben. Der Aufruf der beiden jüdischen religiösen Oberhäupter Palästinas für die Knesseth Israel ist um so bemerkenswerter, als ihre Haltung zur Zeit der Verkündung der Gemeindeverordnung unklar war. Damals erklärte Oberrabbiner Kook in einem Gespräch mit der JTA, er wolle in dem Streit zwischen Waad Leumi und der Agudas Jirsroel bezüglich der Knesseth Israel, als der Einheitsgemeinde der palästinensischen Judenheit, Neutralität wahren. Oberrabbiner Jacob Meir hatte gelegentlich eines im Zusammenhang mit der verikündeten Gemeindeordnung stattgefundenen Empfanges einer jüdischen Abordnung durch den früheren Oberkommissar, Lord Plumer, erklärt, er sei nicht im Namen der Knesseth Israel gekommen, sondern im Namen der sepharischen Gemeinschaft, die der Knesseth Israel nicht angehört und ihr nicht angehören wolle. Im Laufe der Zeit haben sich beide religiösen Oberhäupter mit der Idee der Knesseth Israel als der einzigen jüdischen Gemeinschaft in Palästina ausgesöhnt. nv'Ti in EIN GROSSER KULTUR-FILM* DER AUFBAU DER JÜDISCHEN HEIMSTÄTTE HD'P, Aufführung in München Sonntag, 24. Februar, vormittags 11 Uhr, im Emelka-Filmpalasf Blumenstrafje Mü I lerstraI5e Redner: Dr. Georg Landauer Eintrittspreise: RM. 3.—, 2.—, 1.—

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