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Das jüdische Echo · 1929-02-22 · 8 (22.2.1929) · p. Seite 119

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
8 (22.2.1929)
Date
1929-02-22
Page
Seite 119 (sequence 7)
Language
German
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Kr. 8 Das Jüdische Echo 119 einer ganz anderen Zusammensetzung der Gemeindevertretung gerechnet hatte. Dies gab auch der zionistischen Fraktion Veranlassung zu erklären, daß sie eine Abänderung dieses durch die Zeitverhältnisse überholten Vertrags beantragen werde, nach der Richtung, daß damit auf diese Weise auch die ostjüdischen Gemeindebürger in den Ritualausschuß künftig.ihre vollstimmberechtigten Vertreter entsenden können. Das Verhalten von Ohel Jacob ist aber auch noch nach einer anderen Seite interessant. Während die Zionisten stets auf dem Standpunkt stehen, daß das den Ostjuden eingeräumte passive Wahlrecht zu der notwendigen Konsequenz führe, daß die Ostjuden auch ihre Vertreter selbst bestimmen dürfen, nimmt Ohel Jacob für sich das Recht in Anspruch, nicht diejenigen ostjüdischen Vertreter zu nehmen, die ihm von diesen präsentiert werden, sondern nur solche Persönlichkeiten, die dem Verein Ohel Jacob selbst genehm sind ohne Rücksicht darauf, ob diese Persönlichkeiten dem Gesamtwillen der Ostjuden entsprechen. In der Praxis macht damit der Ohel Jacob, der sich so viel darauf zugute tut, daß er für das passive Wahlrecht der Ostjuden eingetreten sei, dieses passive Wahlrecht zunichte. Die drei wichtigen Probleme der amerikanischen Judenheit Neuyork, 3. Februar. (JTA.) In der Eröffnungssitzung der Konvention der Distriktsgroßloge Nr. 5 des Unabhängigen Ordens Bmei Brith, die in diesen Tagen in Atalanta, Georgia, stattfand, hielt Herr Louis Marshall, Präsident des Amerikan Jewish Committee, eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die amerikanische Judenheit drei wichtige Probleme zu lösen habe: jüdische Erziehung der heranwachsenden Generation, Durchführung der Hilfsarbeit in Europa und Aufbau Palästinas. Bei dem ersten Problem handelt es sich um nicht weniger als um die Erhaltung des Judentums in Amerika. Ich richte, sagte Marshall, die dringende Bitte an die amerikanischjüdischen Eltern, das große Erbe unseres Volkes ihren Kindern nicht vorzuenthalten. Die jüdische Erziehung ist zu wichtig, als daß es bei einer Stunde oder anderthalb Stunden Religionsunterricht in der Woche sein Bewenden haben könnte. Der jüdische Unterricht muß eine wesentliche Rolle im Leben des jüdischen Kindes spielen. Das zweite Problem betrifft das Aufbauwerk des Joint Distribution Committee in Europa. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist noch im Gange; es ist noch nicht alles getan, was getan werden müßte. Was das dritte Problem, den Aufbau Palästinas betrifft, so gilt das Wort: Palästina ist Sache jedes Juden. Wer sich Jude nennt, kann und darf Palästina nicht gleichgültig gegenüberstehen, sondern muß helfen, das Land der Propheten emporzubringen. Die Zionisten, die die Initiative zu diesem Werke ergriffen haben, verdienen Anerkennung, aber Palästina ist nicht allein ein Problem für Zionisten, es ist ein Problem, zu dessen Lösung alle Juden herangezogen werden müssen. Dies hat ein zweites Gutes im Gefolge: die Vereinigung der Judenheit zu einem gemeinsamen Ziel. Wenn wir diese drei Probleme gelöst haben, so werden auch die übrigen jüdischen Fragen leicht zu lösen sein. Die Rede Marshalls machte tiefen Eindruck auf die zahlreiche Zuhörerschaft, unter der sich viele prominente Nichtjuden befanden, die eigens gekommen waren, um Marshall zu hören. Aus der jüdischen Welt Reichspräsident von Hindenburg an den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Berlin, 18. Februar. (JTA.) Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat anläßlich seines zehnjährigen Bestehens an den Herrn Reichspräsidenten ein Begrüßungstelegramm gesandt und folgendes Antwortschreiben erhalten: „Dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten danke ich herzlichst für das freundliche Meingedenken bei der Feier seines zehnjähriigen Bestehens und das mir ausgesprochene Gelöbnis der Treue. Mit kameradschaftlichem Gruß von Hindenburg.“ Der preußische Justizminister für nachdrückliche Ahndung der Friedhofschändungen Berlin, 13. Februar. (JTA.) Im weiteren Verlauf der gestrigen Justizdebatte im Landtagsausschuß erklärte Justizminister Dr. Schmidt u. a.: Die in den letzten Jahren leider recht häufig aufgetretenen Friedhofschändungen seien auch für die Justizverwaltung ein Gegenstand ernster Sorge. Leider werden in solchen Fällen selten die Täter ermittelt, was mit der Eigenart der Vorgänge, Abgelegenheit des Tatortes, späte Entdekkung usw. Zusammenhänge. Gelinge es aber, den Täter zu ermitteln, so sei auch der Minister der Meinung, daß derartige schmähliche Vergehen nachdrücklich zu ahnden seien. Besprechung zwischen Misrachi-Führern und jüdischer Volkspartei Berlin, 13. Februar. (JTA.) Die Leitung des deutschen Misrachi hat in mehrfachen Besprechungen Stellung zu den letzten Vorfällen innerhalb der Berliner Jüdischen Gemeinde genommen. Nachdem u. a. auch eine Aussprache mit den nichtmisrachistischen Vertretern der Jüdischen Volkspartei stattgefunden hat, wurde beschlossen, die grundsätzlichen Fragen der Stellung des Misrachi zur Volkspartei als selbständigen Punkt auf die Tagesordnung des am 24. Februar 1929 in Leipzig stattfindenden außerordentlichen Delegiertentages des deutschen Misrachi zu setzen. Jubiläums-Hallenfest des Bar-Kochba Berlin, 18. Februar. (JTA.) Der Berliner Bar- Kochba veranstaltete am Sonntag, dem 17. Februar, ein Jubiläums-Hallenfest, das sich aus den mannigfaltigsten gymnastischen und turnerischen Darbietungen der Knaben- und Mädchenabteilungen, der Frauen- und Männerriegen zusammensetzte. Im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung stand eine Ansprache des ersten Vorsitzenden des Bar-Kochba, Rechtsanwalt Dr. Hermann Leiewer, der gegenwärtig Vorsitzender des Makkabi-Weltverbandes ist. Dr. Leiewer würdigte die auf die Renaissance des jüdischen Volkstums gerichteten Bestrebungen, die auf allen Gebieten zu einer harmonischen Einheit zusammengefaßt werden müssen. Bar-Kochba sei stolz darauf, an der Spitze dieser Wiedererweckungsarbeit Männer zu sehen, wie den anwesenden Führer der Jüdischen Volkspartei Dr. Alfred Klee und den ersten Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, den alten Bar- »eutsehe Xeowäsch»*rei tt. m.b. H. FELIX BRAKDNER . MÜMCHES Thierschstraße 21 Telefon Nr. 23 7 Ob Spezial-Dumpfwaschanstalt für Herren-Plätt wasche nur Kragen Manschetten, Vorhemden ”nd Oberhemden. Lieferzeit ca.8Tap»

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