Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- 6 (8.2.1929)
- Date
- 1929-02-08
- Page
- Seite 89 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 89 von denen der eine der Gladbecker Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei bis zwei Tage vor der Tat angehörte, dann aber seinen Austritt erklärte, weil die Partei nicht aktiv genug sei. Auch der andere hatte an den Veranstaltungen der Partei teilgenommen. Eine Erklärung der rumänischen Regierung über ihr Zusammengehen mit den Zionisten Bukarest, 1. Februar. (JTA.) Der rumänische Justizminister Junian hat soeben in der Kammer erklärt, die Regierung habe darum ein Wahlbündnis mit den Zionisten geschlossen, weil der Zionismus jüdische Massen in Rumänien hinter sich hat, eine idealistische Bewegung darstellt und von allen zivilisierten Staaten unterstützt wird. Die Regierung, schloß er, ist der Überzeugung, daß die zionistischen Bestrebungen den Interessen des rumänischen Staates in keiner Weise entgegengesetzt sind. Erfolgversprechender Auftakt zum United Palestine Appeal Neuyork,2. Februar. (JTA.) Zu Ehren des soeben hier eingetroffenen Mitglieds der Zionistischen Exekutive in Palästina, Colonel F. H. Kisch, gab das Komitee für den United Palestine Appeal einen Empfang in der Neuyorker Stadthalle, dem der Bürgermeister von Neuyork, Herr Walker, beiwohnte. Im Verlauf des Abends hielten Ansprachen Herr Felix M. Warburg, Präsident des American Joint Distribution Committee, der jüdische Vizegouverneur von Neuyork, Herbert Lehman, Herr Albert Ottinger, der bekanntlich republikanischer Kandidat für den Gouverneursposten von Neuyork war, ferner Morris Rothenburg und zum Schluß Bürgermeister Walker. Colonel Kisch dankte für die ihm dargebrachte Ehrung, gab einen Überblick über die Lage des Aufbauwerkes in Palästina und appellierte an die führenden amerikanisch-jüdischen Führer, für den jüdischen Aufbau in Palästina unter der amerikanischen Judenheit nach Kräften zu wirken. Noch im Verlauf dieses Abends wurde eine Sammlung für das Palästinawerk veranstaltet, die 450 000 Dollar ergab, darunter einen Beitrag von Marshall in Höhe von 5000 Dollar. Herr Felix M. Warburg hatte bekanntlich 'schon bei Gelegenheit der Konstituierung des Komitees für den Appeal 50 000 Dollar gespendet, so daß bisher insgesamt ein Betrag von 500 000 Dollar aufgebracht ist. Colonel Kisch ist während seines Aufenthaltes in Neuyork Gast von Herrn und Frau Felix M. Warburg. Die jüdischen Altertümer in Beth Alpha Nach einer Mitteilung der Hebräischen Universität hat Professor Sukenik mit Genehmigung der Regierung den Fundort einer eingehenden Untersuchung unterzogen. — Es stellte sich heraus, daß der entdeckte Mosiakboden mit hebräischen Inschriften und Bildern einem Synagogenbau aus den ersten Jahrhunderten nach der Zerstörung des Tempels angehörte. Wie alle bisher entdeckten Synagogen nördlich Jerusalems, ist auch diese dem Süden zugewandt. Der Grundriß zeigt eine dreiteilige Basilika, von der das Mittelschiff besonders gut erhaltene Sternbilder aufweist. Sternbilder und Sonnenräder hat man früher schon in den Synagogenüberresten von Ludd, Jericho, Kfar Beram und Naaren aufgefunden. (Ziko) Vernichtung der Heuschreckenschwärme in Palästina Jerusalem, 1. Februar. (JTA.) Gegen die aus Transjordanien eingefallenen Heuschreckenschwärme wurde mit 36 Flammenwerfern angekämpft. Ein großer Schwarm wurde in der Nähe der Allenby-Brücke am Jordan vernichtet. Etwa 300 Personen leisten Freiwilligendienste. i ffl 111 1Ü111UJ 111.1 | Hl | Feuilleton | Ü II IUII .!■■ 1 l!l I Der Tod Mosis Von Edmond Fleg (Schluß) „Herr, Herr“, flehte Moses — „da Du alles kannst, kannst Du mir auch den Tod ersparen.“ „Wenn du in dieser Welt nicht stirbst, mein Sohn, wie solltest du in der anderen wiederkehren? Ich halte für dich alle Freuden des Paradieses bereit, du hast auf Erden 60 Myriaden von Kindern Israels befehligt; im Himmel wirst du 55 Myriaden von Gerechten befehligen, welche die Wege meiner Thora geben werden. Oh, Moses, deine Tage vergehen, aber dein Leben vergeht nicht. Du wirst weder Dach noch Mantel brauchen, noch Brot für deinen Hunger, noch Öl für dein Haus, noch Sandalen für deine Füße, noch Mond oder Sonne für deinen Blick: ich decke dich mit meinem Glanze, ich kleide dich mit meinem Glanze, ich nähre dich mit meiner Seligkeit, ich trage dich auf den Flügeln meines Ruhmes und ich strahle in dein Gesicht mit dem großen Lichte, von dem du nichts noch kennst als seine Schatten.“ Jedoch, Moses ergab sich nicht. Er stöhnte noch immer: „König der Welt, König der Welt, wenn Du mir nicht gestattest den Jordan zu überschreiten, nicht gestattest das gelobte Land zu sehen, gestatte mir zu leben, Herr, auf der Welt zu leben. Und wenn Du mir nicht gestattest ein Mensch zu bleiben, laß mich leben als ein Tier des Feldes, als ein Vogel in der Luft, aber leben, leben und nicht sterben.“ So flehte der Prophet: Und die Gebirge und die Meere erzitterten. Die Abgründe und die Firmamente schrien vor Entsetzen; alle Stimmen des Weltalls heulten in Verzweiflung: „Will denn G’tt das Weltall zerstören?“ Denn das Gebet Moses war wie ein Schwert, welches die Welten zerreißt und zerschlägt, denn in seiner Klage enthielt er den unnennbaren Namen, der die Welt erschuf. Da gebot der Ewige allen Engeln, die Pforten der Gebete zu schließen, damit das Gebet des Propheten nicht aufgenommen werde; und die Engel riefen: „Gepriesen sei der Heilige, gesegnet sei er, der keine Gunst und kein Unrecht kennt und allen Sterblichen den gleichen Tod gibt. Als der Heilige, er sei gesegnet, sah, daß der Prophet zum Tode bereit war, sagte er zu Gabriel: „Geh und pflücke seine Seele.“ Aber der Erzengel erwiderte: „Er hat Dein Volk geleitet, Dein Wunder war in seiner Faust, Dein Wort in seinem Munde, er hat das Meer ausgetrockrict und