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Das jüdische Echo · 1929-02-01 · 5 (1.2.1929) · p. Seite 76

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
5 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 76 (sequence 20)
Language
German
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76 Das Jüdische Echo Nr. 5 David Horn), sowie der Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuß (Mitglieder: Olgr. Dr. Neumeyer, RA. Dr. Werner, RA. Dr. Wilmersdoerffer, JR. Dr. Heilbronner, JR. Dr. Oestreich, KR. Dr. Wassermann, JR. Dr. Feuchtwanger, Paul Grünbaum, Bernhard Lustig). Bei der Wahl des Finanzausschusses dagegen, der bisher 12 Mitglieder, darunter 3 zionistische und 2 orthodoxe zählte, ergaben sich Schwierigkeiten, da die liberale Fraktion durch KR. Wassermann 8 Sitze für sich verlangte und in eine Erhöhung der Mitgliederzahl nicht einwilligen wollte. Die Sitzung mußte auf 15 Minuten unterbrochen werden; nach Wiedereröffnung blieb ein Antrag Dr. Siegel, die Zahl der Mitglieder des Finanzausschusses auf 15 zu erhöhen in der Minderheit; angenommen wurde ein Antrag JR. Dr. Heilbronner, die Zahl der Mitglieder auf 12 zu belassen. Die geheime Wahl des Finanzausschusses, die nun vorgenommen werden mußte, ergab, daß gewählt wurden 8 Liberale (Geh. JR. Dr. Dispeker, Recha Stark, JR. Dr. Oestreich, Louis Picard, JR. Dr. Heilbronner, KR. Dr. Wassermann, Dr. F. Gutmann, RA. Dr. Wilmersdoerffer), 3 Zionisten (JR. Dr. Elias Straus, Justin Lichtenauer, RA. Dr. Siegel) und ein Orthodoxer (Hermann Rosenthaler). Herr Rosenthaler erklärte daraufhin, daß diesesZahlenverhältnis in jederBe'ziehung ungerecht sei und daß er sich deshalb gezwungen sehe, die Annahme des Amtes abzulehnen. Die Sitzung mußte neuerdings unterbrochen werden. Nach Wiederaufnahme erklärte Herr Rosenthaler im Namen der orthodoxen Fraktion, daß seine Freunde jede Ar- I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRÖBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, End*eln, Kanten, Kostlimstlclcereien Burgstraßei6/3 Knopflöcher Telephon 22 975 beit in den Ausschüssen1, mit Ausnahme des Ritualausschusses, ablehnen müßten. Nach einer Geschäftsordnungsdebatte wurde zum 12. Mitglied des Finanzausschusses Herr Wechsler gewählt, der aber, wie Herr Rosenthaler,_ mit dem zusammen er seit Jahren die orthodoxe Fraktion im Finanzausschuß vertreten hatte, die auf ihn gefallene Wahl nicht annahm. RA. Dr. Siegel stellte darauf den Antrag, den Finanzausschuß mit 14 Mitgliedern zu besetzen, worauf Herr JR. Dr. Heilbronner eine neue Unterbrechung der Sitzung verlangte und androhte, daß man, wenn eine Einigung nicht zu erzielen sei, als 12. Mitglied des Finanzausschusses einen Liberalen wählen würde. Nach Wiedereröffnung der Sitzung beantragte der Vorsitzende, den Ausschuß zunächst nur mit 11 Mitgliedern zu besetzen, wogegen keine Einwendungen erhoben wurden. Der Gemeindevorstand stimmte den Beschlüssen der Gemeindevertretung in bezug auf Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuß ohne Debatte und einstimmig, in bezug auf den Finanzausschuß nach kurzer aber erregter Debatte gegen die Stimmen der zionistischen und orthodoxen Mitglieder zu. Bei der Wahl des Synagogenausschusses, zu der man nun schritt, ergaben sich insofern neue Schwierigkeiten, als hier, wo bisher 7 liberalen Mitgliedern ein einziges zionistisches Mitglied gegenüberstand, die zionistische Fraktion in Befolgung der von den Liberalen heute proklamierten Grundsätze, eine Vertretung nach dem Fraktionsverhältnis beanspruchte, wogegen die Liberalen Widerspruch erhoben. Die Sitzung mußte noch einmal unterbrochen werden, darnach konnte die Wahl nach der von den Zionisten vorgeschiagenen Weise vorgenommen werden. JR. Eugen Beer (Stellvertreter Direktor Apfel), Isaak Bacharach, KR. Louis Ballin, Dr. Karl Löwenthal, Louis Selinger, Kantor Kirschner, Bernhard Lustig, Dr. Robert Beer, Josef Schachno. Der Synagogenchorausschuß konnte ohne weitere Differenz besetzt werden, die Wahl der weiteren Ausschüsse wurde zurückgestellt. Darauf wurde zu Punkt 5 der Tagesordnung : die Eingliederung der offenen Jugendfürsorge als Jugendamt in das gemeindliche Wohlfahrtsamt, zu Punkt 6: eine Herabsetzung der Gebühren für das Ritualbad beschlossen. Schließlich erstatteten die drei Vorsitzenden des Vorstands noch einen Bericht über das abgelauJene Geschäftsjahr. Herr JR. Dr. Oestreich gab einen Überblick über den Stand der Bauarbeiten, Herr JR. Dr. Straus über die im ganzen befriedigende finanzielle Situation der Gemeinde sowie über die Wohlfahrtsarbeit; Herr Olgr. Dr. Neumeyer gedachte in seinen Ausführungen der schweren persönlichen Verluste, die die Gemeinde im letzten Jahre erlitten hat, er behandelte die Verfassungsarbeiten, die verschiedenen Beamten- Bildungs- und Ritualfragen und sprach kurz zu dem Problem des Landes- und Reichsverbandes sowie zur allgemeinen Situation der jüdischen Gemeinschaft. Unter anderem gab er bekannt, daß im letzten Jahr 134 jüdischen Sterbefällen in München, nur 67 jüdische Geburten gegenüberstehen und er begrüßte es im Hinblick auf diese Tatsache, daß nunmehr eine Frau in den Gemeindevorstand eingetreten sei, die die Arbeit P£LZMOD£/V -BCRNHAkD BAUCH MÜNCHEN SCHÄFFLERSTRASSE 3 KAUFINGERSTRASSE 25 BRIENNERSTRASSE 8

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