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Das jüdische Echo · 1929-02-01 · 5 (1.2.1929) · p. Seite 73

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
16 (1929)
Issue
5 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
Seite 73 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 73 Morgen Sonntag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, ist der Maskenball des Bar*Kochba in den besonders dekorierten oberen Sälen des Hotels „ßayer. Hol" unter dem Motto Jahrmarkt in TeUAwiw Bela Bekes und Oeza Velisch mit ihrer stimmungsvollen Kapelle spielen zum Tanz Karussel, Rutschbahn, Darbietungen, Tombola, Büfett, Sektzelt mit eigener Musik PRÄMIIERUNG DER BESTEN MASKEN Karten an der Abendkasse Reichsmark 4—, im Vorverkauf Reichsmark 3.— bei Orljansky, Neuhauser Strafe 29; Goldberg, Schwanihalerstraf^e, Ecke Schillerstrafje; Goldfarb, Weinstral^e 4; Gidalewitsch, Müllerstralje 42; Kornhauser, Isartorplatz 8 und in der Ewer-Buchhandlung, Ottostr. Mitglieder und Studenten erhalten nur am Turnboden ermäßigte Karten zu Reichsmark 2.— der wahrheitswidrigen Begründung, daß es in Bromberg keine armen jüdischen Greise gäbe (in Wirklichkeit existiert in Bromberg ein um seine materielle Existenz schwer kämpfendes jüdisches Greisenasyl), zurückgewiesen wurde, hat den Stadtrat von Bromberg in seiner letzten Sitzung abermals sehr lebhaft beschäftigt. Stadtrat Kolnik schilderte als Referent alle Phasen der Angelegenheit. Im Januar 1923 wies der Magistrat das Legat ungeachtet der Intervention der jüdischen Gemeinde zurück. Der Wojwode in Posen und der Innenminister in Warschau bestätigten den Magistratsbeschluß. In Amerika machte die Zurückweisung des Legats, das inzwischen auf 160 000 Dollar angewachsen war, einen sehr schlechten Eindruck. Der polnische Generalkonsul in Washington informierte hierüber das Außenministerium und empfahl die Revidierung des Bromberger Beschlusses. Der Außenminister Graf Zalesky schilderte in einem Schreiben an den Bromberger Magistrat die wirtschaftlichen und politischen Komplikationen, die für Polen im Hinblick auf die in Amerika entstehende Mißstimmung sich ergeben könnten. Auch der Wojwode befürwortete eine Revision des ersten Beschlusses. Der Referent begründete die Forderung mich einer Revision auch vom rein rechtlichen Standpunkt. In der darauffolgenden Debatte drückten die Nationaldemokraten ihre Verwunderung darüber aus, daß die jetzige Regierung den Standpunkt der Regierung von 1924, die den Bromberger Beschluß sanktionierte, nicht respektiert, und beantragten die Überweisung der Angelegenheit an die städtische Rechlskommission. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der deutschen Fraktion zum Beschluß erhoben, so daß eine weitere Verschleppung der Angelegenheit zuungunsten der Bromberger jüdischen Armen eingelreten ist. Man hofft aber, daß inzwischen die übergeordnete Behörde Remedur schaffen wird. Herzls Originaltestament wieder gefunden Wien, 17. Januar. (JTA.) Das Original des von Theodor Herzl, dem Begründer der modernen zionistischen Bewegung, eigenhändig niedergeschriebenen Testaments, von dem man angenommen hat, daß es während der Niederbrennung des Wiener Justizpalastes im Jahre 1927 mit so vielen anderen Akten der Vernichtung anheimfiel, ist soeben vom Präsidenten der österreichischen Zionistischen Organisation, Rechtsanwalt Dr. Leo Goldhammer, im Distriktsgericht zu Wien-Döbling wieder aufgefunden worden. Es bestand die Besorgnis, daß durch das Verschwinden der Originalabschrift des Testaments Schwierigkeiten bei der Überführung der Gebeine Herzls nach Palästina entstehen werden. Nun sind diese Schwierigkeiten behoben. Der betreffende Passus im Testament Herzls lautet: „Es ist mein Wunsch, daß meine Gebeine nach Palästina überführt werden. Es ist mein besonderer Wunsch, daß dies auch mit den Gebeinen meiner Eltern und meiner verstorbenen Schwester Pauline geschehe. Ich würde dasselbe in bezug auf die Gebeine meiner Frau wünschen, wenn sie ihrerseits durch letzten Wunsch nichts Gegenteiliges verfügen sollte.“ Neue jüdische Autonomie-Rayone in Sowjet- Georgien und in Zaporoschje Moskau, 17. Januar. (JTA.) Die Regierung von Sowjet-Georgien hat eine Kommission ernannt, die die Vorbereitungen für die Einrichtung eines autonomen jüdischen Verwaltungsrayons in Zyteligora, Distrikt Kachetyn, zu treffen hat. Die Regierungskommission für jüdische Landansiedlung Komzet hat in dieser Gegend Zertifikate für die Ansiedlung von weiteren 123 jüdischen Familien, von denen 90 bereits die Arbeit auf den neuen Feldern begonnen haben, ausgegeben. Jeder Siedler erhält das notwendige Inventar sowie einen Darlehensvorschuß von je 400 Rubel zum Bau eines Hauses. Die Sowjetbehörden der Governements Zaporoschje in der Ukraine haben beschlossen, in dem Distrikt Novo-Zlatopol einen neuen jüdischen Verwaltungsrayon, ähnlich dem in Distrikt Cherson (Hauptort Kalinindorf), einzurichten. Fortschritte im jüdischen Siedlungswesen in Australien Melbourne, 1. Januar. (JTA.) Vor einigen Monaten hat sich in Australien bekanntlich eine Gesellschaft für jüdische Kolonisation gebildet, die auch schon gleich eine Kolonie eingerichtet hat. Rev, Jacob Danglow hielt in der St.-Kilda-Syna-

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